Sonntag, 30. Juli 2017

|About my week| Heia, Norge!

Blumen Makrofotografie

Wie war die WOCHE? 

Kalt-heiß. Also auf die Temperaturen bezogen. Mitte der Woche bin ich teilweise fast erfroren, so kalt war es tagsüber. Ab Freitag hat der Sommer hier im Südwesten eine 180-Grad-Kehrtwendung hingelegt. Aktuell sitze ich bei schönstem Sommerwetter draußen und tippe diesen Artikel. Nächste Woche soll der Sommer weiterhin Vollgas geben, was ich grundsätzlich gut finde, nur leider sind für Mittwoch 35 Grad und das Abhalten einer Schulung (ich als Vortragende) keine Traumkombi. 

Ich bin froh, dass ich gestern Morgen eine Runde laufen war, denn an den Tagen davor war es viel zu regenreich und seit heute ist es zu heiß. Irgendwie sind die aktuellen Witterungsbedingungen so gar nicht passend für Outdoor-Sport. Aber das ist für mich kein Grund, gänzlich auf Sport zu verzichten. Ich ziehe tapfer mein Online-Sportprogramm durch und "turne" an mindestens 5 Tagen in der Woche für 20-30 Minuten vor dem Notebook. Das kann ich wirklich jedem ans Herz legen und da lasse ich auch keine Ausreden gelten. Die Zeit kann jeder finden. Mann muss sich nur aufraffen und z.B. auf eine halbe Stunde Fernsehen oder Handy-Konsum verzichten. Falls dem jemand entgegenhalten sollte: "Aber ich brauche diese Zeit auf der Couch zu Entspannung!", so kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass Sport eine effektivere Art der Entspannung bedeutet, und dass man sich danach viel besser und relaxter fühlt.

Das bedeutet nicht, dass ich alles richtig mache. Ich mache mir aktuell über meine Ernährung Gedanken und werde versuchen, da an ein paar Stellschrauben zu drehen.

Am Samstag Abend habe ich einen tollen Abend bei Burgern und Zitronenlimo verbracht. Für mich gibt es kein leckereres Burgerpatty als dieses aus Süßkartoffeln. So lecker. Und nein, ich bin kein "richtiger" Vegetarier. Ich esse nur ganz, ganz wenig Fleisch. Weil es mir nicht schmeckt. Hat es mir noch nie. Ich bin schon seit Kindertagen der "Spätzle mit Soße"-Typ, der die Scheibe Rinderbraten verweigert hat. Deshalb fällt es mir natürlich leicht, auf Fleisch zu verzichten. Trotzdem denke ich, dass auch Fleischliebhaber an sich arbeiten sollten. Wir müssen als Gesellschaft zurück an den Punkt kommen, wo Fleischgenuss etwas Besonderes ist, das es z.B. nur am Wochenende gibt. So wie es bei unseren Großeltern früher der Fall war.


Burger
Yummy Burger-Date am Samstag Abend

Sehenswerter Link der WOCHE: 

Achtung, heute kommt der absolute Norwegen-Spam in dieser Kategorie, denn ich habe den gestrigen Tag damit zugebracht, die Hochzeit von Marthe & Leif auf allen Social-Media-Kanälen zu verfolgen. Leif Christian Haugen ist ein norwegischer Skifahrer, der dieses Jahr bei der Ski-WM die Bronzemedaille im Riesenslalom gewonnen hat. Die Hochzeit fand in einer wunderschönen Location in Inderøy statt. Hier gelangt man zu einem kurzen Artikel der schwedischen Bloggerin Janni Delér mit wunderschönen Bildern. Bei Instagram gibt es unter dem Hashtag #martheogleif weitere Fotos und Filmchen. 

Wer Inspiration für einen Roadtrip durch Norwegen benötigt, dem empfehle ich den Blog von Frau Brüllen. Nach der Lektüre ihrer Einträge zu einzelnen Reisetagen würde ich mich auf alle Fälle am liebsten ins Auto setzen und nach Norwegen fahren. Egal ob mit Benziner oder E-Auto... 

Wer sich mehr für bewegte Bilder denn lange Texte interessiert, dem lege ich Andreas Hems "Crazy Summer Edit" über seinen bisherigen norwegischen Sommer ans Herz. Seine Videos sind echte filmische Meisterwerke.


Kilius & Bäumler Karin Janz
Ausstellung der Sporthilfe mit Kilius & Bäumler und Karin Janz

Erkenntnis der WOCHE:

Ich kann keine Dokus über Masthähnchen schauen, ohne in Tränen auszubrechen. Die armen kleinen "Biebele" (=Kücken) auf dem Förderband, wo sie aussortiert werden...

Spruch der WOCHE: 

"Stoßlüften!" Laut Gayle Tufts die deutsche Antwort auf alle Probleme. Würde auch erklären, warum "einen Zug bekommen" eine urdeutsche Erkrankung ist.

Auf meinem Blog diese WOCHE:


Donnerstag, 27. Juli 2017

|Wanderlust| Ein Wochenende in München

Englischer Garten München
See im Englischen Garten (von echten Insidern auch E-Garten genannt)

Über meinen Besuch beim Konzert von Robbie Williams habe ich hier bereits berichtet, ich möchte aber auch gerne allgemein etwas über meine Städtereise nach München erzählen. Ich war bereits vor einigen Jahren für ein paar Tage in München (noch länger her ist ein Schulausflug in die bayrische Landeshauptstadt, von damals ist mir aber vor allem ein völlig unfähiger Fahrer unseres Reisebusses in Erinnerung geblieben, der sich offensichtlich überhaupt nicht auskannte, weshalb wir uns ständig verfahren haben und binnen einer halben Stunde zweimal am Olympiastadion vorbeigefahren sind) und mir hat die Stadt schon damals sehr gut gefallen. Ja, ich gebe es zu, ich bin eher der Fan von "sauberen" und nicht ganz so riesigen Städten. Eine Reise in eine indische Großstadt würde mich eher überfordern, denke ich. 

Englischer Garten München
Eisbach im Englischen Garten

Auch dieses Mal hat mich München nicht enttäuscht, und wir hatten eine wirklich schöne Zeit dort. Die freitägliche Anreise wäre ohne Navi mit einer Funktion für Echtzeit-Verkehrsinformationen zum Super-GAU geworden, denn die Strecke zwischen Stuttgart und Ulm ist aktuell eine Katastrophe. So sind wir anstatt über die Autobahn zunächst über die Bundesstraße gefahren und haben ungefähr zwischen Geislingen und Ulm eine Überlandfahrt unternommen. Landschaftlich sehr schön. Nach Ulm hat uns das Navi zurück auf die Autobahn gelotst und ab da lief es super. 


Englischer Garten München
Monopteros im Englischen Garten

Unser Hotel kann ich leider nicht wirklich empfehlen. Die Lage mitten in Schwabing war perfekt und auch die Anbindung an die Autobahn war sehr gut. Leider arbeitet das Hotel auf einer Buchungsplattform mit einer Fehlinformation: dort steht schwarz auf weiß, dass Parkplätze vorhanden sind und man NICHT reservieren muss. Wir fahren dort vor und was wird uns vor den Latz geknallt: "Wie, Sie haben nicht reserviert? Da muss man selbstverständlich vorab reservieren. Die Tiefgarage ist voll, schauen Sie, wo Sie am Straßenrand parken!" Ohne Worte. Zum Glück hatten wir die Insiderinformation, dass ca. 10 Minuten entfernt ein öffentlicher Parkplatz ist, denn am Straßenrand einen Parkplatz zu finden, entpuppte sich als völlig aussichtsloses Vorhaben (ganz abgesehen davon, dass man einen Anwohnerparkausweis benötigt oder ständig 2€ in einen Automaten schmeißen muss). Man kann sich vorstellen, dass uns das Parken auf dem öffentlichen Parkplatz ein kleines Vermögen gekostet hat... Ein weiteres Manko war die zwar vorhandene, aber nicht funktionierende Klimaanlage im Zimmer, die uns zwei heiße Nächte beschert hat. 

Frühstück im "Cotidiano"

Bedenkenlos ans Herz legen kann ich Euch hingegen das "Cotidiano" in Schwabing. Da waren wir sowohl frühstücken als auch abends zwei Mal essen, und ich fand es wirklich sehr, sehr lecker. Vor allem kommt mir das dort angebotene, hippe, #healthy Essen sehr entgegen. Wenn man kein typisches Instagram-Food mag, ist man dort eher fehl am Platz. Ich habe u.a. mehrfach etwas mit Avocado und Hummus gegessen, was ich super lecker fand. Auch die hausgemachte Zitronenlimonade war sehr gut und vor allem auch definitiv nicht fertig gekauft, denn sie hat an beiden Tagen unterschiedlich geschmeckt. Ein kleiner Bonus für mich: die haben dort tatsächlich Paulaner Spezi. 


Peter Lindbergh
Peter Lindbergh

Den Samstagmorgen haben wir für den Besuch der Peter Lindbergh Fotoausstellung genutzt. Dieser ist vor allem für seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen der in den 90er Jahren berühmten Supermodels bekannt. Die Ausstellung hat mich wirklich begeistert. Allein die Größe der Bilder hat mich total beeindruckt. Wann sieht man ansonsten eine Fotografie, die eine halbe Wand einnimmt? Außerdem war es eine Wohltat, in Zeiten extensiver Photoshop-Nutzung unretouchierte Bilder zu sehen. Peter Lindbergh hat neben den Aufnahmen aus der Modebranche auch Tänzer und Schauspieler fotografiert. Neben den Fotos wird auch sein Equipment ausgestellt, und man erfährt einiges aus seinem Lebenslauf. Besonders gut gefallen hat mir ein Raum, der wie eine Dunkelkammer aufgebaut war. Ich kann diese kurzweilige Ausstellung ohne Einschränkung empfehlen. Auch für nicht so begeisterte Museumsgänger, denn sie ist mit einer Verweildauer von ca. einer Stunde auch für solche geeignet. 


Rathaus
Rathaus

Im Anschluss sind wir durch die Münchner Innenstadt inklusive der üblichen Touri-Hotspots wie z.B. den Marienplatz geschlendert. Nach einer Pause im Café an der Uni, das ich von meinem letzten München-Besuch kannte, sind wir durch den Englischen Garten zurück nach Schwabing gelaufen. Dabei haben wir zufällig die Eisbach-Surfer gefunden, die ich bei meinem letzten mehrtägigen Münchenbesuch nicht gesehen habe. 


Englischer Garten München
Surfer am Eisbach

Am Sonntagmorgen waren wir zum Abschluss im Café an der Münchner Freiheit frühstücken. Das war kein Highlight, denn zum einen war der Kellner unfreundlich und zum anderen hat mein Bircher Müsli geschmeckt, als sei es mit der Fertigmischung von Alnatura zubereitet. Der frisch gerieben Apfel hat definitiv gefehlt. 


Englischer Garten München
Sommervergnügen im Englischen Garten

Mein Fazit zu diesem Wochenende in München: so etwas sollte man viel öfters machen. Es war einfach rundherum eine sehr gelungene Unternehmung. Außerdem überlege ich ernsthaft, ob ich mir vor meinem (nervigen) Geburtstag im nächsten Jahr eine "Bucket List" machen soll, auf der so Dinge wie "ein Konzert besuchen" stehen (das könnte ich nun ohne zu zögern abhaken).

Montag, 24. Juli 2017

|About my week| I love Munich


Sonnenblume in München
Sonnenblume in München

Wie war die WOCHE? 

Erfüllend. Vielleicht hört sich das Wort ein bisschen seltsam an, aber ich habe in dieser Woche viel erlebt, und das finde ich klasse. Am Montag hatte ich frei, denn ich musste meinen Vater zu einer Untersuchung in eine Klinik fahren. Das war eine ziemliche "Über-Land-Kurverei" (ich liebe Straßen ohne Mittelstrich - NICHT...) und auch Besuche in Krankenhäusern gehören nicht gerade zu meinen größten Hobbies (ich bin wirklich sehr, sehr empfindlich, was das betrifft und mag auch nur sehr ungern irgendwelche Krankengeschichten hören. Vielleicht habe ich da aufgrund der vielen Krankenhausaufenthalte meines Bruder ein bisschen ein Kindheitstrauma...), trotzdem empfinde ich es als positives Erlebnis, da ich meinen Eltern helfen und so etwas zurückgeben konnte. 

Ich hatte ein super schönes Wochenende, denn ich war von Freitag bis Sonntag in München. Anlass des Städtetrips war das Konzert von Robbie Williams, von dem ich bereits hier erzählt habe. Ich hatte keine übersteigerden Erwartungen an dieses Wochenende und entsprechend schön war diese Reise. Gerne wieder. 


Rathaus München - bekannt von diversen Meisterfeiern

Sehenswerter Link der WOCHE: 

Obwohl mein Interesse in den letzten gut zehn Jahren merklich abgekühlt ist, schlägt mein Herz noch immer für das Eiskunstlaufen, und ich freue mich auf die Olympischen Spiele (nur noch unter 200 Tage! Und weniger als 100 Tage bis Sölden...). Diesen Eiskunstlauf-Blog habe ich mittlerweile auf Facebook abonniert, und ich freue mich vor allem über die Bilder, die dort zusammengefasst werden. In diesem Post gefallen mir die der russischen Eistänzer Stepanova & Bukin besonders gut. Hot... 


Englischer Garten in München
Englischer Garten

Erkenntnis der WOCHE: 

Manche persönlichen Eigenheiten hat man nicht gestohlen. Sondern vererbt bekommen. Ich ähnle in vielem meiner Oma. Z.B. kann ich (auch nur leicht) kratzende Kleidungsstücke überhaupt nicht leiden. Ich rede hierbei nicht nur von Schurwolle sondern auch vom von vielen geliebten Cashmere oder von 80% aller Polyester-Produkte. Sollte ich jemals ein Hochzeitskleid kaufen, wird meine Regel Nummer 1 sein, die ich im Brautmodengeschäft verkünde: es darf keinesfalls kratzen! Bei vielen günstigen und mit Spitze besetzten Brautkleidern juckt es mich nämlich schon beim Anschauen. 

Am Montag ist meiner Mutter eine weitere Parallele von Oma und mir aufgefallen. Als ich erzählt habe, dass ich Handtaschen mit "Füsschen" bevorzuge, meinte sie: "Wie die Oma! Die hat auch immer gesagt, kauf mir bloß keine Handtasche, die ich nicht hinstellen kann!" 

Spruch der WOCHE: 

"Möchtest Du diese Rose haben?" Wir haben uns köstlich über die bisherigen Folgen der "Bachelorette" amüsiert und freuen uns auf das Finale am Mittwoch. 

Auf meinem Blog diese WOCHE:




Sonntag, 23. Juli 2017

|Wanderlust| Robbie Williams Konzert in München

Robbie Williams Konzert in München

Ich habe gestern das Robbie Williams Konzert (ist es eigentlich bezeichnend für meinen Job, wenn ich in der Überschrift "Konzern" anstatt "Konzert" schreibe?) in München besucht. Das war ein echte Premiere für mich, denn ich war noch nie auf einem Konzert. Ich bin eher der Sportnerd, den man zu jeder Sportveranstaltung schleppen kann (eigentlich wäre ich ein "dream girl-friend", denn zur Not würde ich auch die AH-Mannschaft meines Freunds auf dem Sportplatz in der Provinz anfeuern...). Allerdings bevorzuge ich Sportevents mit Sitzplätzen. Aus diesem Grund stellte das Konzert auch eine echte Herausforderung für mich dar, denn wir hatten Tickets für die Stehplätze im Innenraum. 

Die Hinfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und den Einlass am Olympiagelände würde ich in die Kategorie "anstrengend" einordnen, denn sowohl die Bahnen als auch der Eingangsbereich waren sehr voll. Ich vermute, das liegt daran, dass die Infrastruktur am Olympiapark aus den 70er Jahren stammt. Wobei dies auch gleichbedeutend mit einem erhabenen Moment war: für mich als großer Olympiafan war es ein spezielles Gefühl, als ich das Stadion betreten durfte, in dem z.B. Ulrike Meyfarth bei den Olympischen Spielen 1972 Gold gewonnen hat. Wenn ich mir ein historisches Ereignis aussuchen dürfte, an dem ich live dabei sein möchte, kämen die Olympischen Spiele von Lillehammer 1994 an der Position eins und München 1972 an zweiter Stelle.


Robbie Williams Konzert in München


Im Nachhinein war die Anreise inklusive Einlass und die Rückfahrt weit anstrengender als der eigentliche Aufenthalt im Stadion, denn dort gab es kein Gedränge und zumindest bei uns am mittigen Rand des Innenraums hatte man wunderbar Platz. Da habe ich beim Ski alpin in Garmisch schon bedeutend eingequetschter gestanden. Außerdem waren die anderen Zuschauer sehr relaxt und angenehm. Kein Wunder, war der Altersdurchschnitt doch höher als erwartet. Eher so bei Mitte 40 aufwärts. Ich hätte vorher auf einen Schnitt von Ende 30 getippt, schließlich ist das genau die Altersklasse, die zur Hoch-Zeit von "Take That" im Teenie-Alter war. Zur angenehmen Atmosphäre trugen die hohen Alkoholpreise bei, da so niemand total betrunken durch das Stadion getorkelt ist. Diese gechillte Grundstimmung hat mich an die Biathlon-WM in Oslo erinnert. 

Die Vorband "Eraser" möchte ich mit dem Zitat einer Freundin abhandeln: "haben nicht gestört". Wobei ich mich frage, ob es eigentlich einen undankbareren Job gibt als den einer Vorband...

Obwohl ich theoretisch zur Generation "Take That" gehöre, haben diese mich damals nicht interessiert. Wie bereits oben erwähnt, war ich Team "Sport" und meine Idole hießen Gordeeva & Grinkov, Kjetil-Andre Aamodt und Janne Ahonen. Aufmerksam auf Robbie Williams wurde ich erst durch seine Solo-Single "Supreme". Ab da war ich ein "casual fan" und habe deshalb spontan zugesagt, als eine Freundin mir ein Ticket für das Konzert in München angeboten hat. Ich ging ohne große Erwartungen in dieses Konzert und wie so oft im Leben entpuppte sich das als die perfekte Voraussetzung für einen gelungenen Abend.


Robbie Williams Konzert in München


Zu Beginn war ich zugegebenermaßen ein bisschen geschockt von Robbies Aussehen, denn er hat - mal wieder - an Gewicht zugelegt (ich hoffe, es liegt daran, dass er erneut mit dem Rauchen aufgehört hat) und auf hohenlohisch würde man sagen "er hat einen rechten Mostkopf [gesprochen: Mauschdkopf] beieinander!" Als unfit würde ich ihn trotzdem nicht bezeichnen, denn er hat sein Programm gut durchgehalten. 

Das Intro fand ich super klasse. Okay, Eminem am Anfang war etwas "random", aber "God Bless Our Robbie" (zur Melodie "Land of Hope and Glory", die ich mag, obwohl ich nun wirklich nicht pathetisch-nationalistisch veranlagt bin) war genial, denn der Text beinhaltet genau das, für was ich Robbie mag: er hat Selbstironie und nimmt sich selbst nicht so ernst. So etwa in der Liedzeile, in der er sich als "global player" bezeichnet - außer in den US of A. Dieser Zusatz hat in München für extra lauten Applaus und Kreischen gesorgt. Sagt ein bisschen etwas über das aktuelle Standing der USA in Deutschland aus... Den letzten Satz in dem Song hat m.E. mangels einer entsprechenden Reaktion die Mehrheit des deutschen Publikums nicht verstanden: "Robbie is well hung".

"The Heavy Entertainment Show" und "Let Me Entertain You" empfand ich als perfekte Opener, denn sie brachten das Publikum sofort in Stimmung. Mir hat von Anfang an gut gefallen, dass Robbie sich live so anhört wie auf CDs. Da kann man nicht von allen Sängern behaupten... 

Das dritte Lied war eine schöne Überraschung für mich, denn das eigentlich nicht so bekannte "Monsoon" ist einer meiner absolut liebsten Songs von Robbie. Zu "Escapology" besitze ich auch eine Konzert-DVD und da ist "Monsoon" ebenfalls eines meiner Highlights. So schön, dass ich das nun auch live sehen durfte. 

Bei "Party Like a Russian" musste ich sofort an die legendären Partynächte in Gelsenkirchen beim dortigen Eiskunstlaufwettbewerb denken. Ich mag den Song, aber live war er nicht so mitreißend wie erwartet. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass irgendein russischer Eiskunstläufer zu diesem Titel ein Schaulaufprogramm bastelt.

Wo wir gerade beim Thema Eiskunstlaufen sind, "Minnie the Moocher" erinnerte sowohl mich als auch meine (Eiskunstlauf-)Freundin bereits beim ersten Takt an einen typischen Originaltanz im Eistanzen.

"Freedom 90" ist Robbies Tribute für sein Idol George Michael.

Das Audience Singalong Medley (u.a. "Livin' On a Prayer", "Rehab"...) empfand ich als gelungene Abwechslung und super Kniff, um das Publikum in die Show zu integrieren. Generell war die gesamte Show toll abgestimmt und ließ keine Minute Langeweile aufkommen. 

"Love My Life" hat Robbie seinen Kindern und beim Konzert allen Mommies und Daddies im Publikum gewidmet. Man hat aus seinen Worten die Liebe zu seinen Kindern herausgehört, und ich fand das auch authentisch und musste nicht an Konzert-Kitsch denken. Mich haben seine einleitenden Worte sogar ein bisschen melancholisch gestimmt. Auch weil ich den Eindruck habe, dass seine Tochter ein "Daddy's Girl" ist wie ich...

"Come Undone", "Millenium" und "Kids" (hier weiche ich von der Reihenfolge im Konzert ab, aber ich möchte diese Lieder gerne in meinem Review zusammenfassen) haben mir allesamt gut gefallen. Ich habe auch nichts daran auszusetzen, dass Robbie auf viele ältere Songs zurückgegriffen hat (inklusive Coversongs seines "Swing"-Albums). Das war der Stimmung definitiv zuträglicher, als wenn er sich auf sein neues Album konzentriert hätte, ohne dass er wie ein alterndes Showpferd wirkt, das immer denselben Song performen muss (à la Rex Gildo und "Hossa").  

Für "Somethin' Stupid" hat sich Robbie einen weiblichen Fan auf die Bühne geholt. Sie sollte die Rolle von Nicole Kidman übernehmen. Allerdings versehen mit einer Art Maske vor dem Mund, die mich an die unsäglichen Puppenspieler in deutschen Schlagersendungen erinnert hat.

"Rudebox" ist in der Setlist eine Art Gag, denn Robbie weiß sehr wohl um den schlechten Ruf des Songs und seiner Rapper-Qualitäten. 

Ich mag es, dass Robbie seinen Dad mit auf dieser Tour dabei hat. Mein Papa ist zur Zeit gesundheitlich angeschlagen, und wenn ich gegenwärtig auf Tournee wäre, würde ich ihn auch mitnehmen <3 . Man muss die Zeit mit seinen Eltern nutzen... "Sweet Caroline" mag ich persönlich sowieso sehr gerne, denn ich fühle mich sofort zu einem Even im Ski alpin versetzt. Das lässt mein kleines Après-Ski-Herz höher schlagen...


Robbie Williams Konzert in München


"Feel" und "Rock DJ" waren ein perfektes Finale, bevor "She's the One" und "Angels" als gefühlsbetonte Zugaben das Ende der Show bedeuteten. Alle, die mich ein bisschen kennen, wissen, dass ich überhaupt kein Balladen-Fan bin. Ganz im Gegenteil... Deshalb ist es ein bisschen überraschend, dass mir bei Robbie auch die langsamen Songs gefallen.

Den finalen Akkord der Show bildete "My Way" (ein Zusatzlied, das für manche wohl überraschend kam, denn die waren schon auf dem Weg zum Parkplatz). Ein würdiges Ende.

Schön war's. Gerne wieder. Bitte genauso entspannt und bei dem gleichen perfektem Wetter (nicht zu heiß und nicht so kalt).


Freitag, 21. Juli 2017

|Leseliebe| "Heute sind wir Freunde" von Patrycja Spychalski

"Ich finde, Leo ist wie eine Praline ... Du weißt doch, wenn man eine von den Schachteln öffnet, dann sehen diese ganzen Pralinen so unglaublich lecker aus ... Und dann sucht man sich, nach langem Hin und Her, eine Praline aus und beißt rein und ist total enttäuscht."


"Heute sind wir Freunde" von Patrycja Spychalski

"Heute sind wir Freunde" 

Patrycja Spychalski
Jugendbuch
Deutsch
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Empfehlung: Für alle, die gerne in Erinnerungen an Ihre Schulzeit schwelgen, das raue Küstenwetter lieben und auf der Suche nach einer locker, leichten Lektüre sind.

Sturmwarnung an der deutschen Küste! Nell, Valeska, Leo, Chris und Anton sitzen trotzdem in der Schule und schreiben eine Arbeit nach. Sie alle kennen sich aus dem Schulalltag und haben trotzdem nicht viel miteinander zu tun: Nell ist seit Monaten in den Schulschönling Leo verknallt und merkt deshalb nicht, dass Fotograf Chris Gefühle für sie entwickelt hat. Anton hingegen ist der typische Außenseiter, der mit niemandem Kontakt hat. Valeska scheint das genaue Gegenteil von Anton zu sein. Sie ist wunderschön, wird von allen beneidet und viele glauben, sie würde das perfekte Leben führen. Als sich die Wetterlage schneller als erwartet verschlechtert, sitzen die fünf als unfreiwillige Schicksalsgemeinschaft in der Schule fest. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten entwickelt sich der Nachmittag zur Nacht ihres Lebens und sie alle müssen erkennen, dass sich ein Blick hinter die Oberfläche auch bei langjährigen Mitschülern (und Facebook-Freunden) lohnt... 

Manch älterem Leser mag der Plot bekannt vorkommen, denn er erinnert an den Kultfilm "Breakfast Club" aus den 80er Jahren. Ich selbst habe den Film nie gesehen (ganz so alt bin ich dann doch nicht...), habe aber schon darüber gelesen, weshalb mich der Klappentext von "Heute sind wir Freunde" direkt an diesen Film denken ließ. 

Mir hat diese Geschichte ab der ersten Seite sehr gut gefallen. Endlich einmal ein Buch, bei dem die Wechsel der Perspektive in jedem Kapitel Sinn machen, denn ich denke, es hilft der Geschichte, dass sie nicht nur aus Sicht eines Protagonisten erzählt wird. So bekommt die Erzählweise mehr Vielfalt, und es konnten auch die Charakterzüge der fünf Mitschüler besser herausgearbeitet werden. Hätte man z.B. über den gutaussehenden, lockeren Leo nur aus Sicht eines anderen gelesen, wäre sein Charakter eindimensional geblieben. So erkennt man als Leser, dass doch mehr in ihm steckt. 


Empfehlung: Für alle, die gerne in Erinnerungen an Ihre Schulzeit schwelgen, das raue Küstenwetter lieben und auf der Suche nach einer locker, leichten Lektüre sind.


Lobend erwähnen möchte ich auch, dass die Geschichte in Deutschland angesiedelt und nicht - wie auch in Jugendbüchern von deutschen Autoren gerne genommen - in die USA verlagert wurde. Gerade der Schauplatz mit Küstennähe hat mir super gefallen. 

Ein bisschen einseitig fand ich die Sichtweise auf die Lehrer, denn die waren in den Augen der Schüler alle vertrottelt und antriebslos. Das war mir persönlich zu einfach gestrickt, denn ich kann mich gut daran erinnern, dass ich in der Oberstufe viele motivierte und kompetente Lehrer hatte, denen wir Schüler Respekt entgegenbrachten und die wir auch gut leiden konnten. 

Eine gute Abwechslung zu den ansonsten häufig vertretenen absoluten "Happy Endings" fand ich das relativ offene Ende. So kann man als Leser die Geschichte selbst im Kopf weiterspinnen und z.B. überlegen, was aus Valeska und ihrem Schwarm wird. 

Mittwoch, 19. Juli 2017

|Leseliebe| "Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth

"Verstehen kann man Russland nicht, und auch nicht messen mit Verstand. Es hat sein eigenes Gesicht. Nur glauben kann man an das Land."


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth

"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" 

Stephan Orth 
Sachbuch 
Deutsch 
E-Book 
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Neu Kategorie für diejenigen, die nicht die komplette Rezension durchlesen möchten... 
Empfehlung: für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wie der Alltag in Russland aussieht und sich nicht von der Kategorie "Sachbuch" abschrecken lassen.

Russland (respektive die Sowjetunion) fasziniert mich schon seit Kindertagen. Ich bin mir nicht sicher, woran das liegen mag, wahrscheinlich an meiner Liebe zum Eiskunstlaufen, denn da fand ich die russischen Eisläufer schon immer am besten. Als ich "Couchsurfing in Russland" entdeckte habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch gerne lesen möchte, denn der Klappentext erweckte bei mir den Eindruck, dass man einen tiefergehenden Einblick in die russische Seele erhalten würde. 

Das Buch ist in kurze Kapitel gegliedert, in denen der Journalist Stephan Orth seine Erfahrungen als Couchsurfer in verschiedenen russischen Regionen schildert. Er konzentriert sich hierbei nicht auf die auch weniger Russland interessierten Menschen bekannten Städte Moskau und St. Petersburg sondern begibt sich auch in ganz weit im Osten belegene Regionen mit teilweise (zumindest im Winter) klimatisch unmenschlichen Bedingungen. 

Daneben enthält jedes Kapitel ein Schlagwort zu einem Buchstaben des Alphabets mit den entsprechenden Erläuterungen. So etwas mag ich sehr gerne, denn es lockert die einzelnen Kapiteltexte auf. Das gilt auch für die kurzen Erkenntnissgewinne, die der Autor am Ende eines jeden Kapitels formuliert, sowie für die enthaltenen Fotos. 


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von  Stephan Orth


"Couchsurfing in Russland" ist für mich eines jener Sachbücher, das sich wie Unterhaltungsliteratur liest. Ich hatte zu keiner Sekunde das Gefühl, eine trockene Abhandlung von Fakten in Händen zu halten. Mich haben vor allem der Humor und die Unvorgenommenheit gefallen, mit denen Stephan Orth an dieses Projekt herangegangen ist. So hat er sich in Regionen vorgewagt, die keinen guten Ruf haben. Auch hat er die Einwohner Russlands, die er kennengelernt hat, nie von oben herab behandelt. Obwohl er selbst offensichtlich kein großer Putin-Fan ist, hat er trotzdem versucht zu verstehen, warum dieses Volk sich einen starken Führer wünscht und dabei gewillt ist, Einbußen z.B. bei der Presse- und Meinungsfreiheit hinzunehmen. Auf diese Weise gelingt es dem Autor tatsächlich, den von mir gewünschten Einblick in die russische Seele zu geben. Es ist zwar noch immer ein Mysterium für mich, wie ein Volk, dass so viel Begeisterung für Kunst (z.B. Ballett) zeigt, gleichzeitig so viele blutrünstige Herrscher hervorbringen kann, trotzdem beginnt man zu verstehen, dass ein riesiges, nicht sonderlich homogenes Land mit wenig Erfahrung in Sachen Demokratie vielleicht überhaupt nicht wie ein westeuropäischer Staat regierbar ist. Außerdem kann man erkennen, dass dort auch Menschen "wie du und ich" leben, die ähnliche Träume und Ziele in ihrem Leben verfolgen. 


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth


Meine Meinung, dass manches heute anders laufen würde, wenn sich der Westen sich in den Jahren nach dem Zusammenbruch des Kommunismus anders (= weniger arrogant) gegenüber Russland verhalten hätte, wurde bestätigt. Der Westen hätte ahnen können, dass eine ehemalige Weltmacht empfindlich reagiert, wenn man ihr diesen Weltrang abspricht. 

Dadurch, dass in jedem Kapitel eine andere, zum Teil weit auseinander liegende Region Russlands behandelt wird, ist es mir schwer gefallen, einen Überblick zu behalten und vor allem die mir teilweise vorher namentlich nicht bekannten Stationen auseinanderzuhalten. Hier hat für meinen Geschmack ein bisschen der rote Faden gefehlt. 

Davon abgesehen, hat mir dieses Buch genau die perfekte Mischung aus Sachbuch und Unterhaltung gebracht, die ich erwartet habe. Wer hier eine tiefgreifende Analyse von Russlands Problemen erwartet, ist sicher falsch, dafür bekommt man einen lebensnahen, kurzweiligen und charmanten Einblick in den russischen Alltag. 


Dienstag, 18. Juli 2017

|About my week| Social Detox in der Provinz


Windrad Windenergie Wald
Brandneues Windrad bei meinen Eltern daheim. Mein Heimatdorf ist mittlerweile von Windrädern umgeben. Natürlich ein Einschnitt in die Landschaft - aber ich finde es trotzdem wichtig, auf solche alternativen Energien zu setzen. 

Wie war die WOCHE?

Abwechslungsreich. Am Montag habe ich zum letzten Mal unterrichtet. Das ist normalerweise ein großer Einschnitt in meinem Jahresablauf, dass es sich jedesmal anfühlt, als hätte ich eine wichtige Aufgabe hinter mich gebracht. Dieses Mal lief das eher so „en passant“. Vermutlich weil ich aktuell so viele neue und spannende Dinge erlebe, dass sich das Unterrichten im Vergleich beinahe alltäglich anfühlt. Schade, schade, Schokolade, dass mir der goldige Doktor-Jura-Prof nur an meinem letzten Tag ganz kurz begegnet ist. Immerhin hat er gelächelt… 

Am Dienstag und Mittwoch habe ich an einer Fortbildung teilgenommen, so dass ich nur an zwei Tagen „richtig“ gearbeitet habe. Sehr schön war das abendliche Burger-Date mit einer Kollegin am Dienstag Abend. Bis letztes Jahr haben wir uns sehr regelmäßig gesehen, aufgrund meines Wechsels sehen wir uns mittlerweile nur noch sporadisch und da hat man sich so richtig viel zu erzählen. Super schön fand ich unseren Abschluss in einer Stuttgarter Freiluftbar. Es war ein toller, warmer aber nicht drückend heißer Sommerabend und der Blick auf Stuttgart war einfach gigantisch. Auch ich bin manchmal überrascht, dass die Stadt mehr zu bieten hat als Feinstaub und Stuttgart21. 

Das Wochenende habe ich bei meinen Eltern daheim verbracht. Im Prinzip pure Entspannung und mangels Internetanschluss (und Empfang der Güteklasse „E“ auf dem Smartphone) parallel dazu „Social Media Detox“. Beim Frisör war ich auch (wurde Zeit, ich habe meine Haare nur noch zusammengebunden und geflochten getragen) und dort wurde ich um die oben beschriebenen Vorteile eines Großstadtlebens beneidet. Die Mädels haben sich vor allem über einen nachlässigen Kleidungsstil (böse Zungen behaupten, dass man den männlichen Hohenloher an einer Art Ausgehuniform aus Jeans und kariertem Hemd erkennt) und das gemeinschaftliche Weggehziel „Alkoholkonsum“ beschwert. 


Schlossplatz Stuttgart
Schlossplatz Stuttgart

Sehenswerter Link der WOCHE:

Lina Mallon hat nicht nur einen außergewöhnlich guten Schreibstil, sie liefert auch wundervolle Bilder und ein ganz eigenes Layout, dass an ein hochwertiges Magazin erinnert. In diesem Blogpost fasst sie außerdem Gedanken zum Thema Feminismus zusammen, die auch mich bewegen. Ich habe zum Beispiel ein Problem mit der Institution „Frauenversammlung“ bei uns bei der Arbeit. Warum gibt es so etwas nur für Frauen? Wie kann das der Gleichberechtigung dienlich sein? Müsste es dann nicht mindestens auch eine Männerversammlung geben? 

Erkenntnis der WOCHE:

Qualität zahlt sich aus. Und gutes Handwerk hat seinen Preis. Meine Familie ist seit mehreren Generationen (Groß-)Kunde bei einem familiengeführten Optiker. Ich habe dort diverse Brillenmodelle gekauft, meine aktuelle Brille habe ich jedoch bei einem Optiker näher an meinem aktuellen Wohnort erworben (zwar eine Kette, aber trotzdem ein lokaler Anbieter und kein Billigheimer). Mit der Qualität des Brillengestells und der Gläser bin ich prinzipiell zufrieden. Allerdings drückt die Brille seit Wochen und die kriegen das einfach nicht in den Griff. Deshalb war ich am Samstag beim Kleinstadtoptiker und was war? Der Optiker wirft einen Blick auf meinen Bügel hinter dem Ohr und weiß SOFORT, woran das Problem liegt. Jetzt sitzt die Brille perfekt und drückt überhaupt nicht mehr. Da merkt man, wo super geschultes Personal mit langjähriger Erfahrung am Start ist. 


Windrad Windenergie Wald

Spruch der WOCHE:

„Ich muss schauen, wie ich mir ein Würstle organisiere.“ Mein Bruder auf die Frage, auf was er beim Mittagessen warten würde (und mit Blick auf das Paar Saiten auf dem Teller meines Vaters).

Auf meinem Blog diese WOCHE:

Leider war es sehr ruhig auf meinem Blog. 



Montag, 10. Juli 2017

|About my week| Schiff ahoi!


Speyer
Die Innenstadt von Speyer mit Blick auf den Dom

Wie war die WOCHE?

Heiß. Spontan. Schiffslastig. 

Am Dienstag war Betriebsausflug, und wir sind mit dem Schiff von Karlsruhe nach Speyer geschippert. Die Fahrt war kurzweiliger als von mir erwartet, was aber eher an den Kollegen denn der Landschaft lag. Das Panorama fand ich unspektakulär und kann am treffendsten mit "grün" beschrieben werden (unterbrochen durch einen Schrottplatz und ein Kernkraftwerk). Also die Hurtigruten waren es nicht gerade... In Speyer angekommen sollte eigentlich sofort eine kombinierte Dom- und Stadtführung stattfinden. Durch ein Kommunikationsproblem beim Tourismusbüro kamen alle Domführer zu spät und auch die im Anschluss benötigten Stadtführer waren nicht rechtzeitig vor Ort, so dass wir mehrfach sinnlos in der Gegend herum standen. Das Ende vom Lied war, dass wir nach der verkürzten Stadtführung direkt aufs Schiff hetzen mussten und keine Minute zur freien Verfügung in Speyer hatten. 

Das war für mich ein Zeichen, dass ich eher keine Kreuzfahrt machen möchte, denn wahrscheinlich würde es mir dort genauso ergehen: ich würde mit dem Gefühlt nach Hause zurückkehren, dass ich all die per Schiff angelaufenen Städte noch einmal alleine und in Ruhe aufsuchen muss. 

Speyer selbst ist ein schnuckeliges Städtchen und der Dom zwar beeindruckend groß, aber nicht sehr prächtig gestaltet sondern eher schmucklos. Gäbe es nicht eine einzelne Mutter Gottes, würde es für mich eher nach evangelischer als katholischer Kirche aussehen. Da gefällt mir der Dom von St. Blasien im Schwarzwald besser.

Aufgrund eines überraschend komplett freien Wochenendes und einer eigentlich positiven Wettervorhersage habe ich mich gemeinsam mit einer Freundin zu einem spontanen Trip an den Bodensee inklusive einer Übernachtung entschlossen. Das Wetter war am Samstag zunächst auch gut. Genauer gesagt zu gut. Es war so heiß, dass abends ein Unwetter über Konstanz hereingebrochen ist. Ich werde einen separaten Blogpost zum Bodensee verfassen, aber so viel schon einmal vorab: so nass war ich noch nie in meinem Leben.

Außerdem hatte ich letzte Woche ein kleines, sehr schönes Erlebnis. Ich kaufe mir derzeit regelmäßig  in derselben Bäckerei morgens um eine ähnliche Zeit einen Laugenbagel mit Kürbiskernen und hatte schon länger das Gefühl, dass man mich in der Bäckerei "kennt". Nun wurde ich von einer Verkäuferin angesprochen, ob ich eigentlich jeden Morgen meine Haare selbst machen würde. Ich habe das bejaht, und sie meinte, meine Haare würden immer so toll aussehen, und ich würde sie auch ständig anders tragen. Das hat mich total gefreut, denn ich gebe mir wirklich Mühe mit meinen Haaren, wobei ich selbst denke, dass ich das nicht so gut hinkriege wie irgendwelche Blogger. Zur Zeit trage ich meine Flechtfrisuren auch eher aus Verlegenheit, weil ich wirklich DRINGEND zum Frisör muss und so lange die Haare nicht offen tragen möchte. Und wer sich fragt, warum ich dazu in der Lage bin, meine Haare selbst französisch zu flechten: ich hatte als Kind so einen Puppenkopf zum Haare machen üben. Das zahlt sich heute noch aus... (Mein Bruder hat dem Puppenkopf übrigens später eine unschöne Ponyfrisur verpasst).


Diego
Diego

Sehenswerter Link der WOCHE:

Dariadaria hat generell einen sehr lesenswerten Blog, diesen Post hier fand ich aber besonders interessant. Nicht nur, weil sie Packtipps für eine Rucksackwanderung gibt sondern vor allem, da der Artikel einen Link zu dem Instagramprofil von ernstjetzt beinhaltet, der aktuell auf dem Jakobsweg unterwegs ist. Ich folge ihm mittlerweile bei Instagram und mag seine Bilder und Stories wirklich sehr. 

Erkenntnis der WOCHE:

Komme NIE, NIE auf die Idee, nur ein Paar Schuhe mitzunehmen, auch wenn Du nur für zwei Tage verreist und der Wetterbericht schönstes Hochsommerwetter verheißt. Das Unwetter hat meine schönen, roségoldenen Birkenstocks ruiniert, und ich war sooo froh, noch ein Paar Turnschuhe dabei zu haben.


Dom von Speyer
Dom von Speyer

Spruch der WOCHE:

"Eine ehemals hübsche Blondine..." Das kommt dabei heraus, wenn Männer versuchen, eine Frau zu beschreiben.

Freitag, 7. Juli 2017

|Leseliebe| Mein Lesemonat Juni 2017

Im Überblick 

Mein Lesemonat Juni war ein erfolgreicher. Sowohl auf die Anzahl der gelesenen Bücher bezogen als auch deren Qualität. Es waren einige echte Highlights dabei. Insgesamt stehen 9 Bücher auf meiner Leseliste. 6 davon waren E-Books, 2 Hörbücher plus ein "richtiges" Buch. Dominierend war mit einer Anzahl von 3 Büchern das Genre New Adult, was sich darin begründet, dass ich mit der Off-Campus-Reihe von Elle Kennedy begonnen habe. Meine Highlights waren drei Bücher, die ich mit jeweils 4,5 Sternen bewertet habe: "When It's Real" von Erin Watt, "Schwarzwasser" von Andreas Föhr" und "Landliebe" von Jana Lukas. 


Mein Lesemonat Juni 2017

Im Detail 

  • Etwas enttäuscht war ich von dem Hörbuch "Grand Prix" von Martin Walker, denn hier hat "Bruno Chef de Police" die übliche Qualität in seinen Ermittlungen vermissen lassen. Ich hoffe, der nächste Krimi der Reihe wird wieder stärker werden. 
  • "When It's Real" von Erin Watt hat mich zwar damit überrascht, dass es eine Geschichte aus dem unschuldigeren Genre "Young Adult" und definitiv nicht aus dem Bereich "New Adult" (wie die Royal-Reihe) ist, ich habe die Geschichte um ein "Girl Next Door" und einen jugendlichen Rockstar (nach dem Vorbild von Justin Bieber?!) trotzdem sehr gerne gelesen und konnte gewisse Parallelen zu potentiellen "Fake"-Beziehungen von deutschen Stars der Schlager- und Volksmusikszene feststellen.  
  • Aus Elle Kennedys Off-Campus-Reihe habe ich die ersten drei von insgesamt vier Bänden gelesen. "The Deal", "The Mistake" und "The Score" haben mich allesamt wunderbar unterhalten, allerdings konnten sie mich aufgrund unnötiger und übertriebener Dramaelemente gegen Ende nicht vollends überzeugen. Hierzu folgt eine Sammelrezension, sobald ich den letzten Band gelesen habe. 
  • Ich kann es nicht glauben, dass ich schon wieder ein ganzes Jahr auf den nächsten Band der Kreuthner & Wallner-Reihe warten muss. "Schwarzwasser" von Andreas Föhr konnte mich genau wie die Vorgängerbände begeistern. Ich kenne keinen Regionalkrimiautoren, der die Qualität seiner Bücher über viele Bände so hoch hält wie Andreas Föhr. Außerdem sind mir sowohl Oberchaot Kreuthner als auch der brave, immer frierende Wallner total ans Herz gewachsen. 
  • Ein weiteres Highlight war "Landliebe" von Jana Lukas. Eine richtig schöne Liebesgeschichte, die auch beim Leser Herzflattern hervorruft. Den "Bauer sucht Frau"-Hintergrund fand ich ebenfalls absolut genial. Eines der besten deutschen Bücher, dass ich in diesem Jahr gelesen habe. 
  • Ich habe bereits alle Vorgängerbände von "Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann gelesen. Auch dieses Mal habe ich mich gerne in das sommerliche Hamburg entführen lassen. Die ernsten Momente in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung fand ich gelungen.  

In Favoriten 

  • Lieblingscharakter: der immer frierende, immer korrekte Kommissar Wallner (am liebsten im Zusammenspiel mit Opa Manfred)
  • Lieblingscover: das wundervoll blumige Cover von "Landliebe" 
  • Lieblingsort: die Gegend rund um den Tegernsee und insbesondere das Mangfalltal - die Heimat von Kommissar Wallner
  • Lieblingspaar: Köchin Ellie & Winzer Tom aus "Landliebe" - so ein schönes und charismatisches Paar, seufz...



Dienstag, 4. Juli 2017

|Wanderlust| Burg Hohenzollern und Rottweil


Burg Hohenzollern
Burg Hohenzollern

Ich mag es, die ganzen Feiertag im Mai und Juni bei schönem Wetter für Ausflüge zu nutzen. Auch ein Tagesausflug kann einen Ausbruch aus dem Alltag bedeuten und für die nötige Erholung sorgen. 

Friedrich der Große
Eine der berühmtesten Persönlichkeiten aus dem Geschlecht der Preußen: Friedrich der Große

In diesem Jahr war der 1. Mai sehr verregnet, und ich war Christi Himmelfahrt bereits anderweitig verplant, so dass nur Fronleichnam übrig geblieben ist. An dem Tag war sehr heißes Wetter vorhergesagt, so dass ich mich für einen Tagesausflug auf die Burg Hohenzollern entschieden habe. Die Burg Hohenzollern befindet sich zwischen Balingen und Tübingen irgendwo in der schwäbischen Provinz. Ich habe die Burg Hohenzollern bereits vor vielen Jahren im Urlaub gemeinsam mit einer Freundin und deren Familie besichtigt. Irgendwie sind mir damals vor allem die Pantoffeln, die man dabei tragen musste, in Erinnerung geblieben... 


Das Hauptportal der Burg
Das Hauptportal der Burg

Aufgrund dieses Besuches wusste ich auch, dass man die Burg nur im Rahmen einer Führung und nicht auf eigene Faust besichtigen kann. Das ist auch heute noch der Fall, allerdings war ausgerechnet an Fronleichnam die Sonderaktion "Flanieren auf Burg Hohenzollern", was bedeutet, dass keine Führungen stattgefunden haben, und man stattdessen alleine durch die Räume marschiert ist. Das fand ich schade, denn zum einen fehlten mir die Hintergrundinformationen und zum anderen hatte ich den Eindruck, dass weniger Räume zugänglich waren als damals bei einer Führung. Die Kasematten, die beiden Kirchen, die Porzellan- und Waffensammlung fand ich interessant, wohingegen ich von der Anzahl der Schlaf-, Ess- und sonstigen Räume enttäuscht war. Ich bin mit dem Gefühl gegangen, dass ich noch einmal zu einer richtigen Führung zurückkehren muss. 


Blick von der Burganlage auf die ländliche Umgebung
Blick von der Burganlage auf die ländliche Umgebung

Auf dem Weg zu Burg gibt es zwei große Parkplätze. Von dort aus hat man die Wahl, ob man den Aufstieg zur Burg zu Fuß oder mit einem Shuttlebus in Angriff nehmen möchte. Normalerweise bin ich immer für laufen, allerdings war es an dem Tag bereits morgens so warm, dass der Busshuttle die bessere Alternative war. Auf dem Rückweg sind wir jedoch zu Fuß gegangen - und hatten prompt Muskelkater in den Wanden. Der Weg war trotzdem schön, da man die meiste Zeit im Wald unterwegs ist. 


Wunderschönes Porzellan
Wunderschönes Porzellan


Der Eintritt für die Schlossanlage inklusive Führung durch die Räume kostet 12 Euro (nur Schlossanlage ohne Führung und ohne Zutritt zu den Innenräumen: 7 Euro). Das finde ich für ein so beeindruckendes Gebäude - den Stammsitz des preußischen Königshauses - absolut in Ordnung. Der Busshuttle kostet extra (einfach ca. 2 Euro und hin und zurück ca. 3 Euro).  


Impressionen aus der Burg
Impressionen aus der Burg


Was ist mir dieses Mal besonders im Gedächtnis geblieben (sowie die Pantoffeln beim letzten Mal):

- sehr viele amerikanische Besucher (mehr als Asiaten)
- es bewährt sich mal wieder, dass man morgens vor 11:00 Uhr vor Ort ist, da einfach viel weniger los ist
- irgendwie seltsam, dass die Burg nicht in Preußen liegt, aber trotzdem der Stammsitz der Preußen ist. Eine Art Exklave. 
- das, was heute steht, ist nicht die Originalburg sondern die dritte Version, deren Grundstein erst 1850 gelegt wurde. Also nix mit Rittern, die jemals in den aktuellen Räumen gehaust haben.
- der Chef des Hauses Preußen, dessen Hochzeit vor ein paar Jahren im TV übertragen wurde  (ich LIEBE Adelshochzeiten...), hat mittlerweile vier Kinder!


Statue auf Burg Hohenzollern
Statue auf Burg Hohenzollern

Sanfter Engel
Sanfter Engel - hatte ich schon ewig nicht mehr bestellt... War sehr lecker. 


Da wir noch genügend Zeit hatten, haben wir nach dem Besuch der Burg eine Detour nach Rottweil, die älteste Stadt Baden-Württembergs, unternommen. Dort haben wir u.a. die Baustelle des riesigen Aufzugturms von ThyssenKrupp Elevator gesehen. Rottweil ist ein wirklich hübsches, mittelalterliches Städtchen, nur leider war es an dem Nachmittag zu heiß, um das wirklich genießen zu können. 

Die Altstadt von Rottweil
Die Altstadt von Rottweil

Beeindruckendes Deckengemälde in einer Rottweiler Kirche
Beeindruckendes Deckengemälde in einer Rottweiler Kirche

Heiligenfigur in einer Rottweiler Kirche
Heiligenfigur in einer Rottweiler Kirche

Trotz nicht idealen Wetters war es ein toller Ausflugstag. So etwas möchte ich möglichst bald wiederholen!


Sonntag, 2. Juli 2017

|About my week| Eine Woche, die mich geschafft hat...

pinkfarbene Blume

Wie war die WOCHE?

Anstrengend! Und das, obwohl ich niemand bin, der leicht zu stressen ist. Das liegt nicht daran, dass mein Leben komplett stressfrei wäre, wie mir gerne unterstellt wird. Ich habe den Eindruck, dass Außenstehende häufig denken, man würde das perfekt Leben führen, wenn man nicht jammert und die Dinge so nimmt, wie sie sind. Dabei würde ich meinen Job durchaus als anspruchsvoll bezeichnen. Wahrscheinlich habe ich einfach die Gabe, gut abschalten zu können und Stress nicht als etwas Negatives sondern als Herausforderung zu sehen. Das war zumindest das Ergebnis eines Tests in einer Zeitschrift, den ich letzte Woche gemacht habe. Okay, man mag über die Qualität einer solchen Auswertung streiten, aber ich fand mich selbst ziemlich gut getroffen. 

Die vergangene Woche hat mich auch nicht wegen zu viel Arbeitsaufkommens an die Grenzen gebracht sondern durch die Konfrontation mit vielen neuen Menschen und der damit verbundenen Erwartungshaltung, mich auf diese einzulassen, Konversation zu betreiben etc. Seit ich weiß, dass ich in die Kategorie "Introverts" falle, ist mir bewusst, dass es kein Fehler meinerseits ist, dass mir so etwas wahnsinnig schwer fällt, und ich mich in diesen Situationen unter 150 Menschen sehr alleine fühlen kann, sondern dass das einfach Ausfluss meiner Persönlichkeit ist. Sabine von "A Hungry Mind" schreibt auf ihrem Blog in der Kategorie #introvertsdiary sehr schön über dieses Phänomen, z.B. hier.  Mir hilft es wirklich, zu wissen, dass das ganz normal und kein Makel ist. 

Auf alle Fälle bin ich seit Donnerstag Abend gefühlt todmüde und bin z.B. am Freitag und Samstag jeweils nachmittags auf der Couch eingeschlafen. 

Der dreitägige Worktrip am Anfang der Woche hatte jedoch auch seine guten Seiten, denn ich habe zum ersten Mal an einer modernen Art der Schnitzeljagd teilgenommen. Es galt verschiedene Ort in Karlsruhe aufzusuchen und dazu passende Aufgaben zu lösen. Man war innerhalb kürzester Zeit total in der Aufgabe drin und die zwei Stunden vergingen wie im Flug. Ich habe mein ganzes Leben lang gerne Spiele gemacht. Ich finde, das ist auch als Erwachsener z.B. zusammen mit Kindern eine tolle Beschäftigung (okay, so lange es nicht "Tempo kleine Schnecke" ist, denn das Spiel ist echt sterbenslangweilig... Ich weiß wovon ich rede, denn mein Bruder hat das Spiel geliebt) und meine Liebe zum Brettspiel kommt auch bei den Kindern meiner Freunde immer gut an.


Karlsruhe
Karlsruhe am Abend

Sehenswerter Link der WOCHE:

Ich träume schon seit langem von einem Roadtrip und Lina Mallons Blogbeitrag über ihre Reise mit einem Mini weckt totales Fernweh in mir. Vor allem, da sie auch noch Bilder aus Südtirol präsentiert. Wie gerne wäre ich jetzt auf dem Sellajoch (oder in Gais...).


Bietigheim-Bissingen
Bietigheim-Bissingen

Erkenntnis der WOCHE:

Ich muss wohl schon als Kind sehr penibel gewesen sein, denn wenn ein ca. 30 Jahre altes Brettspiel wie neu aussieht, muss man wirklich sehr pfleglich damit umgegangen sein. Kleine Anekdote am Rande, als ich dieses Spiel damals zum ersten Mal mit meinem Vater gespielt habe, dachte der, dass die kleinen Tannenzapfen, die man mit seiner Spielfigur in einer Schubkarre transportieren muss, nicht zum Spiel gehören sondern essbare Erdnüsschen wären.



Spruch der WOCHE:

"Ah, dann bist Du das neue Team!" Ich habe Kollegen, die so einen brillanten Ruf haben, dass man ihnen zutraut, als Einzelperson eine komplette Truppe zu ersetzen....

Auf meinem Blog diese WOCHE:


Samstag, 1. Juli 2017

|Leseliebe| "Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann

"Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann

"Das Leben fällt, wohin es will"

Petra Hülsmann  
Chick Lit
Deutsch
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Marie ist das schwarze Schaf der alteingesessenen Hamburger Reederfamilie Ahrens, denn sie verbringt ihre Zeit lieber auf dem Kiez als in der Werft, jobbt als Kellnerin und lebt in den Tag hinein. Als ihre Schwester an Brustkrebs erkrankt, bricht der Ernst des Lebens unerbittlich über Marie herein, denn sie muss sich nicht nur um die Kinder ihrer Schwester kümmern sondern auch deren Platz in der ungeliebten Werft einnehmen. Sie nimmt sich fest vor, ihre Zeit dort einfach abzusitzen, jedoch hat sie nicht mit ihrem Herz gerechnet, dass nicht nur wieder für den Bootsbau sondern auch für den attraktiven Geschäftsführer Daniel zu schlagen beginnt...

Ich habe alle Vorgängerbände von Petra Hülsmann gelesen und mag besonders ihren sehr leicht zu lesenden, unterhaltsamen Schreibstil und die Art und Weise, wie sie Hamburg in ihre Geschichten einbringt. Man fühlt sich als Leser, als würde man gemeinsam mit den Hauptdarstellern durch die Hansestadt flanieren. Gleichzeitig denke ich, dass diese Fixierung auf einen Schauplatz langsam zu einem Schwachpunkt werden könnte. Vielleicht müsste Petra Hülsmann nicht einmal Hamburg verlassen, ich habe mir überlegt, dass es ausreichen würde, wenn die Geschichte nicht im sommerlichen sondern im winterlichen Hamburg spielen würde. Das wäre meiner Meinung nach eine schöne Abwechslung. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle lobend erwähnen, dass ich den Schiffsbau-Background als sehr spannend empfunden habe. 


"Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann


Am Anfang hatte ich Bedenken, dass sich Marie Ahrens als eine jener nervigen Protagonistinnen entpuppen könnte, die einem das komplette Buch verleiden. Mir ist ihre Antriebslosigkeit auf die Nerven gefallen. Zum Glück kriegt sie bald die Kurve und entwickelt sich zu einer sympathischen Hauptdarstellerin. 

Daniel hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. So ein toller Mann! Fast schon zu perfekt. Oder eher so perfekt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es ein solches Prachtexemplar auch im wahren Leben gibt. 

Die Krebserkrankung von Maries Schwester und vor allem die Phase der Behandlung wird sehr intensiv und für einen Unterhaltungsroman überraschend realitätsnah dargestellt. Mich hat diese Schilderung daran denken lassen, was für ein hohes Gut die Gesundheit ist. Und dass ich mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen kann als eine Krebserkrankung, denn nach einer auszehrenden Behandlungsphase muss man sein ganzes Leben lang mit einem Rückfall rechnen. 

Allen Fans von Taxifahrer Knut sei gesagt, dass dieser ebenfalls wieder einen Gastauftritt hat. Bin ich eigentlich der einzige Leser, der bei dessen Beschreibung an Horst Schlömmer alias Hape Kerkeling denken muss?!

Abschließend möchte ich Petra Hülsmann dazu gratulieren, dass es ihr erneut gelungen ist, eine tolle Strandlektüre abzuliefern. Eine Kaufempfehlung für alle, die noch nicht wissen, was sie im Urlaub lesen möchten.