Sonntag, 13. August 2017

|About my week| Zwischen Klimaanlage und Sitzheizung

Frühstück Himbeeren mit Müsli und Vanillepudding

Wie war die WOCHE?

Motivierend. Zum einen, weil ich mein Sportprogramm ziemlich konsequent durchziehe. Ich habe mir letzte Woche einen Bikini gekauft (eine meiner liebsten Übungen - NICHT), das hat meiner Motivation einen zusätzlichen Boost gegeben. Zum anderen habe ich begonnen, einige E-Courses zum Thema Bloggen, Fotografie und Kreativität durchzuarbeiten. Die habe ich mir schon vor längerer Zeit gekauft und angefangen. Nun habe ich mir endlich die Zeit genommen, diese auch intensiv durchzuarbeiten. Den Anstoß gab u.a. dieser Blogpost von Lisa. Ich muss gestehen, dass ich zwar nie im Automatikmodus fotografiert habe, aber aus Bequemlichkeitsgründen habe ich gerne auf die Halbautomatik zurückgegriffen. Durch Lisas eindrückliche Fotos habe ich mich nun zu einem neuen Versuch mit der Vollautomatik hinreißen lassen, und ich muss sagen, es macht richtig Spaß! 

Ansonsten habe ich diese Woche abends viel Zeit vor dem Fernseher verbracht, um die Leichtathletikweltmeisterschaften in London zu schauen. Diese Meisterschaften haben mich so richtig in den Bann gezogen, denn endlich gab es einmal wieder einen Event ohne nervige Zeitverschiebung. Mein absolutes Highlight hierbei: die Goldmedaille des norwegischen 400 m-Hürdenläufers Karsten Warholm (der mit dem Gesichtsausdruck à la "Der Schrei" von Edvard Munch beim Zieleinlauf). Das war so eine herzerfrischende Performance, da ging nicht nur mir als Norwegenfan das Herz auf. Außerdem werde ich bei zukünftige Meisterschaften Usain Bolt vermissen. Ja, ich weiß, man muss solche Superleistungen mit Vorsicht genießen. Aber ich finde ihn einfach cool und denke, dass er mit seinem langen Schritt so oder so der Schnellste ist. Außerdem erinnert er mich von der Körpergröße her an meinen absoluten Lieblingssportler Aksel Lund Svindal. So etwas sichert quasi automatisch einen Platz in meinem Herzen. Ich hoffe nur, dass Aksels Karriereende weniger antiklimatisch verlaufen wird. Verletzungen hatte er mehr als genug...

Ein paar Worte zu meiner Überschrift: ja, ich hatte diese Woche am Donnerstag und Freitag die Sitzheizung im Auto an. Bei 10 bis 15 Grad und einer ausgeschalteten Heizung im Büro nicht ungerechtfertigt, finde ich. Einerseits nervt dieser Achterbahn-Sommer ein bisschen, andererseits möchte ich auch keine wochenlange Hitzewelle ertragen müssen.


Pasta mit Avocado
Ich habe mir gedacht, ich mache ein paar Food-Bilder für meinen Wochenrückblick, so lange es abends noch hell genug für Fotos ohne Blitz ist. Als Abwechslung zu meinen geliebten Blumenbildern. Hier oben sieht man Spaghetti mit Avocadosauce. 

Sehenswerter Link der WOCHE: 

Vlog der norwegischen Buckelpistenfahrerin Hedvig Wessel . Irgendwann möchte ich im Sommer ein paar Tage auf Kragerø verbringen. Das sieht so schön aus dort. Dieses Video von Hedvig kann ich auch sehr empfehlen. Wieder Kragerø, dieses Mal lohnt es sich ganz besonders, bis zum Ende durchzuhalten. Stichwort "skinny-dipping". Für alle die Norwegisch lernen: die Videos sind meist auf Norwegisch mit englischen Untertiteln. Das bringt einen guten Lerneffekt. 

Erkenntnis der WOCHE:

Eine norwegische Goldmedaille tut einfach jedem Sport gut! 


Frühstück Himbeeren mit Müsli und Vanillepudding
Frühstück: Müsli mit Soja-Vanillepudding und Himbeeren

Spruch der WOCHE: 

"Norweger sind verrückt!" (Deutscher Sportkommentator als sich Henrik Warholm nach seiner Goldmedaille mit einem Wikingerhelm auf dem Kopf in der Weitsprunggrube wälzt).

Auf meinem Blog diese WOCHE:


Samstag, 12. August 2017

|Wanderlust| Schwäbisch Hall - Tourist in der eigenen Stadt

Schwäbisch Hall
Mittelalterliche Häuserzeile am Kocher


Die Schönheit der Heimat lernt man erst zu schätzen, wenn man nicht mehr dort wohnt. So erging es mir mit der nächst größeren Stadt bei meinen Eltern daheim. In jungen Jahren war es selbstverständlich für mich, mit Schwäbisch Hall eine quasi perfekt erhaltene mittelalterliche Stadt in unmittelbarer Nähe zu haben.


Schwäbisch Hall St. Michael
Die Kirche St. Michael mit der berühmten Treppe, auf der die Schauspieler bei den Freilichtspielen auftreten.


Erst später ist mir klar geworden, was für ein Juwel Schwäbisch Hall ist (und ja, diese Stadt existiert wirklich und ist nicht nur eine Bausparkasse...). Ein Juwel, das viele Wochenendtouristen, Radfahrer und Kunstliebhaber anlockt. 


Schwäbisch Hall
Die andere Seite des Kochers mit dem modernen Brenzhaus

Schwäbisch Hall liegt im Nordosten von Baden-Württemberg, ca. 60 km von Stuttgart entfernt. Neben der oben erwähnten Bausparkasse ist Schwäbisch Hall bekannt für die ehemalige Währung Heller, die alte Salzsiedertradition (wer da mehr erfahren möchte, dem empfehle ich den historischen Roman "Die Tochter des Salzsieders" von Ulrike Schweikert) und die jährlichen Freilichtspiele auf der Treppe von St. Michael.


Schwäbisch Hall Rathaus
Das nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute Rathaus von Schwäbisch Hall


Das besondere an Schwäbisch Hall sind die vielen mittelalterlich geprägten, sehr gut erhaltenen Gebäude. Die Stadt hatte das Glück, im Zweiten Weltkrieg mit Ausnahme des Rathauses keine großen Zerstörungen erleiden zu müssen. 


Schwäbisch Hall
Der Kocher


Neben diversen Bauwerken wie z.B. die Kirche St. Michael gibt es auch verschiedene Museen wie etwa die Kunsthalle Würth (der mit den Schrauben...) mit wechselnden Ausstellungen oder das Freilichtmuseum Wackershofen.


Johanniter-Kirche, in der die alten Meister der Sammlung Würth ausgestellt werden.

Ich hätte an diesem Tag gerne noch ein paar mehr Bilder von Schwäbisch Hall gemacht, aber wie man an den Bildern erahnen kann, war das Wetter an diesem Tag sehr unbeständig. Als es angefangen hat zu regnen, musste ich leider abbrechen.

Ich hoffe, ich konnte trotzdem einen kleinen Einblick in die Schönheit Schwäbisch Halls geben. Allen, die irgendwo im Südwesten von Deutschland leben, lege ich Schwäbisch Hall für einen Tages- oder Wochenendausflug ans Herz. Sollte jemand von weiter weg nach Stuttgart oder das touristisch sehr beliebte Rothenburg ob der Tauber reisen, so bietet sich ein Abstecher nach Schwäbisch Hall an. Ich zumindest freue mich immer, wenn ich in meine Heimatstadt zurückkehren darf...


Mittwoch, 9. August 2017

|Leseliebe| Mein Lesemonat Juli 2017

Im Überblick 

Der Lesemonat Juli war nicht mein erfolgreichster, denn ich habe lediglich fünf Bücher gelesen/gehört. Dieses niedrige Niveau ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass mich zu Beginn des Juli kein Buch so wirklich mitreissen konnte. Ich hatte eine kleine Leseflaute. Außerdem habe ich im Juli mit einem umfangreichen Hörbuch begonnen, das ich erst im August beenden konnte. Nichtsdestotrotz hat der Juli mit "Heute sind wir Freunde" auch ein echtes Highlight für mich bereitgehalten.


Mein Lesemonat Juli 2017

Im Detail 

  • Zu Beginn des Juli habe mich an dem Hörbuch "Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer" von Pierre Martin versucht. Das ist der erste Teil einer Regionalkrimi-Reihe. Ich bin mir jedoch noch nicht sicher, ob ich mir die weiteren Bände kaufen werden, denn so richtig überzeugt hat mich Teil 1 nicht. Dazu plätschert die Geschichte zu sehr dahin. Klar, als geübter Leser/Hörer weiß man, was bei einem französischen Regionalkrimi auf einen zukommt - viel Essen, viel Landschaft (in diesem Buch die Provence) und die eine oder andere Affaire - aber hier war die Erzählweise für meinen Geschmack zu gemächlich. Die beiden parallel erzählten Kriminalfälle um einen aktuell nicht auffindbaren Engländer und die in der Vergangenheit verunfallten Eltern der Kommissarin nahmen nicht so richtig Fahrt auf. Isabelle Bonnet, die Kommissarin, fand ich als Charakter mit ihrer Vergangenheit in der Terrorbekämpfung interessant, aber stellenweise auch etwas nervig. Apropos Terrorbekämpfung, wenn man so liest, wie schlecht die Gendarmerie und die Police National zusammenarbeiten, wundert es einen nicht, wenn sich in Frankreich ab und zu eine Sicherheitslücke auftut. Ich vergebe für dieses Buch 3 Sterne. 

  • "Til Death" gehört zu den Büchern, an die ich mit hohen Erwartungen herangehe, denn ich habe von Jennifer L. Armentrout (bzw. ihrem Pseudonym J. Lynn) schon einige gute Bücher gelesen. Außerdem hat mich die Thematik an eines meiner Lieblingsbücher von Julie James erinnert: ein Ermittlungsbeamter, mit dem die weibliche Hauptperson bereits in der Vergangenheit Berührungspunkte hatte, taucht wieder auf. Bei Julie James entwickelt sich nicht nur ein spannender Kriminalfall sondern auch die Funken beginnen zu fliegen.
    Leider verläuft "Til Death" nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, denn Sasha, die nach vielen Jahren an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurückkehrt, den sie nach einer traumatischen Entführung durch einen Psychopathen fluchtartig verlassen hatte, kommt viel zu schnell mit ihrer Jugendliebe Cole zusammen. Dieser arbeitet mittlerweile beim FBI. Sasha hat einen Beschützer bitter nötig, denn nach ihrer Rückkehr häufen sich die merkwürdigen Vorkommnisse.
    Schade, schade hier wurde so viel Potential verschenkt. Man hätte so viel mehr aus der Beziehung zwischen Sasha und Cole machen können. Am meisten gestört hat mich jedoch, dass die Tätersuche - wie bei Thrillern üblich - äußerst vorhersehbar war. Deshalb nur 3 Sterne von mir. 

  • "Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth hat mich da weit besser unterhalten, obwohl es kein Roman sondern ein Sachbuch ist. Ich empfehle es allen, die sich ein Bild vom Alltag in Russland hinter den politischen Schlagzeilen machen möchten. 

  • Mein Highlight des Monats Juli war das Jugendbuch "Heute sind wir Freunde" von Patrycja Spychalski. Diese Geschichte hat richtig Spaß gemacht. 

  • Nur eingeschränkt empfehlen kann "I kissed the Boss - Verbotene Gefühle" von Katrin Frank. Ein sehr kurzes Buch mit guter Idee, das meiner Meinung nach ein gewissenhafteres Lektorat benötigt hätte. 

In Favoriten 

  • Lieblingscharakter: Hier möchte ich dieses Mal eine Gruppe und nicht eine Einzelperson benennen, denn ich mochte die Schülerclique aus "Heute sind wir Freunde" in ihrer Gesamtheit sehr gerne. 

  • Lieblingscover: "Nur ein Sommer mit dir", weil mir der pastellfarbene Hintergrund und die süße Grafik von dem Wohnwagen so gut gefällt.

  • Lieblingsort: der Wörthersee aus "I kissed the Boss" - eine, wie ich finde, tolle Abwechslung zu den üblichen Großstädten in deutschen "Chick Lit"-Romanen. Außerdem steht der "Wörthersee" auf meiner Liste künftiger Reisedestinationen.  

  • Lieblingspaar: Valeska und ihr Schwarm aus "Heute sind wir Freunde". Eine mögliche Romanze zwischen den beiden wird nur angedeutet, aber genau das finde ich wundervoll, denn so kann man die Geschichte selbst im Kopf weiterspinnen. 


Sonntag, 6. August 2017

|About my week| Sommer, Sonne, Sonnenschein

Sommerblume


Wie war die WOCHE?

Anstrengend und spannend. Bei mir passieren zur Zeit beruflich viele neue, herausfordernde Dinge, was ich grundsätzlich mag. Allerdings hätte ich auf den nachmittäglichen Vortrag am Mittwoch, den ich quasi "on top" auch noch zu halten hatte, verzichten können. Das war in einem nichtklimatisierten Raum mit ca. 25 mehr oder weniger aufmerksamen Teilnehmern einfach nur heiß. Direkt neben dem Beamer war es unerträglich. 

Ansonsten mag ich die warmen Temperaturen hier im Südwesten und genieße diesen Sommer in vollen Zügen. Ich war in den letzten Tagen mehrfach Burger essen und am Samstag habe ich einen morgendlichen Spaziergang unternommen. Man muss diese Zeit einfach nutzen, vor allem da man schon wieder merkt, dass es morgens länger dunkel bleibt. Und der Mais steht ebenfalls bereits mannshoch...

Diese Woche wurde ich an ein Gespräch erinnert, dass ich vor einiger Zeit mit ein paar Freundinnen geführt habe. Da haben wir gemeinschaftlich festgestellt, dass man quasi nie mit seinem Vater und stattdessen immer mit der Mama telefoniert. Deshalb habe ich diese Woche auch beinahe einen Herzinfarkt erlitten, als mich mein Vater angerufen hat. Da erschwerend hinzu kam, dass er auf meinem Handy angerufen hat (ich vermute, er hat die Festnetznummer nirgends gefunden, denn meine Mutter war nicht daheim), ging ich vom Schlimmsten aus und dachte, etwas sei passiert. Das folgende Telefonat hatte Comedy-Niveau.
Mein Vater: "Wo geht denn Dein Fernseher an?"
Ich: "Mein Fernseher? Den schaltet man nur mit der Fernbedienung ein." (Während ich das sage, überlege ich, warum um Himmels Willen mein Vater sich für den Fernseher in meiner Wohnung interessiert).
Er: "Wie nur mit der Fernbedienung? Was ist mit dem Receiver?"
Da fällt der Groschen, mein Vater spricht nicht vom Fernseher in meiner Wohnung sondern von dem in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern daheim. Hätte mein Vater das Gespräch in der meiner Meinung nach logischen Reihenfolge begonnen und mir als erstes erzählt, dass der Fernseher meiner Eltern kaputt gegangen ist, hätte ich gleich verstanden, was er will. Aber so... Zeigt die mangelnde Erfahrung, die wir in Telefonaten miteinander haben ;-) In der Folge habe ich versucht, mich zu erinnern, welche Knöpfe man drücken muss, um mein altes Gerät in Gang zu kriegen. Gar nicht so einfach auf die Distanz, sage ich Euch. Vor allem wenn mein Vater ausdrücklich wissen will, welchen von den drei kleinen Knöpfen auf der rechten Seite man drücken muss. 


Sommerblume

Sehenswerter Link der WOCHE: 

Ich komme nicht umhin, den Wedding-Spam von letzter Woche fortzuführen, denn dieses Video von Jon Olsson zur Hochzeit von Marthe und Leif ist einfach grandios. 

Erkenntnis der WOCHE:

Ich bin ein Nerd!
Denn ich liebes es, bei der Arbeit Ordnung in einen Stapel Papier zu bringen, diesen zu sortieren, abzulegen und durch Jahreslaschen thematisch zu trennen und aus den enthaltenen Informationen eine übersichtliche Excel-Tabelle zu erstellen. 


Sommerblume

Spruch der WOCHE: 

"Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern grenzen an ein Wunder: Baden Württemberg"

Auf meinem Blog diese WOCHE:





Samstag, 5. August 2017

|Leseliebe| "Nur ein Sommer mit dir" von Kat French

"Nur ein Sommer mit dir" von Kat French

"Nur ein Sommer mit dir"

Kat French
Chick Lit
Deutsch (Original: Englisch)
E-Book 
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Empfehlung: Die perfekte locker-leichte und trotzdem gutgemachte Urlaubslektüre. Selbst für Urlaub auf Balkonien geeignet, denn die Geschichte entführt den Leser in einen heißen englischen Sommer.

Alice geht durch ein Tal der Tränen, denn sie hat sich gerade erst von ihrem untreuen Ehemann, einem englischen Schauspieler, getrennt. Darüberhinaus droht sie, ihr geliebtes Zuhause zu verlieren. Sie braucht dringend Geld und entschließt sich, den Landsitz Borne Manor zu vermieten und selbst in einen Wohnwagen im Garten zu ziehen. Nicht in ihren wildesten Träumen hätte sie damit gerechnet, dass ausgerechnet der wahnsinnig attraktive Country-Superstar Robinson ihr Haus mietet. Der kämpft gerade mit ähnlichen Dämonen wie Alice, denn er wurde von seiner Ehefrau mit seinem besten Freund betrogen und hat dadurch jegliche Freude an seiner Musik verloren. Vielleicht wäre eine unverbindliche Sommeraffäre genau die richtige Lösung für all die Probleme von Alice und Robinson...


"Nur ein Sommer mit dir" von Kat French


Was für ein süßes, witziges und wahnsinnig unterhaltsames Buch. Ich hatte so viel Spaß beim Lesen! Eines der Bücher, bei dem man sich über jede Leseminute freut, die man sich irgendwie abknapsen kann. Ich bin sowieso kein langsamer Leser, aber hier bin ich richtig durch die Seiten geflogen.

Dabei wandert die Geschichte an der einen oder anderen Stelle auf einem schmalen Grat zwischen Kitsch und Kult. Da wären als erstes die beiden Hauptdarsteller Alice und Robinson, die beinahe zu perfekt erscheinen. Alice ist super lieb und goldig und Robinson hat keinerlei Starallüren (oder die ansonsten für Musiker in Büchern - und wahrscheinlich auch im wahren Leben - üblichen Drogenprobleme). Genau hier liegt die Stärke der Autorin, denn man fühlt sich als Leser trotzdem nicht in eine Rosa-Zuckerwatte-Welt mit nervig-perfekten Hauptdarstellern versetzt, sondern man schließt Alice und Robinson trotzdem ins Herz. Etwas ähnliches gilt für Alice' verschrobene Nachbarn. Auch hier hätten die sehr eigenen Charaktere schnell ins Lächerliche abrutschen können, was Kat French aber mit viel Witz gekonnt umschifft.

An einigen Stellen waren mir die Formulierungen eine Spur zu blumig. Blumig im wahrsten Sinne des Wortes, denn als ich gerade nach einem Beispiel gesucht habe, fand ich den folgenden Satz, den ich mir beim Lesen gekennzeichnet hatte: "Genau in diesem Moment kam ihr die Idee, sie flog ihr zu wie der puschelige Samen einer Pusteblume." Ich hoffe, diese schmalzige Formulierung ist der Übersetzung ins Deutsche geschuldet. Gleiches gilt für den Vergleich von Robinsons weichen Brusthaaren mit einer Angelrute in Richtung seiner tiefsitzenden Jeans. Die Übersetzung wirkt auf mich unfreiwillig komisch. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich in Begeisterungsstürme ausbrechen würde, wenn ein Mann mich mit einem "Sommerhimmel" und mit "Zuckerwatte" vergleichen würde...

Ein großer Pluspunkt ist für mich das Fehlen des ansonsten für "Chick Lit" üblichen großen Dramas am Ende. Keine unnötigen Missverständnisse zwischen den Liebenden, die sich auf den letzten fünf Seiten in Wohlgefallen auflösen. Natürlich gibt es auch in "Nur ein Sommer mit dir" ein Grande Finale, aber das entwickelt sich aus der Geschichte heraus und wirkt nicht wie am Ende "aufgepfropft".

Mir hat diese wundervolle Sommergeschichte mit all ihrem Witz und Esprit ausgesprochen gut gefallen, und ich kann allen Fans des Genres (und vielleicht auch dem einen oder anderen "Wenig-Leser") empfehlen, dieses Buch in den Urlaubskoffer zu packen.


Dienstag, 1. August 2017

|Leseliebe| "I kissed the Boss - Verbotene Gefühle" von Katrin Frank

"Für all diejenigen, die manchmal an ihre Jugendliebe zurückdenken."


 "I kissed the Boss - Verbotene Gefühle" von Katrin Frank

"I kissed the Boss - Verbotene Gefühle" 

(Hinweis zur Überschrift: "I kissed the Boss" wird im E-Book auf genau diese Weise geschrieben. Und das ist im Englischen falsch, denn dort würde man bei einem Titel, wenn man sich zur Großschreibung entschließt, auch das Wort "Kissed" großschreiben).
Katrin Frank 
Chick Lit
Deutsch 
E-Book 
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
3 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Empfehlung: für alle, die auf der Suche nach schneller, unkomplizierter Strandlektüre sind.

Sina ist frisch verheiratet und möchte in ihrem Job als Graphikerin bei einer großen Firma richtig durchstarten. Als bei einer Firmenfeier die Führungsebene vorgestellt wird, muss sie entsetzt feststellen, dass ihre Jugendliebe Leo im Vorstand sitzt. Die Jugendliebe, über die sie nie wirklich hinweg gekommen ist. Die Jugendliebe, die das große Abenteuer verspricht, ihr aber nicht die Sicherheit geben kann wie ihr Mann Marcel. Trotzdem sprühen jedesmal die Funken, wenn sich Sina und Leo im beruflichen Umfeld begegnen, und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Sina ihre Ehe aufs spielt setzen wird...


"I kissed the Boss - Verbotene Gefühle" von Katrin Frank


Die grundsätzliche Idee des Buchs hat mir gut gefallen, denn wer schwelgt nicht gerne in Erinnerungen an seine Jugendliebe. Auch das Setting in Österreich und insbesondere rund um den Wörthersee fand ich eine tolle Abwechslung zu den üblichen deutschen Großstädten wie München, Berlin und Hamburg. An Sina und Leo als Hauptdarsteller habe ich ebenfalls nichts auszusetzen, denn ich mochte sie gerne. Die Nebendarsteller wie z.B. Sinas Mann Marcel blieben dagegen recht blass und teilweise (z.B. bei den Kollegen aus ihrem Team wie etwa ihrem direkten Vorgesetzten Werner) wurde auch echtes Potential verschenkt. Das ist schade, vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch sehr kurz ist und durchaus ein paar weitere Seiten vertragen hätte.

Oben in den allgemeinen Angaben zum Buch habe ich bereits erwähnt, dass m.E. im englischen Titel ein Fehler enthalten ist. Auch an anderer Stelle hätte das Lektorat Verbesserungspotential gehabt. Ein paar Beispiele:

  • Position 114 in der Kindle-Version: "Dazu bereite ich mir eine kleine Jause vor und setze mich mit diesen Errungenschaften vor den Computer." Ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein Vesper als "Errungenschaft" zu bezeichnen und der Duden gibt mir recht, denn dort wird "Errungenschaft" als etwas, was durch große Anstrengung erreicht wurde, definiert. Also definitiv kein belegtes Brot. 
  • Position 1855 in der Kindle-Version: "...streicht anbetend über meinen Bauch..." Hier hätte es bestimmt ein passenderes Adjektiv gegeben als "anbetend". 
  • Position 2622 in der Kindle-Version: "Wutschäumend greife ich nach der Schwiegermutter und pfeffere sie ihm entgegen." Der Begriff hat mich irritiert, jedoch habe ich durch eine Online-Recherche herausgefunden, dass es sich hierbei wohl um einen Klammerentferner handeln soll. Mag sein, dass hier mein Wortschatz zu begrenzt war, aber ich hätte hier einen Begriff gewählt, der mehr im allgemeinen Sprachgebrauch verankert ist als "Schwiegermutter". 

Außerdem wurde "I kissed the Boss" in dem von mir ungeliebten Präsens verpasst. Allerdings muss ich zugeben, dass ich da schon weit unbeholfenere Romane in der Gegenwartsform gelesen habe. Bei Katrin Frank klingt die Geschichte trotzdem rund und flüssig.

Trotz dieser Schwächen hat mir das Buch einen unterhaltsamen Vormittag beschert, und ich empfehle es vor allem Gelegenheitslesern, die nach einem nicht so umfangreichen Buch für unbeschwerte Stunden am Strand suchen. 


Sonntag, 30. Juli 2017

|About my week| Heia, Norge!

Blumen Makrofotografie

Wie war die WOCHE? 

Kalt-heiß. Also auf die Temperaturen bezogen. Mitte der Woche bin ich teilweise fast erfroren, so kalt war es tagsüber. Ab Freitag hat der Sommer hier im Südwesten eine 180-Grad-Kehrtwendung hingelegt. Aktuell sitze ich bei schönstem Sommerwetter draußen und tippe diesen Artikel. Nächste Woche soll der Sommer weiterhin Vollgas geben, was ich grundsätzlich gut finde, nur leider sind für Mittwoch 35 Grad und das Abhalten einer Schulung (ich als Vortragende) keine Traumkombi. 

Ich bin froh, dass ich gestern Morgen eine Runde laufen war, denn an den Tagen davor war es viel zu regenreich und seit heute ist es zu heiß. Irgendwie sind die aktuellen Witterungsbedingungen so gar nicht passend für Outdoor-Sport. Aber das ist für mich kein Grund, gänzlich auf Sport zu verzichten. Ich ziehe tapfer mein Online-Sportprogramm durch und "turne" an mindestens 5 Tagen in der Woche für 20-30 Minuten vor dem Notebook. Das kann ich wirklich jedem ans Herz legen und da lasse ich auch keine Ausreden gelten. Die Zeit kann jeder finden. Mann muss sich nur aufraffen und z.B. auf eine halbe Stunde Fernsehen oder Handy-Konsum verzichten. Falls dem jemand entgegenhalten sollte: "Aber ich brauche diese Zeit auf der Couch zu Entspannung!", so kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass Sport eine effektivere Art der Entspannung bedeutet, und dass man sich danach viel besser und relaxter fühlt.

Das bedeutet nicht, dass ich alles richtig mache. Ich mache mir aktuell über meine Ernährung Gedanken und werde versuchen, da an ein paar Stellschrauben zu drehen.

Am Samstag Abend habe ich einen tollen Abend bei Burgern und Zitronenlimo verbracht. Für mich gibt es kein leckereres Burgerpatty als dieses aus Süßkartoffeln. So lecker. Und nein, ich bin kein "richtiger" Vegetarier. Ich esse nur ganz, ganz wenig Fleisch. Weil es mir nicht schmeckt. Hat es mir noch nie. Ich bin schon seit Kindertagen der "Spätzle mit Soße"-Typ, der die Scheibe Rinderbraten verweigert hat. Deshalb fällt es mir natürlich leicht, auf Fleisch zu verzichten. Trotzdem denke ich, dass auch Fleischliebhaber an sich arbeiten sollten. Wir müssen als Gesellschaft zurück an den Punkt kommen, wo Fleischgenuss etwas Besonderes ist, das es z.B. nur am Wochenende gibt. So wie es bei unseren Großeltern früher der Fall war.


Burger
Yummy Burger-Date am Samstag Abend

Sehenswerter Link der WOCHE: 

Achtung, heute kommt der absolute Norwegen-Spam in dieser Kategorie, denn ich habe den gestrigen Tag damit zugebracht, die Hochzeit von Marthe & Leif auf allen Social-Media-Kanälen zu verfolgen. Leif Christian Haugen ist ein norwegischer Skifahrer, der dieses Jahr bei der Ski-WM die Bronzemedaille im Riesenslalom gewonnen hat. Die Hochzeit fand in einer wunderschönen Location in Inderøy statt. Hier gelangt man zu einem kurzen Artikel der schwedischen Bloggerin Janni Delér mit wunderschönen Bildern. Bei Instagram gibt es unter dem Hashtag #martheogleif weitere Fotos und Filmchen. 

Wer Inspiration für einen Roadtrip durch Norwegen benötigt, dem empfehle ich den Blog von Frau Brüllen. Nach der Lektüre ihrer Einträge zu einzelnen Reisetagen würde ich mich auf alle Fälle am liebsten ins Auto setzen und nach Norwegen fahren. Egal ob mit Benziner oder E-Auto... 

Wer sich mehr für bewegte Bilder denn lange Texte interessiert, dem lege ich Andreas Hems "Crazy Summer Edit" über seinen bisherigen norwegischen Sommer ans Herz. Seine Videos sind echte filmische Meisterwerke.


Kilius & Bäumler Karin Janz
Ausstellung der Sporthilfe mit Kilius & Bäumler und Karin Janz

Erkenntnis der WOCHE:

Ich kann keine Dokus über Masthähnchen schauen, ohne in Tränen auszubrechen. Die armen kleinen "Biebele" (=Kücken) auf dem Förderband, wo sie aussortiert werden...

Spruch der WOCHE: 

"Stoßlüften!" Laut Gayle Tufts die deutsche Antwort auf alle Probleme. Würde auch erklären, warum "einen Zug bekommen" eine urdeutsche Erkrankung ist.

Auf meinem Blog diese WOCHE:


Donnerstag, 27. Juli 2017

|Wanderlust| Ein Wochenende in München

Englischer Garten München
See im Englischen Garten (von echten Insidern auch E-Garten genannt)

Über meinen Besuch beim Konzert von Robbie Williams habe ich hier bereits berichtet, ich möchte aber auch gerne allgemein etwas über meine Städtereise nach München erzählen. Ich war bereits vor einigen Jahren für ein paar Tage in München (noch länger her ist ein Schulausflug in die bayrische Landeshauptstadt, von damals ist mir aber vor allem ein völlig unfähiger Fahrer unseres Reisebusses in Erinnerung geblieben, der sich offensichtlich überhaupt nicht auskannte, weshalb wir uns ständig verfahren haben und binnen einer halben Stunde zweimal am Olympiastadion vorbeigefahren sind) und mir hat die Stadt schon damals sehr gut gefallen. Ja, ich gebe es zu, ich bin eher der Fan von "sauberen" und nicht ganz so riesigen Städten. Eine Reise in eine indische Großstadt würde mich eher überfordern, denke ich. 

Englischer Garten München
Eisbach im Englischen Garten

Auch dieses Mal hat mich München nicht enttäuscht, und wir hatten eine wirklich schöne Zeit dort. Die freitägliche Anreise wäre ohne Navi mit einer Funktion für Echtzeit-Verkehrsinformationen zum Super-GAU geworden, denn die Strecke zwischen Stuttgart und Ulm ist aktuell eine Katastrophe. So sind wir anstatt über die Autobahn zunächst über die Bundesstraße gefahren und haben ungefähr zwischen Geislingen und Ulm eine Überlandfahrt unternommen. Landschaftlich sehr schön. Nach Ulm hat uns das Navi zurück auf die Autobahn gelotst und ab da lief es super. 


Englischer Garten München
Monopteros im Englischen Garten

Unser Hotel kann ich leider nicht wirklich empfehlen. Die Lage mitten in Schwabing war perfekt und auch die Anbindung an die Autobahn war sehr gut. Leider arbeitet das Hotel auf einer Buchungsplattform mit einer Fehlinformation: dort steht schwarz auf weiß, dass Parkplätze vorhanden sind und man NICHT reservieren muss. Wir fahren dort vor und was wird uns vor den Latz geknallt: "Wie, Sie haben nicht reserviert? Da muss man selbstverständlich vorab reservieren. Die Tiefgarage ist voll, schauen Sie, wo Sie am Straßenrand parken!" Ohne Worte. Zum Glück hatten wir die Insiderinformation, dass ca. 10 Minuten entfernt ein öffentlicher Parkplatz ist, denn am Straßenrand einen Parkplatz zu finden, entpuppte sich als völlig aussichtsloses Vorhaben (ganz abgesehen davon, dass man einen Anwohnerparkausweis benötigt oder ständig 2€ in einen Automaten schmeißen muss). Man kann sich vorstellen, dass uns das Parken auf dem öffentlichen Parkplatz ein kleines Vermögen gekostet hat... Ein weiteres Manko war die zwar vorhandene, aber nicht funktionierende Klimaanlage im Zimmer, die uns zwei heiße Nächte beschert hat. 

Frühstück im "Cotidiano"

Bedenkenlos ans Herz legen kann ich Euch hingegen das "Cotidiano" in Schwabing. Da waren wir sowohl frühstücken als auch abends zwei Mal essen, und ich fand es wirklich sehr, sehr lecker. Vor allem kommt mir das dort angebotene, hippe, #healthy Essen sehr entgegen. Wenn man kein typisches Instagram-Food mag, ist man dort eher fehl am Platz. Ich habe u.a. mehrfach etwas mit Avocado und Hummus gegessen, was ich super lecker fand. Auch die hausgemachte Zitronenlimonade war sehr gut und vor allem auch definitiv nicht fertig gekauft, denn sie hat an beiden Tagen unterschiedlich geschmeckt. Ein kleiner Bonus für mich: die haben dort tatsächlich Paulaner Spezi. 


Peter Lindbergh
Peter Lindbergh

Den Samstagmorgen haben wir für den Besuch der Peter Lindbergh Fotoausstellung genutzt. Dieser ist vor allem für seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen der in den 90er Jahren berühmten Supermodels bekannt. Die Ausstellung hat mich wirklich begeistert. Allein die Größe der Bilder hat mich total beeindruckt. Wann sieht man ansonsten eine Fotografie, die eine halbe Wand einnimmt? Außerdem war es eine Wohltat, in Zeiten extensiver Photoshop-Nutzung unretouchierte Bilder zu sehen. Peter Lindbergh hat neben den Aufnahmen aus der Modebranche auch Tänzer und Schauspieler fotografiert. Neben den Fotos wird auch sein Equipment ausgestellt, und man erfährt einiges aus seinem Lebenslauf. Besonders gut gefallen hat mir ein Raum, der wie eine Dunkelkammer aufgebaut war. Ich kann diese kurzweilige Ausstellung ohne Einschränkung empfehlen. Auch für nicht so begeisterte Museumsgänger, denn sie ist mit einer Verweildauer von ca. einer Stunde auch für solche geeignet. 


Rathaus
Rathaus

Im Anschluss sind wir durch die Münchner Innenstadt inklusive der üblichen Touri-Hotspots wie z.B. den Marienplatz geschlendert. Nach einer Pause im Café an der Uni, das ich von meinem letzten München-Besuch kannte, sind wir durch den Englischen Garten zurück nach Schwabing gelaufen. Dabei haben wir zufällig die Eisbach-Surfer gefunden, die ich bei meinem letzten mehrtägigen Münchenbesuch nicht gesehen habe. 


Englischer Garten München
Surfer am Eisbach

Am Sonntagmorgen waren wir zum Abschluss im Café an der Münchner Freiheit frühstücken. Das war kein Highlight, denn zum einen war der Kellner unfreundlich und zum anderen hat mein Bircher Müsli geschmeckt, als sei es mit der Fertigmischung von Alnatura zubereitet. Der frisch gerieben Apfel hat definitiv gefehlt. 


Englischer Garten München
Sommervergnügen im Englischen Garten

Mein Fazit zu diesem Wochenende in München: so etwas sollte man viel öfters machen. Es war einfach rundherum eine sehr gelungene Unternehmung. Außerdem überlege ich ernsthaft, ob ich mir vor meinem (nervigen) Geburtstag im nächsten Jahr eine "Bucket List" machen soll, auf der so Dinge wie "ein Konzert besuchen" stehen (das könnte ich nun ohne zu zögern abhaken).

Montag, 24. Juli 2017

|About my week| I love Munich


Sonnenblume in München
Sonnenblume in München

Wie war die WOCHE? 

Erfüllend. Vielleicht hört sich das Wort ein bisschen seltsam an, aber ich habe in dieser Woche viel erlebt, und das finde ich klasse. Am Montag hatte ich frei, denn ich musste meinen Vater zu einer Untersuchung in eine Klinik fahren. Das war eine ziemliche "Über-Land-Kurverei" (ich liebe Straßen ohne Mittelstrich - NICHT...) und auch Besuche in Krankenhäusern gehören nicht gerade zu meinen größten Hobbies (ich bin wirklich sehr, sehr empfindlich, was das betrifft und mag auch nur sehr ungern irgendwelche Krankengeschichten hören. Vielleicht habe ich da aufgrund der vielen Krankenhausaufenthalte meines Bruder ein bisschen ein Kindheitstrauma...), trotzdem empfinde ich es als positives Erlebnis, da ich meinen Eltern helfen und so etwas zurückgeben konnte. 

Ich hatte ein super schönes Wochenende, denn ich war von Freitag bis Sonntag in München. Anlass des Städtetrips war das Konzert von Robbie Williams, von dem ich bereits hier erzählt habe. Ich hatte keine übersteigerden Erwartungen an dieses Wochenende und entsprechend schön war diese Reise. Gerne wieder. 


Rathaus München - bekannt von diversen Meisterfeiern

Sehenswerter Link der WOCHE: 

Obwohl mein Interesse in den letzten gut zehn Jahren merklich abgekühlt ist, schlägt mein Herz noch immer für das Eiskunstlaufen, und ich freue mich auf die Olympischen Spiele (nur noch unter 200 Tage! Und weniger als 100 Tage bis Sölden...). Diesen Eiskunstlauf-Blog habe ich mittlerweile auf Facebook abonniert, und ich freue mich vor allem über die Bilder, die dort zusammengefasst werden. In diesem Post gefallen mir die der russischen Eistänzer Stepanova & Bukin besonders gut. Hot... 


Englischer Garten in München
Englischer Garten

Erkenntnis der WOCHE: 

Manche persönlichen Eigenheiten hat man nicht gestohlen. Sondern vererbt bekommen. Ich ähnle in vielem meiner Oma. Z.B. kann ich (auch nur leicht) kratzende Kleidungsstücke überhaupt nicht leiden. Ich rede hierbei nicht nur von Schurwolle sondern auch vom von vielen geliebten Cashmere oder von 80% aller Polyester-Produkte. Sollte ich jemals ein Hochzeitskleid kaufen, wird meine Regel Nummer 1 sein, die ich im Brautmodengeschäft verkünde: es darf keinesfalls kratzen! Bei vielen günstigen und mit Spitze besetzten Brautkleidern juckt es mich nämlich schon beim Anschauen. 

Am Montag ist meiner Mutter eine weitere Parallele von Oma und mir aufgefallen. Als ich erzählt habe, dass ich Handtaschen mit "Füsschen" bevorzuge, meinte sie: "Wie die Oma! Die hat auch immer gesagt, kauf mir bloß keine Handtasche, die ich nicht hinstellen kann!" 

Spruch der WOCHE: 

"Möchtest Du diese Rose haben?" Wir haben uns köstlich über die bisherigen Folgen der "Bachelorette" amüsiert und freuen uns auf das Finale am Mittwoch. 

Auf meinem Blog diese WOCHE:




Sonntag, 23. Juli 2017

|Wanderlust| Robbie Williams Konzert in München

Robbie Williams Konzert in München

Ich habe gestern das Robbie Williams Konzert (ist es eigentlich bezeichnend für meinen Job, wenn ich in der Überschrift "Konzern" anstatt "Konzert" schreibe?) in München besucht. Das war ein echte Premiere für mich, denn ich war noch nie auf einem Konzert. Ich bin eher der Sportnerd, den man zu jeder Sportveranstaltung schleppen kann (eigentlich wäre ich ein "dream girl-friend", denn zur Not würde ich auch die AH-Mannschaft meines Freunds auf dem Sportplatz in der Provinz anfeuern...). Allerdings bevorzuge ich Sportevents mit Sitzplätzen. Aus diesem Grund stellte das Konzert auch eine echte Herausforderung für mich dar, denn wir hatten Tickets für die Stehplätze im Innenraum. 

Die Hinfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und den Einlass am Olympiagelände würde ich in die Kategorie "anstrengend" einordnen, denn sowohl die Bahnen als auch der Eingangsbereich waren sehr voll. Ich vermute, das liegt daran, dass die Infrastruktur am Olympiapark aus den 70er Jahren stammt. Wobei dies auch gleichbedeutend mit einem erhabenen Moment war: für mich als großer Olympiafan war es ein spezielles Gefühl, als ich das Stadion betreten durfte, in dem z.B. Ulrike Meyfarth bei den Olympischen Spielen 1972 Gold gewonnen hat. Wenn ich mir ein historisches Ereignis aussuchen dürfte, an dem ich live dabei sein möchte, kämen die Olympischen Spiele von Lillehammer 1994 an der Position eins und München 1972 an zweiter Stelle.


Robbie Williams Konzert in München


Im Nachhinein war die Anreise inklusive Einlass und die Rückfahrt weit anstrengender als der eigentliche Aufenthalt im Stadion, denn dort gab es kein Gedränge und zumindest bei uns am mittigen Rand des Innenraums hatte man wunderbar Platz. Da habe ich beim Ski alpin in Garmisch schon bedeutend eingequetschter gestanden. Außerdem waren die anderen Zuschauer sehr relaxt und angenehm. Kein Wunder, war der Altersdurchschnitt doch höher als erwartet. Eher so bei Mitte 40 aufwärts. Ich hätte vorher auf einen Schnitt von Ende 30 getippt, schließlich ist das genau die Altersklasse, die zur Hoch-Zeit von "Take That" im Teenie-Alter war. Zur angenehmen Atmosphäre trugen die hohen Alkoholpreise bei, da so niemand total betrunken durch das Stadion getorkelt ist. Diese gechillte Grundstimmung hat mich an die Biathlon-WM in Oslo erinnert. 

Die Vorband "Eraser" möchte ich mit dem Zitat einer Freundin abhandeln: "haben nicht gestört". Wobei ich mich frage, ob es eigentlich einen undankbareren Job gibt als den einer Vorband...

Obwohl ich theoretisch zur Generation "Take That" gehöre, haben diese mich damals nicht interessiert. Wie bereits oben erwähnt, war ich Team "Sport" und meine Idole hießen Gordeeva & Grinkov, Kjetil-Andre Aamodt und Janne Ahonen. Aufmerksam auf Robbie Williams wurde ich erst durch seine Solo-Single "Supreme". Ab da war ich ein "casual fan" und habe deshalb spontan zugesagt, als eine Freundin mir ein Ticket für das Konzert in München angeboten hat. Ich ging ohne große Erwartungen in dieses Konzert und wie so oft im Leben entpuppte sich das als die perfekte Voraussetzung für einen gelungenen Abend.


Robbie Williams Konzert in München


Zu Beginn war ich zugegebenermaßen ein bisschen geschockt von Robbies Aussehen, denn er hat - mal wieder - an Gewicht zugelegt (ich hoffe, es liegt daran, dass er erneut mit dem Rauchen aufgehört hat) und auf hohenlohisch würde man sagen "er hat einen rechten Mostkopf [gesprochen: Mauschdkopf] beieinander!" Als unfit würde ich ihn trotzdem nicht bezeichnen, denn er hat sein Programm gut durchgehalten. 

Das Intro fand ich super klasse. Okay, Eminem am Anfang war etwas "random", aber "God Bless Our Robbie" (zur Melodie "Land of Hope and Glory", die ich mag, obwohl ich nun wirklich nicht pathetisch-nationalistisch veranlagt bin) war genial, denn der Text beinhaltet genau das, für was ich Robbie mag: er hat Selbstironie und nimmt sich selbst nicht so ernst. So etwa in der Liedzeile, in der er sich als "global player" bezeichnet - außer in den US of A. Dieser Zusatz hat in München für extra lauten Applaus und Kreischen gesorgt. Sagt ein bisschen etwas über das aktuelle Standing der USA in Deutschland aus... Den letzten Satz in dem Song hat m.E. mangels einer entsprechenden Reaktion die Mehrheit des deutschen Publikums nicht verstanden: "Robbie is well hung".

"The Heavy Entertainment Show" und "Let Me Entertain You" empfand ich als perfekte Opener, denn sie brachten das Publikum sofort in Stimmung. Mir hat von Anfang an gut gefallen, dass Robbie sich live so anhört wie auf CDs. Da kann man nicht von allen Sängern behaupten... 

Das dritte Lied war eine schöne Überraschung für mich, denn das eigentlich nicht so bekannte "Monsoon" ist einer meiner absolut liebsten Songs von Robbie. Zu "Escapology" besitze ich auch eine Konzert-DVD und da ist "Monsoon" ebenfalls eines meiner Highlights. So schön, dass ich das nun auch live sehen durfte. 

Bei "Party Like a Russian" musste ich sofort an die legendären Partynächte in Gelsenkirchen beim dortigen Eiskunstlaufwettbewerb denken. Ich mag den Song, aber live war er nicht so mitreißend wie erwartet. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass irgendein russischer Eiskunstläufer zu diesem Titel ein Schaulaufprogramm bastelt.

Wo wir gerade beim Thema Eiskunstlaufen sind, "Minnie the Moocher" erinnerte sowohl mich als auch meine (Eiskunstlauf-)Freundin bereits beim ersten Takt an einen typischen Originaltanz im Eistanzen.

"Freedom 90" ist Robbies Tribute für sein Idol George Michael.

Das Audience Singalong Medley (u.a. "Livin' On a Prayer", "Rehab"...) empfand ich als gelungene Abwechslung und super Kniff, um das Publikum in die Show zu integrieren. Generell war die gesamte Show toll abgestimmt und ließ keine Minute Langeweile aufkommen. 

"Love My Life" hat Robbie seinen Kindern und beim Konzert allen Mommies und Daddies im Publikum gewidmet. Man hat aus seinen Worten die Liebe zu seinen Kindern herausgehört, und ich fand das auch authentisch und musste nicht an Konzert-Kitsch denken. Mich haben seine einleitenden Worte sogar ein bisschen melancholisch gestimmt. Auch weil ich den Eindruck habe, dass seine Tochter ein "Daddy's Girl" ist wie ich...

"Come Undone", "Millenium" und "Kids" (hier weiche ich von der Reihenfolge im Konzert ab, aber ich möchte diese Lieder gerne in meinem Review zusammenfassen) haben mir allesamt gut gefallen. Ich habe auch nichts daran auszusetzen, dass Robbie auf viele ältere Songs zurückgegriffen hat (inklusive Coversongs seines "Swing"-Albums). Das war der Stimmung definitiv zuträglicher, als wenn er sich auf sein neues Album konzentriert hätte, ohne dass er wie ein alterndes Showpferd wirkt, das immer denselben Song performen muss (à la Rex Gildo und "Hossa").  

Für "Somethin' Stupid" hat sich Robbie einen weiblichen Fan auf die Bühne geholt. Sie sollte die Rolle von Nicole Kidman übernehmen. Allerdings versehen mit einer Art Maske vor dem Mund, die mich an die unsäglichen Puppenspieler in deutschen Schlagersendungen erinnert hat.

"Rudebox" ist in der Setlist eine Art Gag, denn Robbie weiß sehr wohl um den schlechten Ruf des Songs und seiner Rapper-Qualitäten. 

Ich mag es, dass Robbie seinen Dad mit auf dieser Tour dabei hat. Mein Papa ist zur Zeit gesundheitlich angeschlagen, und wenn ich gegenwärtig auf Tournee wäre, würde ich ihn auch mitnehmen <3 . Man muss die Zeit mit seinen Eltern nutzen... "Sweet Caroline" mag ich persönlich sowieso sehr gerne, denn ich fühle mich sofort zu einem Even im Ski alpin versetzt. Das lässt mein kleines Après-Ski-Herz höher schlagen...


Robbie Williams Konzert in München


"Feel" und "Rock DJ" waren ein perfektes Finale, bevor "She's the One" und "Angels" als gefühlsbetonte Zugaben das Ende der Show bedeuteten. Alle, die mich ein bisschen kennen, wissen, dass ich überhaupt kein Balladen-Fan bin. Ganz im Gegenteil... Deshalb ist es ein bisschen überraschend, dass mir bei Robbie auch die langsamen Songs gefallen.

Den finalen Akkord der Show bildete "My Way" (ein Zusatzlied, das für manche wohl überraschend kam, denn die waren schon auf dem Weg zum Parkplatz). Ein würdiges Ende.

Schön war's. Gerne wieder. Bitte genauso entspannt und bei dem gleichen perfektem Wetter (nicht zu heiß und nicht so kalt).


Freitag, 21. Juli 2017

|Leseliebe| "Heute sind wir Freunde" von Patrycja Spychalski

"Ich finde, Leo ist wie eine Praline ... Du weißt doch, wenn man eine von den Schachteln öffnet, dann sehen diese ganzen Pralinen so unglaublich lecker aus ... Und dann sucht man sich, nach langem Hin und Her, eine Praline aus und beißt rein und ist total enttäuscht."


"Heute sind wir Freunde" von Patrycja Spychalski

"Heute sind wir Freunde" 

Patrycja Spychalski
Jugendbuch
Deutsch
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Empfehlung: Für alle, die gerne in Erinnerungen an Ihre Schulzeit schwelgen, das raue Küstenwetter lieben und auf der Suche nach einer locker, leichten Lektüre sind.

Sturmwarnung an der deutschen Küste! Nell, Valeska, Leo, Chris und Anton sitzen trotzdem in der Schule und schreiben eine Arbeit nach. Sie alle kennen sich aus dem Schulalltag und haben trotzdem nicht viel miteinander zu tun: Nell ist seit Monaten in den Schulschönling Leo verknallt und merkt deshalb nicht, dass Fotograf Chris Gefühle für sie entwickelt hat. Anton hingegen ist der typische Außenseiter, der mit niemandem Kontakt hat. Valeska scheint das genaue Gegenteil von Anton zu sein. Sie ist wunderschön, wird von allen beneidet und viele glauben, sie würde das perfekte Leben führen. Als sich die Wetterlage schneller als erwartet verschlechtert, sitzen die fünf als unfreiwillige Schicksalsgemeinschaft in der Schule fest. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten entwickelt sich der Nachmittag zur Nacht ihres Lebens und sie alle müssen erkennen, dass sich ein Blick hinter die Oberfläche auch bei langjährigen Mitschülern (und Facebook-Freunden) lohnt... 

Manch älterem Leser mag der Plot bekannt vorkommen, denn er erinnert an den Kultfilm "Breakfast Club" aus den 80er Jahren. Ich selbst habe den Film nie gesehen (ganz so alt bin ich dann doch nicht...), habe aber schon darüber gelesen, weshalb mich der Klappentext von "Heute sind wir Freunde" direkt an diesen Film denken ließ. 

Mir hat diese Geschichte ab der ersten Seite sehr gut gefallen. Endlich einmal ein Buch, bei dem die Wechsel der Perspektive in jedem Kapitel Sinn machen, denn ich denke, es hilft der Geschichte, dass sie nicht nur aus Sicht eines Protagonisten erzählt wird. So bekommt die Erzählweise mehr Vielfalt, und es konnten auch die Charakterzüge der fünf Mitschüler besser herausgearbeitet werden. Hätte man z.B. über den gutaussehenden, lockeren Leo nur aus Sicht eines anderen gelesen, wäre sein Charakter eindimensional geblieben. So erkennt man als Leser, dass doch mehr in ihm steckt. 


Empfehlung: Für alle, die gerne in Erinnerungen an Ihre Schulzeit schwelgen, das raue Küstenwetter lieben und auf der Suche nach einer locker, leichten Lektüre sind.


Lobend erwähnen möchte ich auch, dass die Geschichte in Deutschland angesiedelt und nicht - wie auch in Jugendbüchern von deutschen Autoren gerne genommen - in die USA verlagert wurde. Gerade der Schauplatz mit Küstennähe hat mir super gefallen. 

Ein bisschen einseitig fand ich die Sichtweise auf die Lehrer, denn die waren in den Augen der Schüler alle vertrottelt und antriebslos. Das war mir persönlich zu einfach gestrickt, denn ich kann mich gut daran erinnern, dass ich in der Oberstufe viele motivierte und kompetente Lehrer hatte, denen wir Schüler Respekt entgegenbrachten und die wir auch gut leiden konnten. 

Eine gute Abwechslung zu den ansonsten häufig vertretenen absoluten "Happy Endings" fand ich das relativ offene Ende. So kann man als Leser die Geschichte selbst im Kopf weiterspinnen und z.B. überlegen, was aus Valeska und ihrem Schwarm wird. 

Mittwoch, 19. Juli 2017

|Leseliebe| "Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth

"Verstehen kann man Russland nicht, und auch nicht messen mit Verstand. Es hat sein eigenes Gesicht. Nur glauben kann man an das Land."


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth

"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" 

Stephan Orth 
Sachbuch 
Deutsch 
E-Book 
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Neu Kategorie für diejenigen, die nicht die komplette Rezension durchlesen möchten... 
Empfehlung: für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wie der Alltag in Russland aussieht und sich nicht von der Kategorie "Sachbuch" abschrecken lassen.

Russland (respektive die Sowjetunion) fasziniert mich schon seit Kindertagen. Ich bin mir nicht sicher, woran das liegen mag, wahrscheinlich an meiner Liebe zum Eiskunstlaufen, denn da fand ich die russischen Eisläufer schon immer am besten. Als ich "Couchsurfing in Russland" entdeckte habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch gerne lesen möchte, denn der Klappentext erweckte bei mir den Eindruck, dass man einen tiefergehenden Einblick in die russische Seele erhalten würde. 

Das Buch ist in kurze Kapitel gegliedert, in denen der Journalist Stephan Orth seine Erfahrungen als Couchsurfer in verschiedenen russischen Regionen schildert. Er konzentriert sich hierbei nicht auf die auch weniger Russland interessierten Menschen bekannten Städte Moskau und St. Petersburg sondern begibt sich auch in ganz weit im Osten belegene Regionen mit teilweise (zumindest im Winter) klimatisch unmenschlichen Bedingungen. 

Daneben enthält jedes Kapitel ein Schlagwort zu einem Buchstaben des Alphabets mit den entsprechenden Erläuterungen. So etwas mag ich sehr gerne, denn es lockert die einzelnen Kapiteltexte auf. Das gilt auch für die kurzen Erkenntnissgewinne, die der Autor am Ende eines jeden Kapitels formuliert, sowie für die enthaltenen Fotos. 


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von  Stephan Orth


"Couchsurfing in Russland" ist für mich eines jener Sachbücher, das sich wie Unterhaltungsliteratur liest. Ich hatte zu keiner Sekunde das Gefühl, eine trockene Abhandlung von Fakten in Händen zu halten. Mich haben vor allem der Humor und die Unvorgenommenheit gefallen, mit denen Stephan Orth an dieses Projekt herangegangen ist. So hat er sich in Regionen vorgewagt, die keinen guten Ruf haben. Auch hat er die Einwohner Russlands, die er kennengelernt hat, nie von oben herab behandelt. Obwohl er selbst offensichtlich kein großer Putin-Fan ist, hat er trotzdem versucht zu verstehen, warum dieses Volk sich einen starken Führer wünscht und dabei gewillt ist, Einbußen z.B. bei der Presse- und Meinungsfreiheit hinzunehmen. Auf diese Weise gelingt es dem Autor tatsächlich, den von mir gewünschten Einblick in die russische Seele zu geben. Es ist zwar noch immer ein Mysterium für mich, wie ein Volk, dass so viel Begeisterung für Kunst (z.B. Ballett) zeigt, gleichzeitig so viele blutrünstige Herrscher hervorbringen kann, trotzdem beginnt man zu verstehen, dass ein riesiges, nicht sonderlich homogenes Land mit wenig Erfahrung in Sachen Demokratie vielleicht überhaupt nicht wie ein westeuropäischer Staat regierbar ist. Außerdem kann man erkennen, dass dort auch Menschen "wie du und ich" leben, die ähnliche Träume und Ziele in ihrem Leben verfolgen. 


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth


Meine Meinung, dass manches heute anders laufen würde, wenn sich der Westen sich in den Jahren nach dem Zusammenbruch des Kommunismus anders (= weniger arrogant) gegenüber Russland verhalten hätte, wurde bestätigt. Der Westen hätte ahnen können, dass eine ehemalige Weltmacht empfindlich reagiert, wenn man ihr diesen Weltrang abspricht. 

Dadurch, dass in jedem Kapitel eine andere, zum Teil weit auseinander liegende Region Russlands behandelt wird, ist es mir schwer gefallen, einen Überblick zu behalten und vor allem die mir teilweise vorher namentlich nicht bekannten Stationen auseinanderzuhalten. Hier hat für meinen Geschmack ein bisschen der rote Faden gefehlt. 

Davon abgesehen, hat mir dieses Buch genau die perfekte Mischung aus Sachbuch und Unterhaltung gebracht, die ich erwartet habe. Wer hier eine tiefgreifende Analyse von Russlands Problemen erwartet, ist sicher falsch, dafür bekommt man einen lebensnahen, kurzweiligen und charmanten Einblick in den russischen Alltag. 


Dienstag, 18. Juli 2017

|About my week| Social Detox in der Provinz


Windrad Windenergie Wald
Brandneues Windrad bei meinen Eltern daheim. Mein Heimatdorf ist mittlerweile von Windrädern umgeben. Natürlich ein Einschnitt in die Landschaft - aber ich finde es trotzdem wichtig, auf solche alternativen Energien zu setzen. 

Wie war die WOCHE?

Abwechslungsreich. Am Montag habe ich zum letzten Mal unterrichtet. Das ist normalerweise ein großer Einschnitt in meinem Jahresablauf, dass es sich jedesmal anfühlt, als hätte ich eine wichtige Aufgabe hinter mich gebracht. Dieses Mal lief das eher so „en passant“. Vermutlich weil ich aktuell so viele neue und spannende Dinge erlebe, dass sich das Unterrichten im Vergleich beinahe alltäglich anfühlt. Schade, schade, Schokolade, dass mir der goldige Doktor-Jura-Prof nur an meinem letzten Tag ganz kurz begegnet ist. Immerhin hat er gelächelt… 

Am Dienstag und Mittwoch habe ich an einer Fortbildung teilgenommen, so dass ich nur an zwei Tagen „richtig“ gearbeitet habe. Sehr schön war das abendliche Burger-Date mit einer Kollegin am Dienstag Abend. Bis letztes Jahr haben wir uns sehr regelmäßig gesehen, aufgrund meines Wechsels sehen wir uns mittlerweile nur noch sporadisch und da hat man sich so richtig viel zu erzählen. Super schön fand ich unseren Abschluss in einer Stuttgarter Freiluftbar. Es war ein toller, warmer aber nicht drückend heißer Sommerabend und der Blick auf Stuttgart war einfach gigantisch. Auch ich bin manchmal überrascht, dass die Stadt mehr zu bieten hat als Feinstaub und Stuttgart21. 

Das Wochenende habe ich bei meinen Eltern daheim verbracht. Im Prinzip pure Entspannung und mangels Internetanschluss (und Empfang der Güteklasse „E“ auf dem Smartphone) parallel dazu „Social Media Detox“. Beim Frisör war ich auch (wurde Zeit, ich habe meine Haare nur noch zusammengebunden und geflochten getragen) und dort wurde ich um die oben beschriebenen Vorteile eines Großstadtlebens beneidet. Die Mädels haben sich vor allem über einen nachlässigen Kleidungsstil (böse Zungen behaupten, dass man den männlichen Hohenloher an einer Art Ausgehuniform aus Jeans und kariertem Hemd erkennt) und das gemeinschaftliche Weggehziel „Alkoholkonsum“ beschwert. 


Schlossplatz Stuttgart
Schlossplatz Stuttgart

Sehenswerter Link der WOCHE:

Lina Mallon hat nicht nur einen außergewöhnlich guten Schreibstil, sie liefert auch wundervolle Bilder und ein ganz eigenes Layout, dass an ein hochwertiges Magazin erinnert. In diesem Blogpost fasst sie außerdem Gedanken zum Thema Feminismus zusammen, die auch mich bewegen. Ich habe zum Beispiel ein Problem mit der Institution „Frauenversammlung“ bei uns bei der Arbeit. Warum gibt es so etwas nur für Frauen? Wie kann das der Gleichberechtigung dienlich sein? Müsste es dann nicht mindestens auch eine Männerversammlung geben? 

Erkenntnis der WOCHE:

Qualität zahlt sich aus. Und gutes Handwerk hat seinen Preis. Meine Familie ist seit mehreren Generationen (Groß-)Kunde bei einem familiengeführten Optiker. Ich habe dort diverse Brillenmodelle gekauft, meine aktuelle Brille habe ich jedoch bei einem Optiker näher an meinem aktuellen Wohnort erworben (zwar eine Kette, aber trotzdem ein lokaler Anbieter und kein Billigheimer). Mit der Qualität des Brillengestells und der Gläser bin ich prinzipiell zufrieden. Allerdings drückt die Brille seit Wochen und die kriegen das einfach nicht in den Griff. Deshalb war ich am Samstag beim Kleinstadtoptiker und was war? Der Optiker wirft einen Blick auf meinen Bügel hinter dem Ohr und weiß SOFORT, woran das Problem liegt. Jetzt sitzt die Brille perfekt und drückt überhaupt nicht mehr. Da merkt man, wo super geschultes Personal mit langjähriger Erfahrung am Start ist. 


Windrad Windenergie Wald

Spruch der WOCHE:

„Ich muss schauen, wie ich mir ein Würstle organisiere.“ Mein Bruder auf die Frage, auf was er beim Mittagessen warten würde (und mit Blick auf das Paar Saiten auf dem Teller meines Vaters).

Auf meinem Blog diese WOCHE:

Leider war es sehr ruhig auf meinem Blog.