Donnerstag, 23. Februar 2017

|Stefka travels| Travel Diary: St. Moritz zur Weltmeisterschaft im Ski alpin 2017 - Teil 5


St. Moritz Ski WM Flugshow


Samstag, der 11.02.2017 

Bei strahlendem Sonnenschein und Neuschnee machen wir uns morgens ein letztes Mal auf zur Haltestelle für den Shuttlebus. Leider haben noch sehr, sehr viele andere Menschen dieselbe Idee. Schließlich ist Wochenende, die Schweizer sind in der Favoritenrolle und stellen den amtierenden Weltmeister und das Wetter scheint - wie bereits erwähnt - perfekt. Die Schweizer sind ja eigentlich für ihr tadelloses Organisationstalent bekannt (Stichwort "funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk"), aber hier offenbaren sie Schwächen, denn die Anzahl der Shuttlebusse ist schlicht nicht ausreichend. Da man bereits am Vortag verkündet hat, dass 40.000 Zuschauer erwartet werden, wäre es eigentlich nicht schwer gewesen, auszurechnen, wie viele Busse man in der Minute schicken muss. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass es nicht möglich ist, mehr Busse gleichzeitig die Serpentinen hoch zu schicken, aber dann hätte man sich einen anderen Weg überlegen müssen. Da zu Fuß hoch laufen aus den bekannten Gründen keine Option für uns ist, stellen wir uns geduldig in die Schlange (oder eher Menschenmenge, denn Mitteleuropäer können im Gegensatz zu Engländern ja keine Schlange bilden...) und konnten einen begehrten Platz in einem Kleinbus ergattern. 


St. Moritz Ski WM Abfahrt Herren


Oben auf dem Berg angekommen, wimmelt es vor Menschen. Bei traumhaftem Bergwetter verkürzt uns die Flugshow von Swiss Air und des Schweizer Militärs die Wartezeit. Ich kannte diesen Auftritt bereits von Bildern und Videos vom Skiweltcup in Wengen. Der Faszination einer solchen Flugshow kann auch ich mich nicht entziehen, jedoch werden bei mir unweigerlich Erinnerungen an das Unglück von Ramstein wach, und ich habe nie verstanden, warum die Schweiz als Nachbarland diese Katastrophe nicht zum Anlass genommen hat, auf solche Shows zu verzichten. Dass meine Bedenken nicht unberechtigt sind, wird sich eine Woche später zeigen: die Piloten der Militärjets fliegen zu niedrig und reißen eine Seilkamera herunter, die in den zum Glück leeren Zielraum stürzt. Das hätte ganz, ganz böse ausgehen können. 


St. Moritz Ski WM Flugshow


Sehr amüsant finde ich, wie es die Schweizer schaffen, während der Flugvorführung ihren ganzen Nationalstolz in die Moderation zu packen, alle Schweizer Vorzüge zu erwähnen und sogar einen Bogen zum Gotthard-Basistunnel zu schlagen. In Deutschland hätte man wahrscheinlich eher auf den "unendlichen" Berliner Flughafenbau, die Probleme mit Stuttgart21 und "die Elbphilharmonie ist zwar fertig aber viel zu teuer" verwiesen. Die Schweizer sind echt selbstbewusst und, by the way, viel lauter, als ich jemals gedacht hätte. Und zwar nicht nur die italienischen Schweizer, die ganz wie ihre "originalen" Kollegen gerne auf einem einsamen Berggipfel stehen und lautstark in ihr Handy brüllen (und morgens nur ein Croissant frühstücken). 


St. Moritz Ski WM Flugshow


Als um kurz vor 12:00 Uhr verkündet wird, dass das Rennen nicht pünktlich gestartet werden kann, trifft mich beinahe der Schlag, schließlich stehen wir - man kann es nicht oft genug erwähnen - im gleißenden Sonnenlicht. Weiter oben hat es jedoch Nebel. Die berühmt, berüchtigte Majolaschlange hat zugeschlagen.  Gaaanz toll. Jeder, der schon einmal mit mir bei einem Skirennen war, weiß was nun folgt. Eine Verschiebung. Und noch eine Verschiebung. Und noch eine Verschiebung. Und um 14:15 Uhr schließlich die endgültige Absage des Rennens. F-a-b-e-l-h-a-f-t. So bleibt mein skifahrerisches Highlight an diesem Tag, dass Aleksander Aamodt Kilde auf der Leinwand gezeigt wird, wie er während der Wartezeit eine Plastikflasche so gekonnt durch die Luft wirbelt, dass sie im Anschluss wieder auf dem Boden zum Stehen kommt. Und als Trost der Gedanke, dass eine Absage für mein armes Herz wahrscheinlich besser zu ertragen ist, als ein Ergebnis, das nicht in meinem Sinne ist (und "in meinem Sinne" kann ruhig sehr eng ausgelegt werden - alles ohne Medaille für Aleks oder Kjetil ist "nicht in meinem Sinne"). 


St. Moritz Ski WM Flugshow


M. darf während der ausufernden Wartezeit bei einer Schweizer Jungherrentruppe Glücksfee spielen und zwei Bingozahlen ziehen (ja, die spielen am Berg Bingo. Ich kenne das eigentlich nur aus Seniorenheimen und von (Fluss-)Kreuzfahrten. Und da soll mir noch einmal einer erzählen, es wäre merkwürdig, wenn man bei einem Skirennen ein E-Book liest...). 

Nach der Absage ist uns klar, dass ein sofortiger Run zum Shuttle Bus keine Option ist. Also bleiben wir noch ein bisschen auf dem Berg und M. muss leidvoll feststellen, dass es zu der sowieso schon teuren Wurst kein Brot mehr gibt. Der Versuch, anschließend einen Platz im Shuttlebus zu ergattern, scheitert grandios. Die wartende Menschenmenge ist groß, am Anfang kommen Busse in schneller Taktung, und das sieht alles gar nicht so schlecht aus, aber dann bricht der Busverkehr ab, und wir kommen 10-15 Minuten keinen Millimeter von der Stelle. Also geben wir auf und gehen zurück ins Zielgelände, wo wir uns mit einer Portion Pommes stärken. 


St. Moritz Ski WM Zielgelände


Da wir beide genug vom Shuttlebus haben, geht es zu Fuß zurück nach St. Moritz. Mir ist aufgrund der Steilheit und der Rutschgefahr zwar etwas mulmig, aber allemal besser als dieses ewige Anstehen am Bus. Bevor es den Berg hinabgeht, passieren wir einen Hubschrauber, der gerade dabei ist, einen verletzten Skifahrer abzutransportieren. Wie bei den "Bergrettern"! (Ich guck kein Netflix oder Amazon Prime, ich schaue Serien ausschließlich im ZDF und im BR). 

Einige Meter später werden wir von Volunteers (die hier Voluntari heißen) aufgefordert, den eigentlichen Weg zu verlassen und einen Abhang querfeldein hinab zu rutschen. Es stellt sich heraus, dass der Fußweg an der Stelle komplett vereist und kurz vorher ein Mann gestürzt ist. Genau der oben von mir erwähnte "Skifahrer" - der gar keiner war sondern ein Fußgänger.  Den Abhang rutsche ich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Hosenboden hinunter. Was Spaß macht, aber leider dazu führt, dass sich die Batterien meiner beheizbaren Einlegesohlen selbständig machen, weshalb ich zwei meiner teuren "Eneloop"-Akus verliere. Davon abgesehen kommen wir nach gefühlten 1.000 Stufen gut unten im Tal an, wo wir uns in der Wohung erholen und das Biathlonergebnis checken. 

Abends haben wir zum Glück reserviert, denn es sind ungefähr 10 x so viele Menschen in St. Moritz unterwegs wie Plätze in Restaurants vorhanden sind. Wir essen leckere Gnocchi in der Pizzeria "Arte" und auch dort stehen im Minutentakt verzweifelte Menschen auf der Matte, die einen Tisch suchen. Dazu noch ein paar größere Gruppen im Restaurant und der Lärmpegel steigt ins Unermessliche. Ich weiß wirklich nicht, wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, die Schweizer seien ruhig und eher "lethargisch". Hier ging es laut und temperamentvoll zu. War auf alle Fälle ein sehr amüsanter Abend (trotz "King Küng"-Sticker bei uns am Tisch). 

Nach einem finalen Spaziergang durch St. Moritz ging unser letzter Abend viel zu schnell zu Ende. 

Am darauffolgenden Sonntag sind wir abgereist. Die Abfahrt der Herren wurde zwar an diesem Tag direkt nachgeholt, aber erst so gegen 14:00 Uhr, das wäre inklusive Weg zurück vom Zielgelände viel zu spät geworden. Also haben wir uns die Abfahrt der Damen und die der Herren im Schweizer Radio angehört. Mit dem Ergebnis, dass mir das energische "d'Ilgga Schtuhetsch" (= die Ilka Stuhec) noch immer im Ohr klingt. Das Ergebnis bei den Herren war so furchtbar für mich, dass ich im Nachhinein froh bin, dass ich es mir nicht live anschauen musste. 

Das Gesamtfazit dieses Events lautet auf alle Fälle: was eine geniale Zeit. Und ich bin froh, dass ich einmal für ein paar Tage in der Schweiz gewesen bin, denn trotz, dass man allenthalben zu hören bekommt "die Schweiz ist unbezahlbar", ist die Landschaft im Engadin genau das: unbezahlbar und unvergleichlich schön.


Dienstag, 21. Februar 2017

|Stefka travels| Travel Diary: St. Moritz zur Weltmeisterschaft im Ski alpin 2017 - Teil 4

Freitag, der 10.02.2017 

Der Tag beginnt mit gechilltem Aufstehen. Das ist eh das Motto dieses Trips. Alles relaxt, alles easy.

Bircher Müsli in St. Moritz
Bircher Müsli

Zum Frühstück kehren wir im "Hauser" ein, wo ich sehr leckeres Birchermüsli mit Vollkornhörnle und Blutorangensaft esse/trinke. Anschließend machen wir einen Spaziergang zum und auf dem zugefrorenen See von St. Moritz. Leider hat sich das Wetter im Vergleich zum Vortag komplett gedreht, und es ist saukalt und ein bitterkalter Wind pfeift einem um die Ohren. Der See befindet sich im Ortsteil St. Moritz-Bad und liegt in der Ebene, während wir in St. Moritz-Dorf wohnen, wo es immer und überall steil bergan zu gehen scheint. 


Der zugefrorene See von St. Moritz
Der zugefrorene See von St. Moritz

Neben dem See statten wir der offenen Eishalle (die Olympiabewerbung hat sich ja zwischenzeitlich sowieso zerschlagen, aber bei der Sportstätte hätte man definitiv nachbessern müssen), einer Kirche und dem Hotel des österreichischen Teams (das sich außerhalb und nicht direkt am "Tiroler Berg" einquartiert hat) einen Besuch ab. Da wir mittlerweile total durchgefroren sind, treten wir anschließend den Rückweg zu unserer Wohnung an. 


Das Grand Hotel Kempinski in St. Moritz
Das Grand Hotel Kempinski in St. Moritz


Dort schauen wir den Slalom der Super-Kombi der Damen und müssen entsetzt feststellen, dass Lara Gut sich beim Einfahren für den Slalom schwer verletzt hat. Bizarrer Weise befindet sich die Klinik, zu der sie geflogen wird, nur wenige Meter neben unserer Wohnung und heißt auch noch "Klinik Gut". Da es draußen noch immer kalt ist, schauen wir im Anschluss den Sprint der Herren bei der Biathlon-WM in Hochfilzen. 


Der schiefe Turm von St. Moritz
Der schiefe Turm von St. Moritz


Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg in den Ortskern, wo wir sowohl dem schiefen Turm von St. Moritz als auch der Bobbahn aus Natureis einen Besuch abstatten. Mit ein bisschen Glück bekommen wir im "Hauser" einen Tisch, und ich schlage mir den Bauch voll mit einem Sandwich mit Tomate und Mozzarelle und Pommes. Sehr lecker. 

Die Siegerehrung im Kulm-Park ist an diesem Abend sehr voll, da die Schweizerinnen Holdener und Gisin die Gold- und die Silbermedaille gewonnen haben. Allerdings singen die Schweizer Fans bei weitem nicht so laut mit, wie ich das erwartet hätte. Manche gehen auch bereits mitten während der Siegerehrung, was mich zu der Frage veranlasst, warum komme ich dann überhaupt?! 

Mit einer Startnummernauslosung für die morgige Abfahrt der Herren haben wir überhaupt nicht gerechnet und freuen uns folglich umso mehr, als wir mitbekommen, dass diese im Anschluss stattfinden wird. Kjetil Jansrud darf als Zweiter auswählen und entscheidet sich für die Nummer 19, da er ab der Startnummer 10 mit Rückenwind rechnet ;-) . Als der Moderator ihn fragt "Geht es Dir gut?" antwortet Kjetil wahrheitsgemäß und eher überraschend für den Reporter: "Nein, nicht so... Ich habe eine Erkältung." Darauf der Moderator: "Erkältung? Warst Du mit dem Hirscher auf dem Zimmer?" (denn der leidet, wenn man den österreichischen Medien glauben darf, an der schlimmsten Erkältung EVER). Vielleicht sollten es die Herren im Ski alpin künftig mit der Emil Hegle Svendsen-Methode versuchen und zwei Monate vor einem Großereignis keine Frauen mehr küssen... Kjetil beweist mal wieder, dass er ein richtig lieber Kerl ist und macht ein sehr süßes Selfie mit dem Mädchen, dass seine Startnummer präsentiert. 

Dominik Paris fällt dadurch auf, dass er nichts schwätzt und als Antwort immer nur lacht. Seit ich letzten Sommer im Ultental war, kann ich mir vorstellen, was da für Haudegen wohnen. Ich finde ihn cool, und er erinnert mich stark an den ehemaligen deutschen Skispringer Christoph Duffner, der seine Schwarzwälder Maulfaulheit ebenfalls kultiviert hat. (Mittlerweile weiß ich, dass aus dem tiefsten Schwarzwald auch sehr gesprächige Jungs kommen. Aber das ist eine andere Geschichte...). 

Matthias Mayer ist der letzte, der eine Startnummer wählen darf (also mit Auswahl ist da natürlich nicht mehr viel). Das übriggebliebene Mädchen soll ihm eine Frage stellen. Im fällt aber keine ein. Der Moderator lässt nicht locker: "Du wolltest doch bestimmt schon immer etwas wissen!" Das Mädchen zu Matthias Mayer: "Hast Du eine Freundin?" Das Publikum brüllt vor lachen. Und ja, er hat eine Freundin. Die war sogar im Publikum. 

Uns ist sehr kalt, als wir nach diesem amüsanten Abend in die Wohnung zurückkehren.

Sonntag, 19. Februar 2017

|Stefka travels| Travel Diary: St. Moritz zur Weltmeisterschaft im Ski alpin 2017 - Teil 3

Muottas Muragl St. Moritz

Donnerstag, der 09.02.2017 

Zum Frühstücken geht es heute in eine Bäckerei am Bahnhof. Da mir nach einem süßen Frühstück ist, greife ich erneut zum seit gestern bewährten Nusshörnle.


Nußhörnle Nußkipferl Nußhörnchen


Wir haben den heutigen und den morgigen Tag zur freien Verfügung (ich schaue bei allen Sportarten außer Eiskunstlaufen und Kunstturnen lieber Herren als Damen, weswegen wir nur Karten für die Herren haben...), wobei ich zugeben muss, dass wir vorher überhaupt nicht geplant haben, was wir mit diesen beiden Tagen anfangen möchten. Zurück in der Wohnung und bei WLAN versuchen wir erst einmal herauszufinden, welche Berge rundum St. Moritz sich für Fußgänger lohnen. Mit den Suchbegriffen "beste Aussicht St. Moritz" komme ich auf den "Muottas Murgal" (von dem ich noch immer nicht weiß, wie man ihn ausspricht). Nach dem negativen Erlebnis von Garmisch 2015 (ich habe mir dank ewiger Wartezeit in der Eiseskälte auf den Zug am Eibsee die Grippe eingefangen), entscheiden wir uns mit dem Auto zur Talstation Punt Muragl zu fahren. Ist auch wesentlich schneller als mit dem Zug und das Parken ist sogar kostenlos. Für ca. 35 Franken fahren wir von dort aus mit einer altertümlichen Zahnradbahn auf den Gipfel. Der Preis schreckt mich nicht ab, schließlich war ich schon mehrfach auf dem Nebelhorn und immerhin einmal auf der Zugspitze. Und das hat sich immer gelohnt.


Muottas Muragl St. Moritz


Muottas Muragl St. Moritz


Muottas Muragl St. Moritz


Die Bergwelt enttäuscht mich auch an diesem Tag nicht, denn nach anfänglichem Nebel erwischen wir traumhafte Bedingungen. Ich habe vermutlich noch nie einen schöneren Tag in den Bergen erlebt. Die Sonne strahlt vom Himmel, alles ist mit einer dicken Schneeschicht bedeckt und an manchen Stellen glitzert es, als wären Diamanten im Schnee versteckt. Magisch! Es gibt definitiv nichts schöneres, als einen solch traumhaften Wintertag in den Bergen zu erleben. Da kann kein Strand der Welt mithalten. Und über Leute, die keinen Winter mögen, kann ich mittlerweile nur noch den Kopf schütteln. So etwas perfektes wird man an keinem Sommertag finden. Auch hat ein Urlaub in den Bergen und insbesondere im Winter einen viel größeren Mehrwert für mich als jeder Sommerurlaub. Ja, ich erinnere mich gerne an die Strandtage auf Fuerteventura im letzte Jahr. Aber so richtig eingegraben in meinem Gedächtnis hat sich nur so ein Erlebnis wie heute auf dem Muottas Muragl oder in 2011 auf der Zugspitze.


Muottas Muragl St. Moritz


Muottas Muragl St. Moritz


Auf dem Muottas Muragl gibt es keine Skifahrer sondern ausschließlich Fußgänger und ein paar Rodler. Das macht dieses Erlebnis angenehm ruhig und wenig überlaufen. Auch kann mir hier als Fußgänger im Winter richtig etwas unternehmen, denn es gibt den Philosophenweg, den man in drei Längen wandern kann. Allerdings sollte man ein bisschen trainiert sein, denn es geht mehrmals bergan und auf ca. 2.450 m ist das ganz schön anstrengend. Ich empfand die Luft als ziemlich dünn. Erinnert mich an meinen Aufenthalt auf 3.000 m in den USA. 

Seit dem Besuch auf dem Muottas Muragl weiß ich, was die "Schönen und Reichen" an St. Moritz finden. Den Ort selbst finde ich nämlich nicht so schön. Ich hatte keine klotzigen Wohnblöcke und eine völlig uneinheitliche Bauweise erwartet. Ich glaube, ich hatte eher ein einheitliches Ressort wie Vail/Colorado vor Augen. So bleibt Oberstdorf definitiv das schönste Bergdorf, das ich kenne. 



Muottas Muragl St. Moritz


Muottas Muragl St. Moritz


Zum Abschluss kehren wir auf dem Berg ein und essen Foccacia mit Tomate & Mozzarella. Zurück im Tal legen wir mit dem Auto einen Zwischenstopp bei Coop ein. Was ein enges Parkhaus! Zum Glück bin ich ein völlig unerschrockener Vorwärtseinparker. Am Abend machen wir einen entspannten Spaziergang durch St. Moritz inklusive unseres zur Tradition gewordenen Abstechers zum Hotel der Norweger. Also nur außen vorbei, nicht rein. Auf den Straßen ist auch an einem Ruhetag während der WM mehr los als in Garmisch an einem Tag mit Event.


Muottas Muragl St. Moritz


Muottas Muragl St. Moritz

Samstag, 18. Februar 2017

|Behind the Screens#9| Winter Wonderland, Bergliebe, Studentenausweis

Ich nehme wieder an der gemeinsamen Aktion von Stehlblüten und book-walk teil und habe einen Wochenrückblick fabriziert.

Wie war(en) Deine (letzten beiden) Woche? 

Wie der eine oder andere vielleicht gemerkt hat, habe ich letztes Wochenende keinen Beitrag zu "Behind the Screens" veröffentlicht. Das lag daran, dass ich erst am Sonntag am frühen Abend von meinem Trip nach St. Moritz zurückgekommen bin. Deshalb blicke ich dieses Mal auf meine beiden letzten Wochen zurück.

Die knappe Woche in St. Moritz war natürlich genial, und ich würde sie bereits jetzt als "Jahreshighlight" bezeichnen. Es waren einfach so entspannte, harmonische Tage. Weitere Details dazu verrate ich in meinem Travel Diary. Teil 1 und Teil 2 sind bereits online. 

Über die aktuelle Arbeitswoche kann ich ebenfalls nur wenig schlechtes sagen. Ich mag es, wenn ich mehr selbst Dinge erarbeite und beibringe. Nicht so schön ist, dass mein angegriffenes Daumengelenk (Sehnenscheidenentzündung) sich in der Urlaubswoche toll erholt hatte, ich aber am Donnerstag und Freitag durch intensives Scrollen und Klicken bei der Arbeit einen üblen Rückfall erlitten habe. Also heißt es wieder kühlen und schmieren. Eine endgültige Lösung ist das natürlich nicht, und ich bin ehrlich gesagt ein bisschen ratlos. Soll ich versuchen, meine linke Hand für das Arbeiten mit der Maus zu nutzen? Ganz ohne Maus geht es keinesfalls, denn an meinem Notebook arbeite ich zwar mit dem Touchpad (was mir für meine Hand schonend erscheint), aber am Standgerät ist die Maus immanent. 

Die Ergebnisse bei den Weltmeisterschaften im Ski alpin und Biathlon der letzten beiden Wochen reißen mich nur bedingt vom Hocker. Das muss bis Pyeongchang 2018 besser werden. Zumindest die gestrige Bronzemedaille von Leif Kristian Haugen war ein Highlight.

Heute war ich in der "Schwaben"-Ausstellung im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Die Ausstellung kann ich definitiv empfehlen. Man erfährt viel über die Geschichte der Schwaben - und dass es DIE Schwaben als einheitlichen Begriff eigentlich gar nicht gibt. Mir persönlich hat vor allem der Teil mit den "aktuelleren" Ausstellungsstücken gut gefallen, also die schwäbischen Erfindungen (die teilweise sogar eigene Verben nach sich gezogen haben wie z.B. "kärchern") und Kuriositäten wie z.B. die "Schwabenschaltung"  oder ein Bodenputzlappen namens "Frauenfreude".


Burger "Wurzelsepp" mit Süßkartoffel-Pommes im "Hans im Glück"
Burger "Wurzelsepp" mit Süßkartoffel-Pommes im "Hans im Glück"

Der erste Monat von 2017 ist bereits vorbei. Welches Buch hat euch bisher am besten gefallen und wieso?

Hier musste ich doch glatt kurz die in 2017 veröffentlichten Rezensionen auf dem Blog durchgehen. Aber jetzt weiß ich wieder, welches Buch mir bislang am besten gefallen hat: "Die Anatomie der Nacht" von Jenn Bennett. Eine super schöne Geschichte aus dem Genre "Young Adult", die ich wirklich von Herzen weiterempfehlen kann. Die "Königskinder" (= Verlag) haben es einfach drauf. 


"Muottas Muragl" St. Moritz
Auf dem "Muottas Muragl"/St. Moritz

Was war Dein Wochenhighlight (der letzten beiden Wochen)? 

- Mein Aufenthalt in St. Moritz. Vor allem der Ausflug auf den "Muottas Muragl", von dem ich morgen oder übermorgen erzählen werde.

- Am letzten Dienstag musste ich an der FH, an der ich unterrichte, mein Passwort zurücksetzen lassen. Hierfür muss man sich ausweisen. Da wurde ich nach meinem Studentenausweis (!) gefragt. Das hätte ich in meinem fortgeschrittenen Alter auch nicht mehr erwartet... Nachdem ich erklärt habe, dass ich Dozentin bin, konnte ich mich mit dem Perso ausweisen. 

Blogrückblick

- Ich habe mein derzeitiges Lieblingsfrühstück vorgestellt: "Overnight Oats"

- Ich habe einen gelungenen Krimi rezensiert: "Im Wald" von Nele Neuhaus

- Ich habe ein nicht ganz rundes Jugendbuch gelesen: "Kiss Me in New York" von Catherine Rider