Montag, 17. August 2015

|Leseliebe| Kinder- und Jugendbücher - meine Top Ten (Teil 2)


Hier kommt Teil 2 meiner Top Ten Kinder- und Jugendbücher. Teil 1 ist bereits online.

„Ich heirate eine Familie“ von Curth Flatow

Das ist natürlich kein Kinder- oder Jugendbuch. Die vier Bände zu dieser Fernsehserie müssen trotzdem an dieser Stelle erwähnt werden, denn ich habe die Begleitbücher zu sämtlichen Fernsehserien, die mich damals begeistert haben, verschlungen. Neben „Ich heirate eine Familie“ waren das z.B. „Eine glückliche Familie“,  „Die Schwarzwaldklinik“ und „Nicht von schlechten Eltern“. Später habe ich auch unzählige Bände von „Beverly Hills 90210“ (das „Gossip Girl“ meiner Jugend...) von meiner besten Freundin N. ausgeliehen. Die stand damals auf Dylan. Ich fand den doof. Mir hat Brandon viel besser gefallen. Und ja, ich war ein „Brandon-und-Kelly“-Shipper. Aber wie bei so vielen meiner bevorzugten Paarungen ging es nicht nach meinem Willen. Ich glaube, das letzte meiner Paare, das in einer Serie zusammengekommen ist, waren Carol & Doug Ross in „Emergency Room“. Vielleicht schaue ich deswegen kaum noch Serien...

„Ich heirate eine Familie“ ist in meinen Augen eine der wenigen deutschen Serien aus den 1980er Jahren, die man auch heute noch angucken/lesen kann, ohne die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und zu denken, wie konnte ich diesen Quatsch jemals ernst nehmen?! So geschehen z.B. bei der „Schwarzwaldklinik“ mit dem immer recht habenden, über allen schwebenden Dr. Brinkmann. Dabei hatte ich als Kind sogar die komplette Krankenhausausstattung von Playmobil (inklusive OP) und habe eifrig die „Schwarzwaldklinik nachgespielt. „Ich heirate eine Familie“ hingegen ist noch immer aktuell, die Schauspieler verstehen allesamt ihr Handwerk und das zugrundeliegende Drehbuch ist einfach gut geschrieben - und deswegen zeitlos. 

Ich habe mich in jungen Jahren allgemein gerne am Bücherregal meiner Mutter vergriffen, auch wenn ich nicht immer ganz verstanden habe, was ich da lese. Manches ist mir erst ein, zwei Jahre später klar geworden.

„Meine Schwester Klara“ von Dimiter Inkiow

Meine älteste Bücherliebe. Ich hatte alle Bände der Reihe, die in meiner Kindheit erschienen waren. Sogar meine Eltern haben die witzigen Kurzgeschichten um die dominante ältere Schwester Klara, die aus der Sicht ihres namenlosen kleinen Bruders (den Klara gerne „blöder Heini“ genannt hat, weshalb mein Vater vermutet hat, dass er Heinrich mit Vornamen heißt...) erzählt wurden, gelesen. Ich erinnere mich sogar an den Titel des ersten Buches aus der Reihe, das ich geschenkt bekommen habe: „Meiner Schwester Klara und die Pfütze“. Wenn mich nicht alles täuscht, war der Hintergrund des Buches grün. Die Bücher würde ich auch heutigen Eltern empfehlen, die ihre Kinder an das Lesen heranführen möchten. Die einzelnen Geschichten sind kurz und sehr unterhaltsam. Ich denke, so kann man auch Kinder von heute für das Lesen begeistern. 


"Dick und Dalli und die Ponys" von Ursula Bruns

Das Buch ist die Vorlage für die Immenhof-Filme. Hauptpersonen sind die Vollwaisen Dick und Dalli, die bei ihrer Oma auf einem Ponyhof aufwachsen. Ihr Welt wird auf den Kopf gestellt, als der eingebildete Ethelbert aus der Stadt zu Besuch kommt.

Ich mag dieses Buch und auch die Filme. Nicht nur weil es um Pferde geht, sondern auch weil man in die 50er Jahre entführt wird. Außerdem scheint die Autorin eine tolle Persönlichkeit zu sein, die viel für die artgerechte Haltung und das tierfreundliche Reiten in Deutschland getan hat.

Ganz, ganz schlimme Frisur... Aber mit Buch.

 TKKG von Stefan Wolf

Für mich als eher ängstliches Kind, bei dem die Oma schon Angst hatte, es könnte schlecht träumen, als mir mein älterer Cousin „Erdbeermus im Morgengrauen“ aus der „Kommissar Kugelblitz“-Reihe vorgelesen hat, waren die Abenteuer von TKKG echt „Hardcore“ und das höchste der Gefühle, wenn es um spannende Geschichten ging. Vielleicht prägt mich das bis heute, denn ich lese gerne Krimis, mag aber keine Thriller und kann mit dem Fitzek-Hype z.B. nichts anfangen.

Tim, Karl, Klößchen und Gabi fand ich als Buch und auch als Hörspiel super. Mir haben sowohl die Kriminalgeschichten, die die vier gelöst haben, als auch die Gruppendynamik, die bei dem Quartett vorgeherrscht hat, gefallen. Der sportliche und mutige Tim, der clevere Karl, der verfressene (aus heutiger Sicht adipöse und dringend einer Therapie bedürftige) und witzige Klößchen und die hübsche, clevere Gabi waren einfach ein unschlagbares Team.

„Die drei Fragezeichen“

Diese Reihe fällt in die gleiche Kategorie wie TKKG – nur eben auf Amerikanisch getrimmt. Die Bücher wurden unter dem Namen Alfred Hitchcocks vertrieben, tatsächlich war jedoch ein anderer amerikanischer Autor der Verfasser und später wurden speziell für den deutschen Markt Geschichten erfunden. Der Hype hält in Deutschland immer noch an, mittlerweile werden die Hörspiele erfolgreich auf Tourneen aufgeführt. Das würde ich mir auch gerne einmal ansehen.

Ich fand „Die drei Fragezeichen“ grusliger und manchmal mystischer als TKKG. Die Gruppendynamik war ähnlich wie bei TKKG. Nur ohne Mädchen. Es gab den super schlauen Justus Jonas, den sportlichen Peter Shaw und meinen Liebling, den recherchefreudigen künftigen Journalisten Bob Andrews. 


Freitag, 14. August 2015

|Leseliebe| Kinder- und Jugendbücher - meine Top Ten (Teil 1)

An dieser Stelle möchte ich die ersten fünf Titel meiner liebsten zehn Kinder- und Jugendbücher vorstellen. Ich habe mich entschieden, meinen Beitrag aufuzuteilen, da er ansonsten einfach zu lang geworden wäre - und ich Bedenken habe, dass ihn kein Mensch komplett durchliest...

„Bille und Zottel“ von Tina Caspari

 Die klare und unangefochtene Nr. 1. Ich weiß nicht, wie oft ich alle Bände dieser Reihe verschlungen habe. Die Gesamtausgabe steht immer noch in meinem Bücherregal bei meinen Eltern daheim. Habe ich im Gegensatz zu vielen anderen Kinder-und Jugendbüchern nie in eine Kiste verpackt und auf den Dachboden geschafft.

Bei der Reihe handelt es sich um eine typisches Pferdegeschichte rundum Bille, die am Anfang dafür kämpfen muss, überhaupt reiten zu dürfen und ihr freches ehemaliges Zirkuspony Zottel. Für mich sind der Humor, die Spannung der Geschichten und die Charaktere aus der Masse der Pferdebücher herausgestochen. Außerdem war ich ein klitzekleines bisschen in Simon Henrich verliebt. Und ja, ich kann nach all den Jahren noch immer die Namen vieler Protagonisten aufzählen. Auch die einiger Pferde („Black Arrow“, "Santorin", "Feodora", "Nathan", "Florentine", "Sternchen", "Stella"...).

„Die Kinder von Bullerbü“ von Astrid Lindgren

 Die Gesamtausgabe habe ich zum 8. Geburtstag bekommen und innerhalb von zwei Wochen in den Osterferien fertig gelesen. Wahrscheinlich ist damals meine Liebe zu Skandinavien erwacht. Die Abenteuer von Lisa, Inga, Britta, Lasse, Bosse und Ole (ja, auch diese Namen haben sich unwiderruflich in mein Gedächtnis eingebrannt) sind einfach zeitlos schön. Es mag eine heile Welt sein, aber wenn man als Kind mit einer überbordenden Fantasie gesegnet ist und deshalb nach dem Anhören von „Räuber Hotzenplotz“-Hörspielen Nächte lang nicht schlafen kann, dann sind solche Geschichten genau das, was man als Kind braucht. Ich würde mein Kind nie mit brutalen Märchen quälen und lieber zu den „Kindern aus Bullerbü“ greifen.  

„Dolly“ und „Hanni und Nanni“ von Enid Blyton

 Ich nenne an dieser Stelle beide Reihen, denn ich kann mich nicht für eine der zwei entscheiden. Und ja, ich weiß, dass das Werk von Enid Blyton von Pädagogen und Literaturwissenschaftlern kritisch gesehen wird. Mich als Kind haben weder der wenig feminine Ansatzpunkt noch die vielleicht etwas zu plakativen Charaktere gestört. Ich wollte einfach nur abtauchen in diese faszinierenden Internatswelten. Ich glaube auch nicht, dass es mir geschadet hat. Zumindest habe ich nicht mit 20 ohne Ausbildung geheiratet, um mich von einem Mann abhängig zu machen...

Bei den Geschichten um „Dolly“ geht es um ein einzelnes Mädchen, das ins Internat geht und sich dort behaupten muss. Man begleitet sie auf der Suche nach ihrem Platz in der Internatshierarchie und nach einer besten Freundin. Es gibt sehr viele Bände, am Ende arbeitet Dolly selbst im Internat und ist verheiratet.

In „Hanni und Nanni“ stehen die Zwillinge ihrem Aufenthalt im Internat anfangs sehr kritisch gegenüber und möchten dieses möglichst schnell wieder verlassen. Mit der Zeit finden sie sich dort ein und genießen ihre Zeit mit neuen Freunden, Streichen und Abenteuern. „Hanni und Nanni“ ist auch heute noch in aller Munde, denn es kamen in den letzten Jahren deutsche Filme, die auf der Vorlage basieren, ins Kino.


Da es etwas schwierig ist, diesen Post mit Bildern von den vorgestellten Büchern aufzulockern, habe ich mich entschlossen, einfach ein altes Bild aus meinem Fotoalbum einzufügen: Mini-Stefka, immer mit einem Buch in der Hand anzutreffen. Auch auf einem weihnachtlichen Gruppenbild mit Bruder, zwei Cousins (einer davon bockig) und Tante.

„Ausgerechnet Islandpferde“

Das Buch habe ich leider nie besessen, denn ich hatte es aus der Stadtbibliothek ausgeliehen. Trotzdem erinnere ich mich noch immer gerne an das Buch. Vermutlich hatte ich es mehrfach ausgeliehen. Die Handlung kenne ich nicht mehr im Detail, aber grob geht es darum, dass ein deutsches Mädchen ihren Urlaub gezwungenermaßen (und am Anfang mit entsprechender Begeisterung) auf Island verbringen muss. Sie nähert sich Land, Leuten und Pferden nur langsam an, aber dann macht sie Bekanntschaft mit dem „schwarzen Tod“ (isländischer Schnaps) und auch der Sohn des Hofes, auf dem sie wohnt, beeindruckt sie nachhaltig. Neben den üblichen Pferdebuchingredienzien haben mir vor allem die Schilderungen der schweigsamen, naturverbundenen Isländer gefallen.

Islandpferde waren schon immer meine Lieblingspferderasse und seit ich dieses Buch gelesen habe, möchte ich nach Island reisen. 

„Burg Schreckenstein“ von Oliver Hassencamp

Auch hier war ich im Besitz der Gesamtausgabe. Merkt man, dass ich einen Faible für Gesamtausgaben hatte?!

Schon wieder eine Internatsgeschichte, aber dieses Mal geht es nicht um reine Mädcheninternate wie bei Enid Blyton sondern um ein Jungeninternat, das anfangs mit dem benachbarten Mädcheninternat in liebevoller Feindschaft verbunden ist, was zu viel Potential für Streiche und Kabbeleien führt. Später stellen die Jungs fest, dass Mädchen gar nicht so doof sind...

Erneut Jugendliteratur, die vom Feuilleton kritisch gesehen wird. Von wegen Gemeinschaft über allem und kein Platz für das Individuum. Irgendwie gewinne ich langsam den Eindruck, dass ich als Kind nur Schund gelesen habe. Ganz ehrlich, ich konnte mich einfach nicht für ernsthafte – was in den meisten Fällen mit deprimierend gleichzusetzen war – Kinder-und Jugendliteratur à la „Rolltreppe abwärts“ begeistern. Letzteres mussten wir für die Schule lesen, und ich kann nicht sagen, dass ich sonderlich viel Spaß daran hatte.


Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand die Idee aufgreift und seine eigenen Favoriten aus Kindheit und Jugend vorstellt. Entweder auf dem eigenen Blog oder unten in meinen Kommentaren.


Und eine weitere, allgemeine Frage: gibt es außer mir noch jemanden, der sich an die ersten Bücher erinnert, die er jemals selbst gelesen und besessen hat? Bei mir waren es Bücher in dieser „Schreibschrift“ für Leseanfänger und sie hießen „Das Krokodil des Herrn Pfefferminz“ und „Lieber kleiner Igel“ - beide aus dem „Schneider-Buch“-Verlag. Ich erinnere mich gut daran, dass ich alle Klassenkameraden mit älteren Geschwistern beneidet habe, denn die hatten bereits Bücher geerbt und konnten lesen und tauschen, während ich auf meinen Geburtstag waren musste, um mein erstes, eigenes Buch in Händen zu halten. Danach habe ich schnell aufgeholt und bald die umfangreichste Sammlung von allen besessen.

Hier geht es zu Teil 2 meiner Top Ten Kinder- und Jugendbücher.

Dienstag, 11. August 2015

|Küchenzauber| Gemüsetarte

Gemüsetarte - oder was mache ich mit dem Gemüse aus dem eigenen Garten

Trotz der gerade in Deutschland vorherrschenden Trockenheit ist "Erntehochzeit" im Garten meiner Eltern. Mit der Folge, dass ich am Wochenende mit diversen Zucchini und Karotten eingedeckt wurde. Ich liebe angebratene Zucchini, dennoch wollte ich zur Abwechslung ein anderes Rezept mit Zucchini ausprobieren. So kam mir heute morgen die Idee, eine Gemüsetarte zu backen. Und da das ganz hervorragend funktioniert hat, muss ich dieses Rezept auch umgehend bloggen. Den Teig habe ich nach Rezept hergestellt, beim Belag habe ich variiert, da ich auf die übliche Sahne und den Käse verzichten wollte.

Für den Mürbeteig benötigt man:

- 250 g Vollkornmehl

- 125 g Butter oder Margarine

- 75 ml eiskaltes Wasser

- Salz

Mit der Hand zu einem Teig verkneten und für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.

Anschließend auswellen und in eine Spring- oder Tarteform legen und einen Rand hochziehen. Den Boden mit einer Gabel einstechen.

Passierte Tomaten und Basilikum auf dem Boden verteilen, anschließend mit Salz würzen.

In dünne Scheiben geschnittenes Gemüse kreisförmig (Innen beginnen!) darauf verteilen. Das Gemüse salzen und großzügig mit Olivenöl beträufeln.

Bei 220 Grad für ca. 35 Minuten bei Ober- und Unterhitze backen.

Die oben genannte Menge reicht für eine normale Springform und für 2 Personen.

Sehr, sehr lecker...


Und sattmachend!
   

Dienstag, 4. August 2015

|Wanderlust| Day trip - Freiburg

Freiburg - immer eine Reise wert

Beruflich und privat habe ich die eine oder andere Verbindung nach Freiburg, weshalb ich schon öfters dort war. Ich mag die Stadt am südwestlichen Ende von Deutschland sehr gerne. Das Wetter ist Freiburg meist wohlgesonnen, die Stadt ist groß genug, um nicht einengend zu wirken und klein genug, um schnuckelig zu sein und hat definitiv einen Wohlfühlfaktor. Kein Wunder, dass sie bei Vergleichen zum Thema Lebensqualität immer gut abschneidet. Die geographische Lage ist nicht zu verachten: es gibt Wander-und Skigebiete, den Feldberg, Schauinsland und andere Erhebungen. Außerdem sind Frankreich (Elsaß und die Vogesen) sowie die Schweiz in unmittelbarer Nähe.

Leckerer Flammkuchen - das Café/die Bar kann ich leider nicht empfehlen, da die Bedienung wirklich furchtbar war. Da wünsche ich mich die Organisiertheit der Gastronomie in den USA zurück.

Freiburger Münster. Den Turm kann man besteigen. Habe ich vor einigen Jahren gemacht, dieses Mal nicht. Von außen gibt es auch kein Bild. Ist mal wieder eingegrüstet.

Freiburger Wochenmarkt vor dem Münster.

Die berühmten Freiburger "Bächle". Wenn man als Mann hineintritt, bleibt man da und heiratet eine Freiburgerin...

Das Colombischlössle.

Im Garten des Colombischlössles.

Malerische Seitengasse.

Typisch Schwarzwald... Ich habe einen Bericht gesehen, dass nach den Schweizern und Indern jetzt auch die Chinesen kommen.

Lesevergnügen in der Freiburger Innenstadt