Sonntag, 30. April 2017

|About my week| Spargel, Interior, ein Amerikaner in Stuttgart

Ich nehme wieder an der gemeinsamen Aktion von Stehlblüten und book-walk teil und habe einen Wochenrückblick fabriziert.

Nachdem ich schon gefragt wurde, ob ich keinen Wochenrückblick mehr schreibe, ist es diese Woche definitiv an der Zeit, wieder einen zu erstellen. An den vergangenen beiden Wochenenden saß ich an Ostern ohne Internet bei meinen Eltern daheim und vorige Woche war Besuch da. Dieses verlängerte Wochenende läuft hingegen sehr entspannt ab, weshalb ich gerne auf die letzten drei Wochen zurückblicken möchte.


Grüner Spargel
Endlich wieder Spargelzeit! Kulinarisch sind der April, Mai und Juni wirklich die beste Zeit...

Wie war Deine (letzten drei) Woche(n)?

Den Karfreitag habe ich für eine große Putzaktion genutzt. Ich würde abstauben, nass durchwischen und aufräumen nicht als mein größtes Hobby bezeichnen, aber ich finde, wenn man mal begonnen hat, ist es nie so schlimm, wie man vorher gedacht hat. Und ja, ich bin ein bisschen penibel, was Ordnung betrifft, das gebe ich offen zu. Ich glaube, ich habe da eine ganze Menge von meinem Vater geerbt. Der mag es z.B. überhaupt nicht, wenn meine Mutter mit so Ideen wie einem Pavillon im (großen) Garten kommt, denn "da muss man ja drumherum mähen". Kann ich mittlerweile voll nachvollziehen, geht mir genauso in der Wohnung, wenn es darum geht, etwas aufzustellen, wo man außen herum saugen muss. Oder gerade plane ich die Anschaffung eines neuen Sofas, da ist Kriterium Nr. 1, dass man drunter vor wischen können muss. Bin ich froh, dass ich nicht schon mit Anfang zwanzig geheiratet habe, da wären mir all diese Punkte, auf die man achten muss, nicht klar gewesen. Jetzt würde ich mir zutrauen, eine recht perfekte Wohnung einzurichten. Und irgendwann möchte ich das auch machen. 

Von Karsamstag bis Ostermontag war ich bei meinen Eltern daheim. Dort habe ich meine Liebe zur Aquarellmalerei wiederentdeckt. Das habe ich vor vielen Jahren in der Schule bei einer Projektwoche gelernt, habe es aber seit vielen Jahren nicht mehr probiert. Inspiriert durch "Frau Hölle" und all die anderen "Letterer" habe ich mir einen Aquarellkasten gekauft und einen Versuch mit Blumen gestartet. Bin ganz zufrieden mit meinem ersten Werk. Nebenher lief übrigens ein typisches Feiertagsfernsehprogramm: "Fackeln im Sturm".


Aquarellblumen
Mein erster Versuch: Aquarellblumen


In der nachösterlichen Woche hatte ich ein intensives, kulinarisches Programm: mittwochs war ich abends mit Kollegen Burger essen, am Donnerstag war ich ebenfalls mit Kollegen den Abschluss eines Falles zelebrieren beim Vietnamesen (sehr, sehr lecker und auch eine sehr Blogger freundliche Location mit schönen Holztischen etc., aber ich habe mich nicht getraut, mein Essen zu fotografieren, weil lauter Social-Media-Verweigerer dabei waren...), am Freitag gab es erneut Burger (kann ich immer essen, wobei es für mich natürlich die Version ohne Fleisch gibt) und am Samstag mexikanisches Essen (mag ich auch sehr gerne, aber irgendwie sind da die Portionen meist klein). Ich gehe gerne essen, aber selbst kochen macht mir mehr Spaß, vielleicht auch, weil ich da weiß, was im Essen drin ist, und dass ich es gut vertrage. Wahrscheinlich habe ich diese Einstellung geerbt, den meine 83jährige Tante hat kürzlich erst gemeint, dass man ihr mit einer Einladung zum Essen zwar wegen der damit verbundenen Geselligkeit eine Freude macht, die reine Abnahme des Kochens aber keinen Vorteil für sie bedeutet, denn das ist keine Belastung für sie. Wenn man das mit über 80 noch sagt, hat man es geschafft, denke ich.


Monrepos
Schloß Monrepos in Ludwigburg - wenn man Besuch hat, schaut man sich endlich mal wieder die Highlights in der Umgebung an.


Letzten Samstag habe ich das Musical "Tanz der Vampire" in Stuttgart besucht. Zum zweiten Mal nach 2011. Da ich Vampirgeschichten mag, gefällt mir dieses Musical (viel besser als Musicals mit Menschen in Tierkostümen...), und da ich dieses Mal darauf vorbereitet war, dass das Ende recht abrupt kommt, war ich auch nicht so verwirrt wie beim letzten Mal.

Diese Woche fallen mir außer Arbeiten, Sport machen und Kochen keine Dinge ein, die ich gemacht habe. Am Samstag hatte ich einen Morgenlauf, denn ich sehr genossen habe. Früh morgens laufen ist so viel schöner als später am Tag, denn es sind kaum andere Leute unterwegs. Vor allem keine Hundebesitzer, die allein mit ihrem Hund den ganzen Weg blockieren, weil sie rechts gehen, ihr Hund links und dazwischen die Leine über den ganzen Weg gespannt ist. Nur zu übertrumpfen durch freilaufende, unerzogene Hunde verbunden mit dem Hinweis "der tut nix".

Aufgrund meines Rückstands kommt nun die Beantwortung von drei Fragen der Woche:

Welches ist dein schönstes Buchcover und wie sehr beeinflusst dich ein Cover beim Buchkauf?

Ich finde hochwertig gestaltete Buchcover toll, allerdings würde ich mir nie ein Buch nur wegen des Covers kaufen - obwohl mich der Inhalt nicht interessiert. Ein Cover könnte mich wenn dann nur negativ beeinflussen, also zum Nichtkauf, weil ich das Buch eines mir bislang unbekannten Autors in einer Buchhandlung nicht in die Hand nehme, weil es mich äußerlich nicht anspricht.

Die Frage nach dem Lieblingscover finde ich schwierig. So einen richtigen, absoluten Liebling habe ich nicht. Ich habe mich hier trotzdem entschieden: für einen norwegischen Bildband, weil da mein absoluter Lieblingssportler vorne drauf ist. Und weil ich so glücklich war, als ich dieses Buch in Oslo entdeckt habe, obwohl ich dieses schwere "Coffee Table"-Werk quer durch Oslo schleppen und im Handgepäck nach Deutschland bringen musste.


"Gull" Aksel Lund Svindal
"Gull" mit Aksel Lund Svindal auf dem Cover.

Hast du für die Schule gerne Bücher gelesen? Was war dein liebstes oder meistgehasstes? 

Da ich schon ab der ersten Klasse super gerne gelesen habe, mochte ich es auch, für die Schule zu lesen, obwohl die Bücher nicht immer nach meinem Geschmack waren. Insbesondere die, die man in den unteren Klassen lesen musste, waren nicht so meins. "Die Insel der blauen Delphine" fand ich zu gruslig (wir erinnern uns, ich hatte Angst vor "Samson" aus der "Sesamstraße"), bei "Ben liebt Anna" hat mich die Liebesgeschichte peinlich berührt (mein Geschmack hat sich zwischenzeitlich ein bisschen gewandelt...) und "Rolltreppe abwärts" hat mich deprimiert.

 Da mochte ich die Klassiker der späteren Jahre wie "Minna von Barnhelm", "Nathan der Weise" oder "Der Richter und sein Henker" lieber. Ich hätte gerne noch mehr gelesen (z.B. etwas von Shakespeare). Nur die "Leiden des jungen Werther" (und als Ergänzung "Die neuen Leiden des jungen W.") fand ich sehr weinerlich.

Vor ein paar Wochen habe ich überrascht festgestellt, dass "Homo Faber" noch immer/wieder Pflichtlektüre fürs Abi ist. Nach all den Jahren...

Aktuell läuft der #hdrreadathon. In Herr der Ringe finden sich sehr viele Karten, mit deren Hilfe man die Handlung mitverfolgen kann. Wie wichtig sind die Karten? Und welches “Extra” ist dir besonders wichtig in Büchern? 

Hihi, hier musste ich grinsen, denn das Thema Karten erinnert mich an unsere Busreise durch Norwegen, bei der die französische Reiseleiterin immer "falls sie auf der Karte folgen" gesagt hat, nachdem wir sie auf die Idee gebracht hatten, dass es für die Teilnehmer interessant sein könnte, zu wissen, wo wir gerade sind.

In Büchern finde ich Karten nicht besonders wichtig. Auch ansonsten brauche ich keine Gadgets. Das einzige, was ich super finde, sind Fotos in Biografien.


Erdbeerzeit ist die schönste Zeit!
Erdbeerzeit ist die schönste Zeit!

Was war(en) Dein(e) Wochenhighlight(s)?

- Dass Julie James mit "The Thing About Love" endlich wieder eine Geschichte abgeliefert hat, die mich total in ihren Bann gezogen hat. Ich habe das Buch direkt nach Erscheinen auf meinen E-Reader geladen und konnte es letztes Wochenende kaum aus der Hand legen. Ich liebe es einfach, wenn ich zwei Hauptdarsteller aus vollem Herzen mag. Die Rezension ist gerade in Arbeit und folgt in der nächsten Woche. 

- Dass Jon Olson nach über einem Jahr seinen Bruder Hans zum ersten Mal in seinem Vlog präsentiert. Ich kenne Hans seit Jahren, da er ein erfolgreicher Speedfahrer im Alpinbereich war, weshalb ich auch wusste, wie witzig er ist. 

- Dass ich Connor Sullivan auf Youtube entdeckt habe. Das ist ein amerikanischer Footballer, der seit ein paar Wochen in Stuttgart lebt und professionell Football spielt. Er wurde durch sein Video über das unsägliche Derby zwischen dem VFB und dem KSC in der zweiten Bundesliga zu einem Youtube-Star. Ich bin froh, dass er zwischenzeitlich bei weiteren Fußballspielen war und dass er somit gesehen hat, dass nicht alle deutschen Fußballspiele so ablaufen müssen, wie sein erstes Erlebnis in einem deutschen Stadion. Auf alle Fälle ist der Junge genauso, wie man sich als Deutscher einen Amerikaner vorstellt. Sehr begeisterungsfähig ("awesome", "fantastic", "super cool"...), immer gut drauf, offen und gesprächig. Am besten gefallen hat mir bislang (von den Videos, die ich gesehen habe), als er eine deutsche Familie in Leonberg besucht hat, um dort "typisch schwäbisch/bayrisch" zu essen. Er ist total von den Socken, als er Fachwerkhäuser sieht und auch mit dem Konzept, dass man selbst Holz macht, um es im eigenen Ofen zu verfeuern, ist er noch nie  in Kontakt gekommen. Für mich, die in einer der schönsten deutschen Kleinstädte mit perfekt erhaltenem Fachwerk geboren (Schwäbisch Hall) und mit einem Vater gesegnet ist, der sowohl einen eigenen Wald, als auch einen "Bulldog" mit Hänger, einen Holzspalter und eine Kreissäge besitzt, ist das sehr amüsant anzuschauen. Der Junge würde durchdrehen, wenn ich ihn zu mir aufs Land einladen würde ;-)   


Urban Jungle
Mein Versuch eines "Urban Jungles"...

Lesenswertes

Dieser super schöne, norwegische Interior-Blog der Schwägerin der Biathleten Tarjei und Johannes Thignes Bø. Ich finde ihre Fotos wunderschön und sehr inspirierend. Auch ihr Instagram-Feed gehört zu meinen liebsten. Sie lebt in einem kleinen Ort namens Stryn, total ländlich und idyllisch. Die Stories, die sie bei Instagram postet, sind mit Abstand meine allerliebsten von allen Accounts, denen ich folge. Bei meinem nächsten Norwegen-Besuch werde ich definitiv einen Abstecher nach Stryn machen.


Freitag, 28. April 2017

|Leseliebe| "Schenk mir deine Träume" von Marie Force


"Schenk mir deine Träume"   Marie Force

"Schenk mir deine Träume" 

Marie Force
Die Green-Mountain-Serie#4
Chick Lit
Deutsch (Original: Englisch)
Hörbuch
3 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Frei nach dem Motto "Wo Licht ist, ist auch Schatten", komme ich heute zu einem Buch, das mir nicht ganz so gut gefallen hat. Sehen wir es positiv, vielleicht eine nette Abwechslung zu den begeisterten Rezensionen der letzten Tage. 

Für "Schenk mir deine Träume" habe ich mich sehr spontan entschieden. Ich habe am Karfreitag die Wohnung einer Grundreinigung unterzogen und dabei bin ich zum ersten Mal auf die Idee gekommen, ein Hörbuch nebenher laufen zu lassen. Das habe ich vor Abschluss meines Hörbuch-Abos nicht gemacht, da ich bis zu dem Zeitpunkt ausschließlich CDs im Auto gehört habe und in meiner Wohnung keinen CD-Player besitze, ganz abgesehen davon, dass ich es mir umständlich vorstelle, den CD-Player oder alternativ ein Notebook von Zimmer zu Zimmer zu schleppen. Mit einer App auf dem Smartphone ist das viel einfacher und so habe ich mich kurzfristig nach neuem Hörstoff umgesehen. 

Bei dem Buch von Marie Force bin ich gelandet, weil ich schon seit einigen Monaten regelmäßig ihre Bücher in Buchhandlungen auslegen gesehen habe. Außerdem wollte ich etwas Leichtes haben, bei dem man problemlos nebenher putzen oder Auto fahren kann. 

Nun ja, leicht war der Stoff ohne Frage, leider hat er mich aber auch von Stunde zu Stunde mehr genervt. Wahrscheinlich hätte ich bereits zu Beginn hellhörig werden sollen, als am Anfang eines neuen Kapitel Donald Trump zitiert wurde. Das war kein gutes Omen... 


"Schenk mir deine Träume"   Marie Force


"Schenk mir deine Träume" ist Teil 4 der Green Mountain Serie von Marie Force. In dieser Fortsetzungsgeschichte geht es um die kinderreiche Familie Abbott, die einen "Country Store" im ländlich, idyllischen Vermont betreibt. In Band 4 steht Hunter Abbott, der Älteste von zehn Geschwistern, im Mittelpunkt. Er ist seit Ewigkeiten in Megan Kane, eine Kellnerin im ortsansässigen Diner, verschossen. Blöd nur, dass Megan jahrelang hinter seinem Bruder Will her war und Hunter nie wirklich wahrgenommen hat. Nachdem Will in Band 3 der Serie mit einer anderen Frau sein Glück gefunden hat, ist in Band 4 die Bahn frei für Hunter, der sich durch Megans Launen nicht abschrecken lässt und ihr endlich zeigen möchte, dass er der Abbott ist, der für sie bestimmt ist. 

Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für ein Buch nach meinem Geschmack. Ich mag Geschichten, die in schneereichen Gegenden in den USA angesiedelt sind. Wenn sie in den Bergen spielen, umso besser. Auch einen männlichen Buchhalter (oder eher Leiter Rechnungswesen und Controlling) in der Hauptrolle finde ich aufgrund meines eigenen beruflichen Hintergrunds spannend. 

Aber all dieses Potential wurde in "Schenk mir deine Träume" aus verschiedenen Gründen verschenkt. Da wäre zunächst mit Megan Kane eine unsympathische und zickige Hauptdarstellerin. Klar, sie kämpft mit den Geistern aus ihrer Vergangenheit, aber mit Mitte zwanzig sollte man sein Leben soweit im Griff haben, dass man nicht völlig von seiner älteren Schwester abhängig ist und sich seit knapp zehn Jahren in einer Übergangsphase als Kellnerin ausruht, um irgendwann zu entscheiden, ob man vielleicht doch noch aufs College möchte. 

Hunter finde ich grundsätzlich netter, allerdings ist seine Charakterbeschreibung sehr unausgegoren. Einerseits penibler Buchhalter mit extrem hohem Verantwortungsbewusstsein, andererseits natürlich perfekt durchtrainiert und super sportlich (wo er die Zeit für den Sport findet, wo er doch angeblich rund um die Uhr bucht (=arbeitet), bleibt ein Rätsel). Einerseits super brav und gewissenhaft, fast ein bisschen langweilig, andererseits die totale Granate im Bett. Letzteres gilt übrigens auch für Megan, obwohl sie davor zehn Jahre lang enthaltsam gelebt hat. Wahrscheinlich wollte die Autorin andeuten, dass das wie Fahrradfahren ist - verlernt man nicht. Auch passen die kitschigen Liebesschwüre so überhaupt nicht zudem, was sich im Schlafzimmer der beiden abspielt. 


"Schenk mir deine Träume"   Marie Force


Alles in allem eine äußerst krude Mischung, die ihren Höhepunkt findet, als Megan darauf besteht, weiterhin unter dem Einkaufspreis Essen in dem Diner anzubieten, das Hunter für seine Familie von ihrer Schwester kaufen möchte, da sie für die Armen und Alten in ihrem Heimatort eine Anlaufstelle bleiben möchte. Klar, das ist heroisch und mitfühlend, aber eben auch total an der Realität vorbei. Ich würde es als eine Art Sozialkitsch bezeichnen. Wenn Hunters Antwort gewesen wäre, dass man weiterhin ein, zwei günstige Gerichte anbieten wird, hätte ich das verstanden, aber welcher angeblich ach so erfolgreiche Buchhalter kauft ein Business, bei dem von vorneherein klar ist, dass es nur tiefrote Zahlen schreiben wird? Richtig, keiner. 

Hinzu kommt, dass ich die Stimme der Sprecherin als eintönig empfunden habe. Ich habe das Hörbuch nur zu Ende gehört, weil ich mich die meiste Zeit beim Autofahren habe berieseln lassen. 

Als ich gehört habe, dass Hunter neun weitere Geschwister hat, dachte ich zunächst an einen cleveren Schachzug der Autorin, denn so hat sie Potential für insgesamt zehn Romane bis jedes der Abbott-Kinder sein Liebesglück gefunden hat. Allerdings habe ich bei meiner Recherche zu dieser Rezension festgestellt, dass bislang erst sechs Bände im englischen Original erschienen sind, der letzte davon im Jahr 2016. Da in 2017 bislang kein neuer Band der Reihe auf den Markt geworfen wurde, könnte es sein, dass Marie Force diese Serie abgebrochen hat. Da ich mir nicht vorstellen kann, einen weiteren Band zu kaufen, betrifft mich selbst diese Vermutung eher weniger...


Dienstag, 25. April 2017

|Leseliebe| "Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans" von Mackenzi Lee


"Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans"  Mackenzi Lee

"Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans"

Mackenzi Lee
Jugendbuch
Deutsch (original: Englisch)
Das Buch wurde mir vom Königskinder-Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Es gibt Rezensionen, die schreibt man einfach so runter. Das trifft bei mir vor allem auf "Verrisse" zu, denn da bin ich automatisch im Flow. Auch Bücher, die einen weder besonders begeistert noch wesentlich gestört haben, bedürfen keiner Extraportion Energie. 

Ganz anders verhält es sich mit Büchern, die einen beeindruckt haben. Denn da möchte man die Begeisterung, die man selbst beim Lesen empfunden hat, auch an seine Blogleser transportieren. Und genau zu so einem Buch komme ich heute. 


"Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans"  Mackenzi Lee


Dass ich ein großer Fan des Königskinder-Verlags bin, ist kein Geheimnis. Die Geschichten aus diesem Verlag sind einfach sowohl rein äußerlich als auch vom Inhalt her echte Schmuckstücke. Die "Cavaliersreise" bildet hier keine Ausnahme. 

Henry Montague, genannt Monty, stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und wird von seinem Vater gemeinsam mit seiner Schwester Felicity, die unterwegs in einem Pensionat abgesetzt werden soll, und seinem besten Freund Percy auf Bildungsreise durch Europa geschickt. Dieses Konzept war im 18. Jahrhundert in der besseren Gesellschaft durchaus beliebt. Der jugendliche Reisende sollte einerseits seinen Horizont erweitern, gleichzeitig sollte er sich die Hörner abstoßen. Bei der im Buch beschriebenen "Cavaliersreise" kommt jedoch alles ganz anders als geplant. Daran ist Monty nicht ganz unschuldig, denn er ist ein Luftikus, der sich immer wieder in verfängliche Situationen manövriert. Vor allem, wenn er eine Eroberung machen möchte und sich dadurch in Tändeleien verstrickt. Fragt nicht, er schafft es, bei so einer Gelegenheit nackt durch die Gärten von Versailles flüchten zu müssen. Und dabei ist er doch eigentlich seit langem in seinen besten Freund Percy verliebt. 

Percy hingegen hat gänzlich andere Probleme. Nicht genug, dass er aufgrund seiner dunklen Hautfarbe von jeher nicht in die englische Oberschicht gepasst hat, auf der Reise kommen zudem seine gesundheitlichen Probleme ans Licht, denn er leidet an Epilepsie. 

Felicity hingegen möchte nur eines: Zugang zu Bildung bekommen. Gar nicht so einfach für ein Mädchen in dieser Epoche, wo Handarbeit und höfliche Konversation die gefragten "soft skills" bei Frauen der Oberschicht sind. 

Kein Wunder, dass diese "Cavaliersreise" völlig eskaliert. Die drei werden vom Personal und somit auch von ihrem Aufpasser getrennt und befinden sich plötzlich völlig auf sich allein gestellt auf der Flucht vor Wegelagerern und Piraten quer durch Europa. 


"Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans"  Mackenzi Lee


Was für ein großartiges Buch! Es sind verschiedene Faktoren, die mich zu diesem Urteil gebracht haben. An erster Stelle wäre da Monty, den man an der einen oder anderen Stelle im Buch am liebsten schütteln möchte, denn er schafft es wiederholt, die dümmste mögliche Entscheidung zu treffen und sich wie ein totaler Taugenichts aufzuführen. Deshalb Hut ab vor der Autorin, die es trotzdem schafft, ihm solch liebenswerte Facetten zu geben, dass man ihn als Leser trotzdem während des gesamten Buches mag und immer das Beste für ihn hofft. 

Sympathie für Percy zu empfinden ist viel einfacher, denn er ist der gesellschaftliche Außenseiter in der Geschichte, der sich die meiste Zeit wie ein wahrer Gentleman verhält, so dass man ihn einfach mögen muss. 

Felicity hat mich als Persönlichkeit begeistert. Wie sie mit Haut und Haaren dafür kämpft, lernen zu dürfen, war faszinierend zu lesen. Einfach ein großartiger, emanzipierter, weiblicher Charakter in einem Jugendbuch. Davon dürfte es ruhig mehr geben. 


"Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans"  Mackenzi Lee


Neben den drei Hauptdarsteller haben vor allem zwei Dinge dieses Buch für mich besonders liebenswert gemacht. Zum einen das Setting im 18. Jahrhundert, denn so erfährt man ganz nebenbei einiges über diese Epoche und lernt verschiedene Dinge, die mittlerweile selbstverständlich für uns sind, wie z.B. dass in Deutschland Mädchen und Jungs Abitur machen und studieren dürfen, mehr zu schätzen. 

Zum anderen die zarte Liebesgeschichte zwischen Monty und Percy. Die Annäherung und das Gefühlschaos zwischen den beiden wurde von Mackenzi Lee so wunderschön beschrieben, dass es für mich keine Sekunde eine Rolle gespielt hat, dass hier zwei Jungs in einander verliebt sind und nicht "wie üblich" ein Mädchen und ein Junge. Im Gegenteil, ich würde mir wünschen, dass sich mehr Jugendbücher dieses Themas annehmen, einfach damit dieses Genre abwechslungsreicher wird und auch die Literatur mithilft, dass alle Arten von Beziehungen selbstverständlich werden. Ich habe mit den beiden genauso mitgefiebert wie mit z.B. mit Ella und Reed in "Paper Princess". Das ist, denke ich, das schönste Kompliment, das ich Mackenzi Lee machen kann. 

Falls du auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Jugendbuch bist, das trotzdem nicht deprimierend oder humorlos sein soll, dann bist du bei der "Cavaliersreise" genau richtig aufgehoben.

Montag, 24. April 2017

|Leseliebe| "Twisted Palace" von Erin Watt

"Twisted Palace"   Erin Watt The Royals Book Three

"Twisted Palace" 

Erin Watt
The Royals Book Three
New Adult
Englisch
E-Book
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Ich habe ein bisschen Zeit zwischen "Broken Prince", dem zweiten Band der Reihe, und dem Abschluss der Trilogie verstreichen lassen. Das lag vor allem an dem Cliffhanger, mit dem Band 2 geendet hat. Ich hatte ein bisschen Angst davor, was Ella und Reed im finalen Band alles zustoßen wird...

Am Ostersonntag habe ich mit dazu durchgerungen, mit "Twisted Palace" zu beginnen, und ich habe das Buch an nur einem Tag verschlungen. Aufgrund der Spoilergefahr möchte ich allen, die "Paper Princess" und "Broken Prince" noch nicht gelesen haben, den Rat geben, den nächsten Absatz zu überspringen. 

Ellas Welt ist völlig aus den Fugen geraten: Reed steht unter Mordverdacht. Er soll Brooke, die Verlobte seines Vaters, umgebracht haben. Außerdem ist Ellas verschollen geglaubter leiblicher Vater wieder aufgetaucht. Es brennt an allen Ecken und Enden in Ellas Leben. Verzweifelt versucht sie, der Welt - und ein bisschen auch sich selbst - zu beweisen, dass Reed unschuldig ist. Das Verhältnis zu ihrem Vater gestaltet sich ebenfalls nicht gerade einfach, denn zum ersten Mal in Ellas Leben gibt es eine Person, die über ihr (Liebes-)Leben bestimmen möchte. Ella benötigt all die Stärke, die sie sich im Laufe ihres nicht gerade einfachen Lebens antrainiert hat, um auch diese Phase ihres Lebens zu überstehen.


"Twisted Palace"   Erin Watt The Royals Book Three


An der Tatsache, dass ich dieses Buch an einem Tag gelesen habe, sieht man, dass mich auch Band 3 wieder in seinen Bann ziehen konnte. Allerdings muss ich hier kleine Einschränkungen machen, denn so gut wie Band 1 und 2 hat mir der Abschluss der Trilogie nicht gefallen. Für mich war z.B. aus der Liebesgeschichte zwischen Ella und Reed die Luft raus. Einfach weil klar war, dass die beiden jetzt fest zusammen sind. Die Geschichte um die beiden als Paar hat m.E. im finalen Band keine Weiterentwicklung erfahren oder gar eine neue Dimension erhalten. Und nein, dass sie im Bett nun die letzte "Base" erreicht haben, gehört für mich nicht zur Charakterentwicklung. Vor allem nicht, wenn vorher dieses typisch amerikanische "Wir tun alles außer das eine und deshalb bin ich noch Jungfrau!" stattgefunden hat. 

Gut gefallen hat mir, dass Callum sich in Teil 3 zu einem der größten Sympathieträger entwickelt. Ich mochte ihn von Anfang an, trotz seiner Schwächen in der Kindererziehung, im Umgang mit Alkohol und dem ganz üblen Frauengeschmack nach dem Tod seiner ersten Frau. Im letzten Band läuft er zu richtig gute Form auf, und man merkt schnell, dass er der beste Vater(ersatz) ist, denn Ella sich wünschen kann. 

Easton und die Zwillinge kamen in "Twisted Palace" für meinen Geschmack etwas zu kurz. In Bezug auf Easton beruhigt mich, dass in diesem Jahr eine eigene Novelle über ihn erscheinen wird. Für die Zwillinge würde ich mir das ebenfalls wünschen. Die Geschichte der beiden hat einfach so viel Potential. Außerdem würde mich brennend interessieren, was es mit dem "Love Triangle" zwischen ihnen und Lauren auf sich hat. 

Apropos Potential, die Kriminalgeschichte, die in diesem finalen Band steckt, wurde meiner Meinung nach ein bisschen verschenkt. Die Ermittlungen von Ella nach dem wahren Mörder waren mir zu halbherzig und nicht konsequent genug beschrieben. Trotzdem möchte ich "Twisted Palace" und vor die Serie insgesamt nicht missen. Ich habe selten erlebt, dass zwei Autorinnen aus einem eigentlich wohlbekannten (manche mögen sagen ausgelutschten) Thema wie "(relativ) unschuldiges Mädchen trifft auf heißen, abgebrühten Stiefbruder" so viel herausgeholt haben. Mich hat die Geschichte total mitgerissen, und ich möchte vor allem Easton - meinen einzig, wahren "book crush" - nie vergessen.

Donnerstag, 20. April 2017

|Leseliebe| Vorfreude ist die schönste Freude - Neuerscheinungen (April 2017)

Eigentlich bin ich niemand, der sich in Verlagsprogramme vertieft und lange Listen mit Wunschbüchern schreibt. Ich bin da eher spontan und lasse mich von verschiedenen Quellen inspirieren (Besuche in Buchhandlungen, andere Blogger etc.). Trotzdem gibt es bestimmte Autoren oder Reihen, bei denen ich die Neuerscheinungstermine auf dem Schirm habe. Genau über diese Bücher, auf die ich mich schon Monate im voraus freue, möchte ich heute schreiben.


Julie James

"The Thing About Love" von Julie James | Erscheinungsdatum 18.04.2017

Es ist kein Geheimnis, dass ich großer Fan der Bücher von Julie James bin. Jedoch darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass mich die letzten Bücher der Autorin eher enttäuscht haben. Sie schreibt immer nach dem gleichen Schema. Dieses Schema beherrscht sie zwar so virtuos wie keine andere, aber ich würde mir trotzdem wünschen, dass sie ihre Komfortzone verlässt und den Lesern etwas neues präsentiert. 

"The Thing About Love" bewegt sich zwar ebenfalls in Julie James' bewährtem Kosmos, denn es treffen zwei FBI-Agenten mit gemeinsamer Vergangenheit aufeinander, jedoch verspricht das Setting in einem romantischen Strandressort, in dem die beiden verdeckt ermitteln müssen, eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. 

"Schwarzwasser" von Andreas Föhr | Erscheinungsdatum 01.06.2017

Ich mag gut gemachte Regionalkrimis und Andreas Föhr ist in diesem Genre mein absoluter Lieblingsautor. Die Reihe um den Streifenpolizisten Leo Kreuthner, Kommissar Wallner und Opa Manfred vereint für mich auf perfekte Art und Weise eine spannende Krimihandlung mit Witz und Lokalkolorit - ohne in Albernheiten abzurutschen oder sich in Nebenhandlungen zu verlieren. Da kann sich so manch anderer Autor aus dem Bereich Regionalkrimi eine Scheibe von abschneiden. Den von der Kreuthner-und-Wallner-Reihe unabhängigen Krimi "Eisenberg" kann ich übrigens ebenfalls wärmstens empfehlen.

In "Schwarzwasser" schlägt Leichen-Leo wieder zu und findet die Leiche einer Person, die es nie gegeben hat. Kommissar Wallner steht vor einem Rätsel: wer ist der Tote?


Shelfie

"Im Grab schaust du nach oben" von Jörg Maurer | Erscheinungsdatum 27.04.2017

Mein zweitliebster Regionalkrimi-Autor ist Jörg Maurer. Ich liebe seine Geschichten aus der großen Kurstadt / der Bindestrich-Stadt (= Garmisch-Partenkirchen) rundum den zurückhaltenden Kommissar Jennerwein und sein urbayrisches Team sowie die ganzen lokalen Größen wie das Bestatterehepaar Grasegger, die sich an so illustren Treffpunkten wie der Bäckerei "Krusti" (bester Name EVER) treffen. 

Im neuesten Band scheint besagtes Ehepaar Grasegger wieder eine Hauptrolle zu spielen, denn der Kriminalfall spielt auf dem Friedhof und vor der Kulisse des G7-Gipfels.

"When It's Real" von Erin Watt | Erscheinungsdatum 30.05.2017

Ich stehe dazu: "Paper Princess" ist mit Abstand das fesselndste Buch, das ich in den letzten Monaten gelesen habe. It's a guilty pleasure. Von der neuen Reihe verspreche ich mir, dass sie genauso mitreißend wird wie die Geschichte rundum die Royals. Wobei ich auch zugeben muss, dass ich ein bisschen skeptisch bin, denn die Storyline "Popstar meets normal girl" erinnert frappierend an "Johnny Be Good" von Paige Toon. 


Shelfie


"Fallen Heir" - The Royals Book 4 von Erin Watt | Erscheinungsdatum 28.08.2017

Wenn dieses Buch erscheint, ist der Sommer fast vorbei (und die Muswiese naht...). Dabei kann ich es kaum erwarten, mehr über Easton Royal - meinen Lieblingscharakter aus "Paper Princess", "Paper Prince" und "Twisted Palace" - zu erfahren. Sofern es möglich ist, sich in einen Buchcharakter zu verlieben, habe ich es hier definitiv getan. Schade nur, dass das Autorenteam Easton Royal kein eigenes Buch sondern lediglich eine Novelle widmen wird. Easton hätte ein komplettes eigenes Buch definitiv verdient!

"Save the Date" von Morgan Matson | Erscheinungsdatum 05.06.2018

Ausgerechnet auf das nächste Buch einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen heißt es noch ewig warten. Dafür hört sich der Plot ganz wunderbar an: Charlie kehrt für die Hochzeit ihrer Schwester nach Hause zurück und trifft zum ersten Mal seit längerer Zeit auf ihre vier älteren Geschwister. Dabei bewegt sie vor allem ein Gedanke: dass alles so perfekt werden möge, wie es früher (vermeintlich) immer war. Aber dann kommt alles anders als gedacht, und das Hochzeitswochenende droht ein einziges Desaster zu werden... Der einzige Lichtblick: der süße Neffe des Wedding Planners. 

Nachdem ich die Beschreibung des Buches gelesen habe, kann ich mir die Atmosphäre, die Morgan Matson kreieren wird, bildlich vorstellen. Sie schreibt einfach die schönsten Bücher mit Sommer-Feeling. 


Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass es wenig schöneres gibt, als nach langer Wartezeit das neueste Buch eines Lieblingsautoren in Händen zu halten.




Montag, 17. April 2017

|Leseliebe| "Geheimzutat Liebe" und "Küsse zum Nachtisch" von Poppy J. Anderson

Ich habe vor ungefähr drei, vier Jahren zum ersten Mal ein Buch von Poppy J. Anderson gelesen. Es war einer dieser typischen "mega heißer, bindungsunwilliger Footballspieler trifft auf Mädchen von nebenan und BOOM! es ist um ihn geschehen"-Romane. Ich fand die Geschichte nicht schlecht, hatte aber auch nicht das Gefühl, unbedingt mehr von der Autoin lesen zu müssen. Hinzu kommt, dass sie es geschafft hat, mich vollkommen zu verwirren, denn sie war die erste Vertreterin eines Phänomens, von dem ich mittlerweile weiß, dass es unter deutschen Autorinnen recht weit verbreitet ist: obwohl sie Deutsche ist, schreibt sie unter englischem Pseudonym und auch die Schauplätze all ihrer Geschichten liegen in den USA. Kannte ich bis dato nicht und entsprechend habe ich damals nach der englischen Originalversion ihrer Bücher gesucht.

Vor einigen Wochen ist mir Poppy J. Anderson im TV wiederbegegnet. Sie war zu Gast in einer Talkshow und hat ihre erste Reihe vorgestellt, die auch in gedruckter Form und nicht nur als E-Book erschienen ist. In dieser Talkshow fand ich Poppy J. Anderson so sympathisch, dass ich mich entschlossen habe, dem ersten Band dieser Reihe eine Chance zu geben. Hinzu kommt, dass die Geschichte rundum ein Restraurant in Boston perfekt als leichte Lektüre für meine Reise nach Helsinki geeignet war.


"Geheimzutat Liebe" von Poppy J. Anderson

"Geheimzutat Liebe" 

Poppy J. Anderson 
Taste of Love #1 
Chick Lit Deutsch 
E-Book 
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Eigentlich müsste Andrew Knight vollkommen zufrieden mit seinem Leben sein. Das Restaurant, das er in Boston aus dem Boden gestampft hat, floriert, und es sind nicht wenige, die ihn auf dem Weg zum ersten Stern sehen. Seine Gefühlswelt sieht jedoch komplett anders aus, denn er fühlt sich ausgebrannt und leer. Er zieht die Notbremse und entschließt sich zu einem spontanen Kurzurlaub in Maine. Dort kommt es zu einem folgenschweren (und buchstäblichen) Zusammenstoß mit Brooke Day. Diese versucht gerade mit allen Mitteln das marode, aber kulinarisch durchaus liebenswerte Restaurant ihrer Eltern über Wasser zu halten. Andrew entschließt sich spontan, ihr unter die Arme zu greifen, ohne jedoch seine wahre Idendität offen zu legen. In der bodenständigen, ländlichen Umgebung erwacht seine Leidenschaft für das Kochen wieder zum Leben. Und auch die widerspenstige Brooke lässt sein Herz höher schlagen... 

Diese Geschichte hat einfach Spaß gemacht. Das lag zum einen an der Chemie zwischen Brooke und Drew. Zwischen den beiden hat es von Anfang an geknistert und erfreulicherweise war die Phase zwischen Kennenlernen und tatsächlichem Zusammenfinden als Paar wunderbar lang. Ich mag es einfach, wenn die Protagonisten sich langsam annähern. Am allerliebsten ist es mir, wenn das ganze - wie hier geschehen - durch Rededuelle untermalt wird.

Zum anderen hat mir der Hintergrund der Geschichte wirklich gut gefallen. Ich mag die Ostküste der USA sehr gerne, so dass ich es super fand, mit diesem Buch nach Boston reisen zu dürfen. Auch die Idee, ein bzw. mehrere Restaurants als Spielplatz zu wählen, fand ich klasse. Eine super Abwechslung zu den üblichen Anwälten, Spitzensportlern oder Popsängern. Außerdem passt dieses Setting ganz wunderbar zur Autorin, die selbst eine begnadete Köchin ist und schon an diversen Kochshows teilgenommen hat.


"Küsse zum Nachtisch" von Poppy J. Anderson

"Küsse zum Nachtisch" 

Poppy J. Anderson 
Taste of Love #2 
Chick Lit 
Deutsch 
E-Book 
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Nick O'Reilly ist nicht nur Koch im "Knight's", dem Restaurant von Andrew Knight aus dem ersten Band, sondern auch dessen bester Kumpel. Im Gegensatz zu seinem Freund, der einer reichen Bostoner Juristenfamilie entstammt, ist Nick in einfachen Verhältnissen bei seiner Oma aufgewachsen. Gerade deswegen arbeitet er um so härter an seinem Traum, ein preisgekrönter Koch zu werden. Entsprechend hart trifft in ein Verriss in einer Lokalzeitung. Wutentbrannt schlägt er dort in der Redaktion auf. Als er sieht, was für eine junge, hübsche Dame die Kritik verfasst hat, nimmt ihm das komplett den Wind aus den Segeln. Er ist hin und weg von Claire Parker-Wickham und möchte unbedingt ihr Herz erobern. Und welch bessere Möglichkeit hätte ein Koch bei einer Feinschmeckerin, als dies auf kulinarischem Wege zu versuchen? Er bietet Claire eine Wette an und hat nun sechs Wochen Zeit, sie von seinem Essen und seinen sonstigen Qualitäten zu überzeugen. 

Nick O'Reilly fand ich als männliche Hauptperson fast noch ein bisschen spannender als Drew aus dem ersten Band. Ich glaube, ich bin seinem raubeinigen Charme etwas verfallen... Außerdem hat Poppy J. Anderson ihm ein spannendes "Defizit" (ich möchte an der Stelle nicht näher ins Detail gehen, da ich einen Spoiler vermeiden möchte) angedichtet. Das hat mir gut gefallen, denn das war für eine Geschichte aus dem Bereich "Chick Lit" ein ernsthaftes Thema, bei dem ich zudem das Gefühl hatte, dass die Autorin den Hintergrund gut recherchiert hat.

Claire Parker-Wickham blieb im Vergleich zu Nick etwas blaß. Sie war mir nicht unsympathisch, hat es aber auch nicht geschafft, mich für sich einzunehmen.

Insgesamt wurde ich durch den zweiten Band ganz wunderbar unterhalten. Vor allem die Mischung aus Ostküstenatmosphäre und Küchengeschichten fand ich wieder überaus faszinierend. "Zart verführt", den dritten Band der Reihe, der am 26.10.2017 erscheinen wird, plane ich deshalb ebenfalls zu kaufen.

Freitag, 14. April 2017

|Leseliebe| "Liebe mich nicht" von Marah Woolf

 "Liebe mich nicht" von Marah Woolf

"Liebe mich nicht" 

Marah Woolf
GötterFunke 1
Young Adult
Deutsch
Hörbuch
3,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Wie bereits berichtet, habe ich mir nach langem hin und her endlich ein Hörbuch-Abo gegönnt. Mein erster Download war "Liebe mich nicht" von Marah Woolf. Marah Woolf ist ein deutsches Internetphänomen, also eine jener Autorinnen, die durch Selbstverlag und das Internet bekannt wurden. Sie heißt in echt Ina Körner, ist gelernte Bankkauffrau und Mutter von drei Kindern. "Liebe mich nicht" aus ihrer neuen Trilogie "GötterFunke" ist das erste Buch von ihr, das ich gelesen oder gehört habe. 

Als Jess gemeinsam mit ihrer Freundin Robyn auf dem Weg ins Ferienlager in den Rocky Mountains einen Autounfall baut, ist nichts mehr, wie es einmal war, denn Jess hat plötzlich das Gefühl, dass in ihrer Umgebung übernatürliche Dinge geschehen. Im Feriencamp lernt Jess den überirdisch schönen, manchmal aber auch überirdisch arroganten Cayden sowie seine Cousine Athene, seinen Cousin Apoll und deren Eltern kennen. Jess fühlt sich sofort zu Cayden hingezogen, wird aus dessen heiß-kaltem Verhalten jedoch nicht schlau. Das Gefühlskarussell dreht sich immer schneller, vor allem als Cayden auch noch mit Jess' eigentlich vergebener besten Freundin Robyn zu flirten beginnt... 

Nebenbei versucht Jess den seltsamen Vorkommnissen im Camp auf den Grund zu gehen. Langsam keimt in ihr der Verdacht, dass die Eltern von Apoll und Athene nicht nur eine Vorliebe für Namen aus der griechischen Mythologie hatten... 

Die Anleihen aus der griechischen Mythologie haben mir super gefallen. Nicht erst seit der "Starcrossed"-Serie von Josephine Angelini weiß ich, dass sich die alten Götter ganz wunderbar als Vorlage für ein Jugendbuch aus dem Bereich Fantasy eignen, ging es dort doch wilder und intriganter zu als in "Dallas", "Beverly Hills 90210" und "Gossip Girl" zusammen.

Auch der Schauplatz der Geschichte in einem in den Rocky Mountains (die ich 2015 live und in Farbe gesehen habe) gelegenen Feriencamp (wollen wir spätestens seit "American Pie" nicht alle unbedingt ein typisch, amerikanisches Ferienlager besuchen?) ist ganz nach meinem Geschmack. 

Weniger gefallen hat mir, dass Jess sich ständig von Cayden um den Finger wickeln lässt und keine klare Linie fährt. Das hat zur Folge, dass sich die immer gleiche Situation immer wieder abspielt (Jess und Cayden kommen sich näher - er weist sie ab - sie steht trotzdem wieder auf der Matte alternativ wird er eifersüchtig - und das Spiel beginnt wieder von vorne...), was mich als Leser/Zuhörer ermüdet und viel von der eigentlichen Spannung genommen hat. In diesen Momenten habe ich mich tatsächlich zu alt für dieses Buch gefühlt. 

Auch die anderen Charaktere sind mir zu klischeebeladen angelegt. Alle (nicht nur Cayden, Apoll und Athene) sehen wahnsinnig gut aus, die Mädchen haben keinen anderen Lebensinhalt, als einen Jungen zu finden, der zumindest für die Zeit des Camps mit ihnen "geht" und die Jungs sind sich der Situation nur allzu bewusst und spielen mit ihren Bewunderinnen. Auch hier fällt mir sofort das Stichwort "ermüdend" ein. 

Dass ich trotzdem Spaß an "Liebe mich nicht" hatte, lag vor allem an der zugrundeliegenden griechischen Mythologie und der Tatsache, dass ich das Buch gehört und nicht gelesen habe. Da man erfahrungsgemäß nicht ganz so aufmerksam hört, wie man liest, machen einem auch wiederholende Schilderungen nicht ganz so viel aus.

Eigentlich wollte ich deshalb dem noch nicht erschienenen Teil 2 eine Chance geben. Doch dann kam das Ende. Wobei "Ende" die Übertreibung des Jahrhunderts ist, denn das letzte Kapitel ist völlig offen und enthält so überhaupt keine Abrundung der Geschichte. Das finde ich dermaßen nervig, dass ich mir nicht vorstellen kann, Band 2 zu kaufen. Ich komme mir veralbert vor.

Mittwoch, 12. April 2017

|Leseliebe| "Wir Kassettenkinder - eine Liebeserklärung an die Achtziger" von Stefan Bonner und Anne Weiss

 "Wir Kassettenkinder - eine Liebeserklärung an die Achtziger"  von Stefan Bonner und Anne Weiss

"Wir Kassettenkinder - eine Liebeserklärung an die Achtziger" 

Stefan Bonner, Anne Weiss
Sachbuch
Deutsch
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Dieses Buch und ich haben eine witzige, gemeinsame Vergangenheit. Als ich mich letztes Jahr vor der Frankfurter Buchmesse durch die Lesungen und sonstigen Veranstaltungen gearbeitet habe, ist mir auch die Lesung mit diesen beiden Autoren ins Auge gefallen und auf meine Liste gewandert. Ohne, dass ich vorher jemals etwas über das Buch gehört hatte. Tatsächlich habe ich nur das Ende des Auftritts von Stefan Bonner und Anne Weiss gesehen und konnte mir somit kein richtiges Bild machen. Deshalb ist das Buch bei mir auch in Vergessenheit geraden. 

Als ich die Geburtstagsgeschenke von meinen Eltern ausgepackt habe, war da u.a. "Wir Kassettenkinder" dabei, und ich habe mich sehr gefreut. Meine Mutter hat die beiden Autoren im TV gesehen und - völlig unabhängig von meiner Begegnung mit Stefan Bonner und Anne Weiss auf der Frankfurter Buchmesse - gedacht, dass dieses Buch perfekt zu mir passt. 

Sie sollte recht behalten, denn ich habe dieses Buch an zwei Tagen verschlungen. Es hat einfach so viel Spaß gemacht, in meine Kindheit zurückzureisen... 

Die beiden Autoren berichten in dem Buch aus ihrer eigenen Kinder- und Jugendzeit in den 80er Jahren. Sie gliedern ihre Erinnerungen in verschiedene Teilbereiche wie Fernsehen und Medien, politische Entwicklungen etc.


 "Wir Kassettenkinder - eine Liebeserklärung an die Achtziger"  von Stefan Bonner und Anne Weiss


Das Buch kam zu seinem Titel, weil wir Kinder der 80er mit Kassettenrekordern aufgewachsen sind. Jeder von uns war im Besitz von Hörspielkassetten wie "Benjamin Blümchen", "Bibi Blocksberg" (= Bibi ohne Tina und Pferde) und "TKKG" oder hat erste Moderationsversuche auf leeren Kassetten mit der Aufnahmetaste gestartet. Die Autoren hatten auch Kassetten mit den Liedern ihrer Lieblingsbands. Da macht sich mein Altersunterschied zu den beiden bemerkbar, denn ich habe hier bereits CDs und keine Kassetten mehr gekauft. Ähnlich ergeht es mir, wenn von Atari und Commodore berichtet wird. Damals war ich noch zu jung für einen Computer. Ich kann mich erinnern, dass meine Freunde mit Technik affinen Eltern bereits mit Windows 3.X und nicht mehr auf DOS-Basis gearbeitet haben. (Leider fiel insbesondere mein Vater nie in diese Kategorie, weshalb wir weder einen Computer noch einen Videorekorder und erst ab 1993 eine Satellitenschüssel hatten. Aktuell kämpft meine Mutter für einen Internetzugang und hofft darauf, dass die Telekom die analogen Anschlüsse abschafft und mein Vater so zwangsweise auf digital umsteigen muss). 

Dass bereits wenige Jahre Altersunterschied in dem Zusammenhang eine große Auswirkung haben, geben die Autoren selbst zu. Auch erwähnen sie, dass sie nicht die Kompetenz besitzen, um über die 80er in der DDR zu schreiben.

Mir hat es trotzdem super viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und in Erinnerungen zu schwelgen. Vor allem in den Momenten, in denen die Autoren an Dinge erinnern, bei denen ich eigentlich der festen Überzeugung war, dass sie außer mir kein Mensch mehr kennt. Wie z.B. den Mehrteiler "Wilder Westen inclusive", der Ende der 80er an Weihnachten in der ARD lief. Darin begibt sich eine deutsche Familie auf eine abenteuerliche Reise in die USA. Das eine oder andere Fettnäpchfen inklusive. Könnte die ARD ruhig bei Gelegenheit auf "One" wiederholen... 

Besonders gerne erinnere ich mich außerdem an die Werbung der 80er Jahre. Das waren noch Zeiten, als man mit der "Allianz" unbesorgt in einen italienischen Tomatenstapel fahren konnte... 

Daneben wird aufgezeigt, dass unsere Kindheit und Jugend einerseits wunderbar idyllisch und geborgen war, andererseits auch in den 80ern Katastrophen und Skandale an der Tagesordnung waren: kalter Krieg, gehäckselte Küken in Nudeln, hochgiftige Stoffe im Rhein, Tschernobyl und das Waldsterben - um nur einige zu nennen. Den größten Aha-Moment hatte ich hier beim Lesen, als die Autoren aufgezeigt haben, wie dämlich und unverschämt sich die CSU (inklusive des exklusiv zitierten Seehofers) bereits damals beim Thema AIDS verhalten hat. Die Themen sind andere geworden, der menschenverachtende Ton ist geblieben. 

Die Welt stand also auch bereits in den 80ern am Abgrund. Es wäre nun interessant zu wissen, ob das trotzdem vorherrschende Gefühl der Geborgenheit von unserem damals jugendlichen Alter herrührt, oder ob wir mit dem zeitlichen Abstand vieles verklärt haben.

Ich kann das Buch allen, die ungefähr zwischen 1973 und 1985 geboren sind, ans Herz legen. Ich finde, "Wir Kassettenkinder" eignet sich auch ganz wunderbar als Geschenk für Geburtstagskinder dieser Jahrgänge. Insbesondere für die, die einen runden Geburtstag feiern...

Sonntag, 9. April 2017

|About my week| Helsinki, Frühling, Introvert

Ich nehme wieder an der gemeinsamen Aktion von Stehlblüten und book-walk teil und habe einen Wochenrückblick fabriziert.

Ein Bild aus Helsinki. Ich wollte schon immer ein Bilde vor einer rosa Blogger-Wand haben... :)

Wie war Deine Woche? 

Bunt gemischt. Ich bin erst am Montag Morgen aus Helsinki zurückgekehrt und hatte deshalb den Dienstag frei. Somit hatte ich nur drei Arbeitstage, von denen zwei auch noch eher kurz ausgefallen sind. "Überschafft" habe ich mich also nicht gerade. Es war etwas seltsam, aus dem winterlichen Helsinki direkt im deutschen Frühling zu landen (oder soll ich lieber Frühsommer sagen? Zumindest heute war es wirklich abartig warm). Ich war nur sieben Tage weg, aber in der Zeit ist die Natur regelrecht explodiert. Einerseits schön, andererseits habe ich mich heute nach dem Aufwachen so "allergisch" gefühlt, dass ich mich nicht getraut habe, joggen zu gehen. 


Waffeln
Sonntägliches Waffelfrühstück

Rezensionen sind das Kernstück eines jeden Buchblogs. Aber mal ehrlich: Liest du jede Rezension?

Hier muss ich ehrlich zugeben: nein. Zum einen lese ich nur Rezensionen zu Büchern, die in mein Interessengebiet fallen. Warum sollte ich auch die Besprechung eines blutrünstigen Thriller lesen, bei dem mir von vornherein klar ist, dass ich diesen nie lesen werde? Zum anderen bin ich bei Büchern, die mich grundsätzlich interessieren, etwas vorsichtig, denn man möchte nicht "gespoilert" werden. Sehr gerne lese ich Besprechungen zu Büchern, die ich bereits gelesen habe, denn da ist es spannend zu sehen, ob ein anderer Blogger denkt wie ich. Erst letzte Woche bin ich in dem Zusammenhang über die Rezension vom "Medienmädchen" zu "After Passion" von Anna Todd gestolpert und fand es erleichternd, dass sie meine Meinung zu dem Buch geteilt hat. 

Im Umkehrschluss muss ich natürlich auch akzeptieren, dass diese Kategorie nicht zu den meist geklickten hier auf dem Blog gehört.


Gemüsetarte
Immer, wenn ich von einer Reise zurückkomme, freue ich mich darauf, wieder selbst kochen und backen zu können. Nach der Rückkehr aus Helsinki gab es eine Gemüsetarte. Ich liebe es, bei so einer Gelegenheit ein schönes Muster zu legen.

Was war Dein Wochenhighlight?

Dass es so viel Spaß gemacht hat, mein Travel Diary über Helsinki und die Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen zu schreiben. Es war schön, das alles noch einmal zu erleben. Außerdem so viel entspannter als früher, als ich viel ausführlichere Berichte (inklusive Benennung aller Sprünge) geschrieben habe.  

Lesenswertes

Ich hatte mir schon länger vorgenommen, hier Links zu Blogartikeln zu teilen, die mich die Woche über besonders begeistert haben. Nur leider habe ich immer vergessen, mir die entsprechenden Highlights zu merken... Diese Woche sieht das anders aus, und ich präsentiere einen Link, den ich bei "Die Liebe zu den Büchern" entdeckt habe:


Dieser Text steht für einige Artikel, die ich in letzter Zeit zum Thema "introvertiert sein" gelesen habe, und die mir geholfen haben, mich selbst besser zu verstehen und nicht mehr unter dem Druck zu stehen, dass man so sein möchte, wie die Gesellschaft es fordert. Also z.B. einfach dazu zu stehen, dass man am Wochenende gerne alleine daheim ist und nicht ständig unterwegs sein muss. Dass man sich selbst genug ist. Außerdem weiß ich mittlerweile, dass es einen Unterschied zwischen "introvertiert sein" und "schüchtern sein" gibt. Ich habe mich zuvor viele Jahre gefragt, warum es mir nichts ausmacht, vor großen Gruppen fachlich zu sprechen (ich daran sogar Spaß habe), ich aber in jeglicher Small-Talk-Situation kläglich versage. 

Dazu passt auch, dass ich es super finde, Menschen zu kennen, mit denen man schweigen kann. Das ist mir erst in Helsinki wieder aufgefallen. Manch Außenstehender hat sich vielleicht gewundert, wenn wir beim Frühstück kaum geredet haben, aber ich finde das ganz wunderbar. 

Blogrückblick

Travel Diary Helsinki:



Freitag, 7. April 2017

|Wanderlust| Travel Diary: Helsinki during 2017 Figure Skating World Championships - Day 6 and 7

April 2, 2017 

Riesenrad Helsinki
At the harbour of Helsinki.

As the exhibition started at 14:00, we had the morning off. We went by boat to the fortress Suomenlinna and had a walk there. When K. and I had been to Helsinki in 2006, we had also already visited Suomenlinna. But back then, it had been super sunny and warm and today, it was foggy and cold. That's why it was like visiting a totally different place. Everything looked mystical...


Suomenlinna
One of the bridges of Suomenlinna

Suomenlinna
Fog over Suomenlinna

Suomenlinna
Typical Nordic houses on Suomenlinna

Suomenlinna
Café on Suomenlinna

Suomenlinna
Passing an island while leaving Suomenlinna

sea gull
Sea gull

Exhibition

Team Unique

  • Misha Ge - music by Justin Bieber: Evgenia Medvedeva was sitting on the boards for him. This was one of coolest exhibition programs ever. This boy can dance! If he really retires as a singles skater, I think he should give ice dancing a try. He showed more dance moves in this exhibition piece than all the ice dance teams in the FD combined. He probably needs a partner who is not that tall, that's why I would suggest Yana Kokhlova as his partner... 
  • Emmi Peltonen - TFB (typical female ballad) 
  • Cappellini & Lanotte - "La Cumparsita": I had already seen this program at Nebelhorn. Fun to watch.  
  • Shoma Uno - TMB (typical male ballad): he is really cute and has a looot of devoted fans. Kind of like the German ski-jumpers in the millenium years... 
  • Stolbova & Klimov - "Please, Don't Stop the Rain": they have the best throws (alongside their teammates Tarasova & Morozov). 
  • Gabrielle Daleman - "Confident": a real loud disco beat. 
  • Boyang Jin - Cowboy: he had amazingly fast toe-steps. Oh, the good, old times... 
  • James & Cipres - "Unsteady": they ended with a headbanger which was totally appreciated by the audience. 
  • Mai Mihara - "Meditation": very pretty. 
  • Shibutanis - "Do You Remember": choreography by Stephane Lambiel. 
  • Valtter Virtanen - "Island Song": looked like coming straight from Baccardi Island. I liked it. 
  • Team Unique: first time ever I've seen real synchro skating. Interesting to watch. 
  • Törn & Partanen - Joe Cocker: bizar and very short number. They wore fat suits! 
  • Savchenko & Massot - modern "Romeo & Juliet": she died at the end. 
  • Kaetlyn Osmond - "Hallelujah": one of my fave songs - NOT. 
  • Bobrova & Soloviev - "Cherry Pink and Apple Blossom White": probably the most real dancing we've seen in ice dance all week long. I loved it! This would make such a cool Latin OD. Plus, the music brought back memories because Viktor Petrenko had a pro program to the same music. 
  • Javier Fernandez - "Touch of Evil": I found the music kind of unnerving. 
  • Duhamel & Radford - "Heros" by Eric Clapton: an angsty program. 
  • Carolina Kostner - "Claire de Lune" by Debussy: so, so beautiful. It touched my heart. I had goosebumps. 
  • Papadakis & Cizeron - "Belvedere": surprise, surprise, another contemporary program. 
  • Jason Brown - Jamiroquai: it's just so much fun to watch him. And never boring. I looove his over-extended Russian splits. More of this, please. 
  • Sui & Han - Andrea Bocelli 
  • Evgenia Medvedeva - "Meditation": what a talent, doing triple-triple combinations during the exhibition. She makes one feel kind of blessed to be allowed to watch her. I know, there will be more difficult times coming for her (maybe a growth spurt, injuries, a time she realizes the pressure she is under) but right now it's just pure joy to watch her. I hope everyone around her takes good care of her.   
  • Virtue & Moir - "Sorry" by Justin Bieber: I missed the moment when Justin Bieber became a bing thing in figure skating. Nevertheless, kind of a cool program. 
  • Yuzuru Hanyu - "The Swan": he looked so much like Johnny Weir in this costume. An elegant, classical program. 
  • The grande finale - "Light Up the Ice": the offical song of these World Championships is really cool, I think. It has a stirring beat, perfect for such a final. The skaters were having a lot of fun and it was a sight to remember seeing Medvedeva do a triple-triple-triple combination - just for fun. She beat Hanyu here hands down - who was struggling to do two quads in a row or a combination with a 3 axel. 

Exhibition final
Grande finale of the exhibition

That night, we wanted to eat something Finnish and had reserved a table at restaurant "Zetor" which has a connection with the "Lenningrad Cowboys". The restaurant itself is kind of bizarr with a lot of old stuff hanging around and some tractors standing inside and in front of it. The food was good. I had a pearl barely risotto (something I had always wanted to try) with chanterelle and some roasted blueberries with a cookie dough cover and vanilla ice cream for dessert. This was very, very yummy. A nice and relaxing ending to our fabulous trip to Worlds in Helsinki.



Graupenrisotto
Risotto

April 03, 2017

The next day, we had to get up really early as our flight was leaving before 8:00 in the morning. I was wide awake when I couldn't find the second keycard to our hotel room. It had accidentally fallen into the bin standing in front of the desk in our room. 

We took a taxi to the airport and the security check went much smoother than in Frankfurt with the exception of K.'s jacket being deemed "explosivly dangerous". 

The flight was unproblematic and I had a very nice moment when I left the plane and the stewardess told me she liked the way I had braided my hair and that she had been looking at it all flight-long. What a nice compliment. 

And this is also the end of my travel diary from Helsinki. I hope you had fun reading abut my Finnish adventures. We plan to be back with a review from Nebelhorn Trophy in September. 2018 or 2019 Euros would have also been an option (we are so motivated to watch some more live skating right now) but Moscow and Minsk seem to be too complicated to reach.

Donnerstag, 6. April 2017

|Wanderlust| Travel Diary: Helsinki during 2017 Figure Skating World Championships - Day 5


My Helsinki

April 1, 2017 

Today, we were greeted by a mixture of snow and rain which K. had to endure without an umbrella because she had forgot and lost hers at the rink the day before. I forgot my pillow there as well but luckily it's blue and blended in with the actual seat so well that it was not spotted and I could still find it at my place. 

Men LP 

It feels like I've known Michael Christian Martinez from the Philippines forever. Special thanks to him for doing the comeback of the "Charlotte". 

Keniji Tanaka woke up the audience by skating to Yagudinesque circus music. 

Paul Fentz is another skater I've seen quite often over the years and I've definitely never seen him nail an LP like he did here. I can still remember the times when German men were struggling to do a 3 axel... 

Julian Zhi Jie Yee is another crowd favourite from Nebelhorn Trophy. He rocked the ice to music by James Brown and is coached by Michael Hopfes, a former German skater now living and coaching in Canada. Julian presented the Vakhtang Murvanidze element (the real name escapes me, you glide over the ice and lean back until your body is parallel to the ice) which I loved seeing again. 

Moris Kvitelashvili "put a spell" on Sissy Krick (considering the fact that Germany has reached the status of a developing country in skating, there are still one hell of a lot German judges and officials around...) and some Japanese fans by playing to them and moved up several places in the standings with this LP. 

Misha Ge's "Nutcracker" LP was simply fantastic. What a balletic masterpiece. I loved it. It was one of the rare programs you wish would go on and on and not end after 4:30. Most amazing moment was when he showed his emotions and the audience just screamed in response. Gave me goosebumps. I definitely need to watch this again... 

I'm sorry to announce this but the last Czech skater being able to hold it together in the LP was Petr Barna. Michal Brezina (and also Tomas Verner when he was still competing) managed to have another melt-down in the LP. 

If I look in Deniss Vasiljev's face, I see little Ilia Kulik winning 1995 Euros. I have to mention once again how much he moves like his coach. His final combination spin was fabulous, too. 

I was glad Brendan Kerry wasn't overly nervous and did a solid LP to music from "Pirates of the Carribean". Oh, how I would love to hear this music again in ice dance... 

The third group was the most boring and inconsistent group of all four. I found most music choices rather boring. Mikhail Kolyada was the first one with upbeat music but, unfortunately, he made some mistakes. 

I love how Jason Brown can make something interesting out of even the tingliest piano music. It's such a pleasure to watch him skate. The way he holds his body, how he keeps his free leg straight after every jump landing... He even brought the spiral sequence and the Russian split (with over extension - kind of like a Russian rhythmic sports gymnast) back on the ice. Another program I need to watch again. 


Yuzuru Hanyu
Yuzuru Hanyu


Yuzuru Hanyu was pure magic. He nailed every single element and this is definitely one of the skating moments I will never forget in my whole life. The audience went totally wild and covered the whole ice surface with flowers and stuffed animals. A program I have already re-watched. But I can't believe people are criticising his costumes (something along the line of looking like a Russian ice dancer from the 90's). What do they want? Everyone skating in all-black-everything? How boooring... I love how his costumes remind me of Johnny Weir. 

Who in all world is picking the music for Nathan Chen? This kid has not much more than the quads uptonow and then, you're making it super difficult for him by choosing music like "The Polovetsian Dances"? A music made for grown-up, super dramatic ice dancers like Bestemianova & Bukin? Something a little bit lighter should have worked so much better for him. 

Boyang Jin may not be the most artistic skater, either, but he was very enjoyable to watch both in the SP and his "La Strada" LP because he chose his music wisely and sold his programs very well. Luckily, no "stone-faced Asian warrior". What a quadfest he delivered! 

Patrick Chan's music composed by Eric Radford was a bit on the monotonous side. The first part of his program was flawless but, then, he started to make some mistakes and lost any chance of winning a medal. 

I liked Shoma Uno so much better in the LP than the SP. He skated to Tango music and fought his way to silver. I liked how he never gave up and his 3 axel 3 Toe combination was one of the most explosive things I've ever seen in skating. 

The Canadians next to me left before Fernandez. Huh? I'm trying to imagine how many ski races in Garmisch I would have had to leave early, if I had left after every disappointing performance by Aksel... 

Javier Fernandez' "Elvis" LP was even shakier than the one from Euros and catapulted him out of the medals. 

Yuzuru Hanyu during the medal ceremony
Yuzuru Hanyu during the medal ceremony

Medal ceremony of the men
Medal ceremony of the men

As we had no intention to watch the complete FD, we went to town again and had lunch at some Mexican restaurant. Nevertheless, we managed to be back at the rink during group 1. Us skipping parts of a competition never seems to work out... 

Nicolaj Sørensen must be very handsome because I mentioned again in my notes how "easy on the eye" he is. 

I liked Tobias & Tkachenko's "Swan Lake". And not just because I've always had a soft spot for him... 

One can't thank Kaliszek & Spodyriev enough for their music choice: their "Dirty Dancing" was hands down the most fun to watch FD of the whole night. If someone had told me in the 90's about Sylwia Nowak choreographing the most entertaining FD for 2017 World, I would have laughed (because I had Nowak & Kolassinski in the "boring" category). 

I called the third group "the Spanish group" because it consisted of two Tangos and "Concerto de Aranjuez". Therefore kudos to Cappellini & Lanotte for choosing "Charly Chaplin". 

Because nothing was able to grab my attention, I started to wonder why I don't like today's ice dancing that much anymore. I came to the conclusion the dancers are spending ¼ of their FDs with going in and out of lifts and doing them. Add the unnerving dance spin and the twizzles and there is not much left for REAL dancing. 


Rahkamo & Kokko
Best thing about ice dancing in Helsinki: costumes of Rahkamo & Kokko on display at the rink ("La Strada", Beatles, "Valse Triste")

After the last group, I was more than ready to dig out an old ice dance tape with footage from the 90's... I kind of liked Chock & Bates but, unfortunately, they had a disastrous skate. All the other teams of the last group looked like they were competing in "Dancing with the Stars" - all of them doing "contemporary". The only difference to the TV show: they were not barefoot. Yes, it's nice Papadakis & Cizeron "invented" something new with their FD from 2014/15 but must they go on doing the same FD over and over again? And must everyone copy them? Yes, there have always been "trends" in ice dancing (the story-telling from the early 90's, going back to "real" dancing for 1994 Olys etc.) but it has never been lacking diversity as much as it does right now. I was seriously craving some Russian folk at the end of this FD. Or some "Man in the Iron Mask". Hell, I would have even taken something by the Duchesnays... ;-)