Sonntag, 15. Januar 2017

|Behind the Screens #6| Arbeit, Lesen, Stricken

Ich nehme wieder an der gemeinsamen Aktion von Stehlblüten und book-walk teil und habe einen Wochenrückblick fabriziert.


Mein Fotobuch über mein Jahr 2016 ist fertig!

Wie war deine Woche? 

Gut. Die erste Arbeitswoche ging schneller und besser vorbei, als ich mir im Urlaub ausmalen konnte. Außerdem habe ich endlich wieder in meinen Lesefluss gefunden. Der war mir über Weihnachten abhanden gekommen. Und meine Erkältung hat sich auch stark gebessert, wobei ich befürchte, dass mir der Husten noch ein bisschen erhalten bleiben und nahtlos in meine Allergie gegen Frühblüher übergeben wird. Außerdem war ich zwei Mal Essen: am Freitag im beruflichen Umfeld und am Samstag ganz spontan privat. Solche Aktionen sind eh die besten. Und der Burger aus Süßkartoffeln und mit Mango-Salsa war lecker wie immer. 


Winterspaziergang

Wie viele Bücher möchtest du dieses Jahr lesen und glaubst du, dass du dich im Vergleich zum Vorjahr steigern kannst? 

Letztes Jahr hatte ich mir ein klares Ziel gesetzt: 100 Bücher. Ich wollte einfach testen, ob ich dieses Ziel schaffe. Ich habe dieses Ziel auch tatsächlich erreicht und 2016 insgesamt 103 Bücher gelesen. Da ich bei einem Hobby wie dem Lesen kein Fan von "schneller, höher, weiter" bin, werde ich mir für 2017 bewusst kein höheres oder auch sonst irgendwie geartetes Ziel setzen. Ich werde das Lesen einfach genießen und spontan entscheiden, ob und was ich lesen möchte. 


Mein Strickprojekt: ein Loopschal

Was war dein Wochenhighlight?

Zum ersten Mal fällt es mir schwer, ein wirkliches Highlight zu benennen. Versteht mich nicht falsch, ich hatte - wie oben erwähnt - eine schöne Woche, aber etwas, was sich total herausgehoben hätte, war nicht dabei.

Deshalb würde ich die folgenden Dinge als meine Highlights bezeichnen:

  • Dank der illustrierten Ausgabe von "Harry Potter",  die ich zu Weihnachten bekommen habe, habe ich meine Leselust zurück. Und mein aktuelles Buch ("Die Anatomie der Nacht" von Jenn Bennett) liebe ich bereits nach wenigen Seiten heiß und innig.
  • Ich bin ziemlich gut im Häkeln, wohingegen mir Stricken überhaupt nicht leicht von der Hand geht. Das war schon als Kind so. Trotzdem wollte ich meinen Horizont erweitern und habe mir ein Strickset gekauft. Das lag jetzt zwei, drei Wochen bei mir zu Hause herum. Am Freitag habe ich mich endlich ernsthaft damit beschäftigt, und ich habe mir mit YouTube-Videos das Anschlagen von Maschen und das Perlmuster beigebracht. Yay, ich komme richtig gut voran.
  • Winterspaziergänge! Obwohl hier eher Puderzucker denn richtiger Schnee vorhanden ist, habe ich zwei Winterspaziergänge unternommen und sehr genossen. Und ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dass ich dieses Jahr noch "echten" Schnee sehen werde. 

Zurück im Leseflow mit Harry Potter

Blogrückblick

Diese Woche gab es bei mir drei Rezensionen. Einmal ein Sachbuch über vier starke Frauen und zwei Romane aus dem Bereich "Chick Lit" (ein Reinfall und ein absolutes Lieblingsbuch).




Samstag, 14. Januar 2017

|Stefka reads| "Christmas Ever After" / "Für immer und einen Weihnachtsmorgen" von Sarah Morgan


„Christmas Ever After“ („Für immer und einen Weihnachtsmorgen“) 

Sarah Morgan
Chick Lit
Englisch
E-Book
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Es ist an der Zeit, das letzte Buch vorzustellen, das ich in 2016 beendet habe. Das besondere ist hier, dass es sich nicht um ein für mich neues Buch handelt sondern um ein Buch, das ich bereits zum dritten Mal gelesen habe. Ich denke, hier könnte sich eine kleine Tradition entwickeln, denn ich kenne kaum eine Geschichte, die besser zur Weihnachtszeit oder zum Winter passt. 

Skylar ist eine Künstlerin und Träumerin, die hochwertige Schmuckstücke fabriziert. Zu Beginn von „Christmas Ever After“ weilt sie in London, um dort ihren Schmuck auszustellen. Alec ist Historiker mit eigener TV-Show, die ihm den Spitznamen „Shipwreck Hunter“ (also „Jäger von Schiffswracks“) eingebracht hat. Er und Skylar teilen einen gemeinsamen Freundeskreis, pflegen jedoch eine mehr oder minder offen ausgetragene Feindschaft. Er hält sie für eine verwöhnte Zicke, sie ihn für einen spaßbefreiten Langweiler. Deshalb besucht Alec, der sich gerade ebenfalls in seiner englischen Heimat aufhält, eher aus Pflichtgefühl denn Enthusiasmus Skylars Londoner Ausstellung. Überraschenderweise hat er dort einen großen Auftritt als „Ritter in strahlender Rüstung“, der die beiden für die nächsten Tage aneinander bindet und in einem Besuch bei Alecs Eltern auf dem Land mündet.  

Habe ich schon erwähnt, dass ich diese Geschichte LIEBE? Ich fühle mich, als müsste ich alle lesenden Personen in meiner Umgebung von „Christmas Ever After“ überzeugen. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, diese Rezension ein bisschen anders aufzubauen und Stichpunkte zu sammeln, die dieses Buch zu etwas besonderem machen: 

1. Sarah Morgan kann schreiben. Alle ihre Romane haben eine Leichtigkeit, die es möglich macht, quasi durch die Seiten zu fliegen. Außerdem greift sie selten auf schmalzige Formulierungen zurück sondern räumt auch witzigen Dialogen genügend Raum ein. 

2. Skylar ist eine tolle, weibliche Hauptperson. Auf den ersten Blick (elfenhaftes Aussehen mit schlanker Figur und langen, weißblonden Haaren) mag sie zerbrechlich wirken, aber sie weiß genau, was sie will und kontert Alec mit der nötigen Portion Humor. 

3. Alec ist einfach großartig. Ich möchte ihn am liebsten selbst kennenlernen. Und heiraten. Man kann ihn sich wunderbar vorstellen: groß, dunkelhaarig, in sich ruhend, nachdenklich, smart. Was will man mehr... 

4. Das Setting ist perfekt: a) London – in der Top 3 meiner Lieblingsstädte, b) das malerische, ländliche England à la „Liebe braucht keine Ferien“ und c) Maine/USA – Tonnen von Schnee und Eis. 

5. Skylar & Alec haben genau die Chemie, die ich bei einem Paar in einem „Chick Lit“-Roman suche. Man spürt als Leser von Beginn an, wie die Funken fliegen und genau darauf, kommt es mir an.




6. Die beiden haben ausgesprochen coole Jobs. Ich meine Schmuckdesignerin (echte (!) Schmuckdesignerin und nicht D-Promi, der sich nebenher als solcher verdingt) und Historiker, der im TV auftritt (und nichts mit Luis Trenker gemein hat...) - da gibt es nicht viel, was einen höheren Coolness-Faktor zu bieten hätte. 

7. Das ganze spielt zur Weihnachtszeit und im Schnee – also quasi zur schönsten Zeit des Jahres in der für diese Zeit perfekten Umgebung. Das ist kaum zu toppen. 

8. Was mich direkt zum nächsten Punkt führt: eingeschneit im Winterwunderland, gibt es einen besseren Ort für eine romantische Geschichte? Ich finde nicht. Toppt in meinen Augen „gestrandet auf einer einsamen Insel“ und „im Fahrstuhl steckengeblieben“. 

9. Alecs Familie ist großartig. Wie sie ihn alle wieder in einer glücklichen Beziehung sehen möchten und in dem Zusammenhang zu jedem sich bietenden Strohhalm greifen. Und dabei – quasi en passant – von einem Fettnäpfchen ins nächste tappen. 

10. Die schlimmen Schicksalsschläge in der Vergangenheit der beiden Hauptdarsteller sowie das unvermeidliche Drama kurz vor Ende des Buches halten sich in Grenzen und kommen deshalb nicht so unnötig daher wie in vielen anderen Geschichten desselben Genres. 

Bleibt mir zum Abschluss nur zu sagen: Lest. Dieses. Buch. Zumindest, wenn Euch der Sinn nach einer locker leichten, humorvollen Romanze steht. Die perfekte Geschichte, um sich ein bisschen aus dem Alltag zu träumen.

Donnerstag, 12. Januar 2017

|Stefka reads| "Let It Snow - Schneeflockenalarm" von Hannah Kaiser | Thema Gefälligkeitsrezensionen

"Let It Snow" von Hannah Kaiser

"Let It Snow - Schneeflockenalarm" 

Hannah Kaiser
Chick Lit
Deutsch
Kindle
3 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Dana Donovan ist eine erfolgreiche, sehr ehrgeizige Familienanwältin. Ihr neuester Auftrag führt sie in der Vorweihnachtszeit in das malerisch verschneite "White Crossing" (nicht zu verwechseln mit "Cooper's Crossing" aus den "Fliegenden Ärzten") und direkt in die Arme von Nathan Callery. Dessen Schwester wird von Dana in einem dramatischen Adoptionsfall vor Gericht vertreten. Zunächst kann Dana wenig mit dem mürrischen Nathan anfangen, und er wiederum hält sie für eine stocksteife, spaßbefreite Großstadtzicke. Erst als ein Schneesturm Dana zu einem längeren Aufenthalt in "White Crossing" zwingt, nähern die beiden sich langsam an. 

Soweit, so bekannt. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich bei Chick Lit durchaus für wenig innovative Plots zu begeistern bin. Deshalb fand ich die Grundidee mit dem "eingeschneit auf dem Land" sehr attraktiv (hat mir z.B. bei "Frigid" von J. Lynn ausgesprochen gut gefallen). Da zudem die Rezensionen auf Amazon ausgesprochen positiv waren (5 Sterne im Schnitt), habe ich mir dieses E-Book kurz vor Weihnachten als leichte Kost für zwischendurch heruntergeladen. Die super gute Bewertung fand ich zwar direkt auch suspekt, aber ich wollte trotzdem einem vermutlich selbstverlegten Buch eine Chance geben. 

Was kann ich sagen, das Buch hat mich nicht gerade umgehauen. Es hatte seine Momente - insbesondere in der Interaktion zwischen Dana und Nathan - aber auch viele Längen. Vor allem die Geschichte rundum das Adoptionskind von Nathans Schwester und auch Nathans eigene Kindheit war für meinen Geschmack VIEL zu dramatisch. Das hatte Heimatfilmdimensionen... 


"Let It Snow" von Hannah Kaiser


Sehr im Lesefluss gestört hat mich auch die Perspektiv- und Zeitenwahl der Autorin: das Buch ist im Präsens geschrieben (und nicht in der für Romane üblichen Vergangenheitsform). Das klingt in meinen Ohren immer ungelenk und gehört für mich in keinen Roman sondern in eine Sachverhaltsschilderung im beruflichen Umfeld. Als Krönung gibt es auch noch den von mir ungeliebten Perspektivwechsel: Teile des Buches sind aus der Sicht von Dana oder alternativ aus der von Nathan geschrieben. Damit nicht genug, zusätzlich sind die Abschnitte aus Danas Sicht in Ich-Perspektive geschrieben, während in Nathans Abschnitten ein übergeordneter Erzähler zum Leser spricht. Was das für einen Mehrwert bringen soll, ist mir ein Rätsel. Mich erinnert das eher an eine Fanfiction denn ein "richtiges" Buch. 

Das führt mich zu dem Thema, das ich in Zusammenhang mit dieser Rezension ebenfalls ansprechen möchte: die oben erwähnten, sehr positiven Rezensionen auf Amazon. Die sind in meinen Augen nicht authentisch. Klar, es kann durchaus Leser geben, die das Buch überzeugt hat. Die Geschmäcker sind schließlich verschieden und daran ist auch überhaupt nichts verwerfliches. Aber 31 (!) 5-Sterne-Rezensionen für "Let It Snow"? Da kann mir niemand erzählen, dass das reell ist. Keine Ahnung, ob hier Freunde und Familie zum Schreiben motiviert wurden, ob man Amazon-Rezensionen ähnlich wie Follower auf Instagram kaufen kann, oder ob es daran liegt, dass die Autorin völlig übermotivierte Über-Fans hat, die mit 5 Sternen (die man sich bei mir hart verdienen muss) nur so um sich werfen, mich hat dieses verzerrte Rezensionsbild sehr geärgert, denn es hat mich bezüglich des Kaufes von "Let It Snow" beeinflusst. Sogar für die Zukunft, denn es führt dazu, dass ich gewisse Rezensionen auf Amazon nicht mehr ernst nehmen kann und Büchern, die nicht aus bekannten Verlagen kommen, keine Chance mehr geben werde. 


Montag, 9. Januar 2017

|Stefka reads| "Mutig, erfolgreich und gut - vier schwäbische Unternehmerinnen " von Karin de la Roi-Frey

"Mutig erfolgreich und gut" von Karin de la Roi-Frey

"Mutig erfolgreich und gut - Vier schwäbische Unternehmerinnen"

Karin de la Roi-Frey
Biografie
Deutsch
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

In dieser Biografie werden vier schwäbische Unternehmerinnen portraitiert: 

Babette Böhm hat einen der Gründer von "Feinkost Böhm" geheiratet und war über viele Jahre die gute Seele des Unternehmens.

Nach Berta Epple ist/war die gleichnamige Neckarpersonenschifffahrtsgesellschaft benannt.

Clara Ritter gehört zur Schokoladendynastie von "Ritter Sport".

Anni Lang ist die Gründerin des Modeschmucklabels "langani". 

Ich habe dieses Buch von meiner Mutter (also eigentlich von meinen Eltern, aber wie in so vielen Familien bedeutet das auch bei mir, dass meine Mami die Geschenke aussucht und im Namen von beiden schenkt) zu Weihnachten bekommen. Sie dachte, dass mich die Geschichte von vier starken Frauen interessieren könnte und dass ich vielleicht einer der Firmen schon einmal beruflich begegnet bin. Das kann ich hinsichtlich der Firmen der vier Frauen verneinen, aber mit einer im Buch erwähnten Konkurrenzfirma sowie einer Nachfolgefirma hatte ich es bereits zu tun.

Ich fand die Lebensgeschichten von allen vier Frauen sehr interessant, denn sie haben alle eines gemeinsam: sie mussten sich in einer von Männer dominierten Welt durchsetzen, um ihren Weg gehen zu können. Das hat mir in Erinnerung gerufen, wie sehr für Dinge, die heute selbstverständlich für mich als Frau sind, gekämpft werden musste: sei es eine höhere Schulbildung für Frauen oder die Möglichkeit, auch als Frau den Führerschein zu machen. Beides stand in der Generation meiner Oma noch nicht allen offen. 

Da ich im letzten Jahr häufig politisch frustriert war und den Eindruck hatte, dass die Menschheit nichts dazu lernt sondern eher Rückschritte macht, fand ich es schön, durch "Mutig erfolgreich und gut" vor Augen geführt zu bekommen, dass sich in Sachen Frauenrechte in den letzten 100-200 Jahren einiges getan hat. Man sollte die Hoffnung also in anderen Bereichen auch nicht aufgeben. 

Manchmal hat mir ein bisschen der rote Faden in den einzelnen Geschichten gefehlt. Auch die eine oder andere Formulierung fand ich etwas hölzern. Davon abgesehen, hat mir das Büchlein gut gefallen und trotz dass es ein Sachbuch ist, war es wirklich unterhaltsam. 


"Mutig erfolgreich und gut" von Karin de la Roi-Frey