Montag, 29. Februar 2016

|Leseliebe| Lesestatistik 2016 - Februar (Teil 1)

Aufgrund der Tatsache, dass ich im Februar wieder sehr viel gelesen (und gehört) habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, meinen literarischen Monatsrückblick in zwei Teile aufzuspalten. Sonst liest das kein Mensch bis zum Ende durch. Ich denke, ich habe bereits mit meinem Sport-Post jeglichen Rahmen hinsichtlich der Länge gesprengt...

„Hinten sind Rezepte drin“ 

Katrin Bauerfeind             
Humor 
Deutsch
3,5 Sterne             

Zu diesem Buch habe ich einen separaten Post verfasst, da ich mit diesem Buch an einer Challenge auf lovelybooks.de teilgenommen habe. Dort findet ihr auch von mir selbst gemalte Bilder, da die Inszenierung des Buches zu den Aufgaben gehört hat.



„The Baller“       

Vi Keeland             
Chick Lit     
Englisch       
Kindle         
3,5 Sterne     

Journalistin trifft auf Footballstar – beim Kabineninterview (auch so eine typisch amerikanische Sache - oder kann sich jemand vorstellen, dass sich Laura Wontorra in die Kabine des FCB stellt und ein Interview mit einem halbnackten Manuel Neuer führt?!) und der lässt direkt das Handtuch fallen. Er baggert mehr als unverschämt an ihr herum, aber irgendwie scheint sich eine interessante Persönlichkeit hinter seiner Womanizer-Fassade zu verbergen...

Den Anfang fand ich genial. Genau die Chemistry, die ich mag. Das Ende hat mir ebenfalls gut gefallen. Schade, dass mich der Mittelteil, in dem die beiden mit den Geistern aus der Vergangenheit kämpfen und das Thema Sport stark in den Hintergrund rückt, nicht überzeugen konnte.



 „Liebe auf Spitzenschuhen“ 

Kat Smith             
Jugendbuch     
Deutsch
Kindle 
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.     
3 Sterne       

Kat besucht ein Internat in der Nähe von London. Sie tanzt erfolgreich Ballett und gemeinsam mit ihren Freundinnen Alice und Bella kämpft sie mit den für Teenager typischen Jungsproblemen. Als sie ihren neuen Tanzpartner Will zum ersten Mal sieht, ist es sofort um Kat geschehen...       

Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen. So eine Mischung aus "Anna", "Hanni und Nanni" und "Center Stage". Leider ließ die Umsetzung einiges zu wünschen übrig. Das Buch ist im Selbstverlag erschienen und weist die dafür typischen Schwächen in geballter Form auf: unlogische Handlungsstränge (zwei Teenager werden für ein Gastspiel an die Pariser Staatsoper eingeladen und das Mädel findet sich durch einen überraschenden Ausfall sogar in der Hauptrolle wieder), "plot holes" (aus zwei Fahrrädern wird plötzlich eins) und im letzten Teil eine Unmenge an Rechtschreibfehlern.

Einerseits ist es natürlich toll, dass mittlerweile jeder die Möglichkeit hat, sein Buch zu veröffentlichen. Andererseits wird dadurch jede Menge halbgares Zeug auf den Markt geworfen. Mir tut es für die junge Autorin wirklich leid, dass ich ihr Buch so "verreißen" muss, aber mit einer beschönigten Rezension ist weder ihr noch anderen Lesern geholfen. Außerdem möchte ich verhindern, dass mein persönliches Sternesystem durch geschönte Rezensionen durcheinander gerät.

(Hinweis: meine Rezension auf lovelybooks.de ist ausführlicher und stringenter aufgebaut als meine Kurzrezension hier auf dem Blog. Da ich selbst klassische Rezensionen eher langweilig zu lesen finde, versuche ich meine Zusammenfassungen plus eigene Meinung für den Blog anders (lockerer) aufzubauen).





„Maibock“   

Jörg Steinlechner 
Anne-Loop-Reihe
Krimi 
Deutsch
Weihnachtsgeschenk     
3,5 Sterne     

Eine Leiche angehängt an eines der Ausflugsboote auf dem Tegernsee führt das Team um die zugezogene Anne Loop ins Trachten-und Bankermillieu.

Dieser Krimi lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite einige gute Ansatzpunkte wie z.B., dass mir Anne Loop als Hauptperson sehr sympathisch war und ich generell Bayern als Setting von Regionalkrimis mag. Bei mir führt das beim Lesen häufig zu dem Wunsch, umgehend meine Koffer zu packen und einen Ausflug an den Tegernsee zu machen. Auf der anderen Seite Annes Chef, der für meinen Geschmack viel zu überzeichnet war, weshalb er mir bereits nach wenigen Auftritten gehörig auf die Nerven ging. Außerdem war die Handlung am Ende so verworren, dass ich nicht mehr sonderlich an der Lösung des Falles interessiert war. Trotzdem bin ich nicht abgeneigt, die früheren Bände der Reihe zu lesen.

Fun Fact am Rande: der Tegernsee wird namentlich im Buch selten benannt, es wird meist nur von DEM See gesprochen. (Also ähnlich wie es die Bewohner rund um den Bodensee nach meiner eigenen Erfahrung tatsächlich praktizieren). Das hat dazu geführt, dass ich am Anfang - warum auch immer - davon ausgegangen bin, dass der Krimi am Königssee spielt! Wahrscheinlich war mein Unterbewusstsein auf den Königsee fixiert, da ich kurz vorher gemeinsam mit einer Freundin in Erinnerungen an meinen ersten Wanderurlaub in Berchtesgaden geschwelgt bin. Damals war ich übrigens sicher, dass ich nie wieder wandern gehen würde. Untrainiert den Watzmann besteigen gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingserinnerungen. So untrainiert will und werde ich nie wieder sein. Frei nach dem Motto "ich habe zwar kein sportliches Talent aber einen WILLEN!".



 

„Mofaheld“ 

Lars Niedereichholz                   
Zeitgeschichte
Deutsch
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.     
4 Sterne
               
Mark kämpft im April 1986 mit den Tücken der Pubertät. Rückblickend erzählt er von der ersten großen, unerwiderten Liebe, von Mofas und "hair rock", von coolen Klamotten und Aerobic - und von Tschernobyl.

Ich bin einige Jahre jünger als der Autor und war in den 80er Jahren kein Teenager sondern ein Kind. Trotzdem habe ich meine eigenen Erinnerungen an diese Zeit. Dazu gehören z.B. der tote Barschel in der Badewanne (meine allererste politische Erinnerung) oder nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl das Verbot, draußen zu spielen. Ich mag Bücher, die in anderen Jahrzehnten spielen und "Mofaheld" hat mir ein sehr witziges, kurzweiliges Lesevergnügen beschert. An einigen Stellen musste ich lauthals lachen, alternativ habe ich mir gedacht: "Ja, genau SO war es." Einerseits wird man ein bisschen nostalgisch nach dieser überschaubar anmutenden Zeit. Andererseits waren wir damals genauso meilenweit vom Weltfrieden entfernt wie heute. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Menschheit wohl nie dazu lernen wird...

Samstag, 20. Februar 2016

|Sportsgeist| Stefka ... schaut Sport - Teil 2

Zu Teil 1 geht es hier entlang.

Ende der 1990er Jahre und Anfang der 2000er ging der Skisprung-Hype in Deutschland auch an mir nicht spurlos vorbei, wobei ich betonen möchte, dass ich diese Sportart schon viel länger geschaut habe. Der erste Skispringer, an den ich mein Herz verloren habe, war Toni Nieminen in der Saison 1991/92. Leider konnte er nie wieder an seine Erfolge aus dieser Saison anschließen. Zum Glück stand das nächste finnische Wunderkind mit Janne Ahonen schon in den Startlöchern. Dieser sollte eine bedeutend langlebigere Karriere haben und entsprach genau meinem Hang zu schweigsamen Athleten (wie in Teil 1 beschrieben).

Den Hype um Schmitt und Hannwald habe ich eher amüsiert und distanziert verfolgt. Ich habe mich z.B. immer gefreut, sagen zu können, dass ich mich an Martin Schmitt mit langen Haaren erinnere. Das konnten die meisten Hardcore-Kreischis nicht für sich verbuchen. Insgesamt war es eine verrückte Zeit. Trotz aller Schwächen von RTL als Sportberichterstatter werde ich Jauch und Thoma bei der Skiflug-WM 2000 in Vikersund nie vergessen. Wegen des Windes gab es ewige Verschiebungen und aus Verzweiflung haben die beiden am Valentinstag ein Valentinsfrühstück an der Schanze zelebriert (inklusive Intonation der damaligen RTL Morning Show Melodie "Mein Morgen, mein Morgen"). Oder die Übergabe der Wurstplatte an Andreas Goldberger ("Jetzt fehlt nur noch ein Schnapserl!"). Genau wie die DSDS-Kandidaten der ersten Stunde im Schanzenauslauf von Garmisch - inklusive Klavier. Das sind Sportmomente für die Ewigkeit.

Sölden in 2009 - wundeschönes Bergpanorama | Christof Innerhofer
 Nachdem meine Liebe zum Eiskunstlaufen ab ca. 2007 abgeflaut ist, musste ich diese Lücke durch eine andere Sportart füllen. Es war keine bewusste Entscheidung, aber Ski alpin hat die Position des Eiskunstlaufens übernommen. Forciert wurde dies durch die Entscheidung, zur Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen zu fahren und quasi als Vorbereitung darauf den Weltcup 2009 und das Weltcup-Finale 2010 an gleicher Stelle zu besuchen.

Außerdem ist da der Norweger Aksel Lund Svindal...

Sölden 2009 | Aksel Lund Svindal | Kjetil Jansrud

Bei mir scheint es in allen Sportarten eine bestimmte Nation zu geben, deren Athleten ich bevorzuge. Im Eiskunstlaufen sind es die russischen (vormals sowjetischen) Läufer, im Skispringen die Finnen und im Ski alpin die Norweger. Begonnen hat diese „Liebesgeschichte“ in den 90er Jahren mit den beiden Superelchen Kjetil-Andre Aamodt und Lasse Kjus. Wieder schlug meine Vorliebe für schweigsame Athleten zu. An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich dieses Jahr super glücklich war, als es mir nach einigen gescheiterten Versuchen endlich gelungen ist, die norwegische Biografie über die beiden zu kaufen. Eines meiner Lesehighlights 2015.

Zurück zu Aksel. Ich kann mich daran erinnern, ihn bereits 2005 im Weltcup fahren gesehen zu haben. Damals noch etwas außerhalb meines Radars, da ich mich auf Kjetil-Andre Aamodt konzentriert habe. Dann kam die Saison 2006/2007 und mit ihr Aksels erste beiden WM-Goldmedaillen in der Abfahrt und im Riesentorlauf und sein unglaubliches Finish im Weltcup. Er hat es geschafft, beim Weltcupfinale in Lenzerheide die Abfahrt, den Super G und den Riesentorlauf zu gewinnen und so sich in letzter Sekunde den Gesamtsieg im Weltcup zu sichern. Ab diesem Moment war Aksel auch zu meinem persönlichen Favoriten aufgestiegen.

Norwegische Fans in Sölden 2009 | Papa Svindal (mit Bruder Svindal), der einzige, der noch aufgeregter ist als ich, wenn Aksel fährt

Die Saison 2007/2008 begann mit der totalen Dominanz von Aksel beim Saison Opening in Sölden. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich vor dem Fernseher saß und dachte: 'Das läuft zu perfekt. Er ist zu gut. Das kann so nicht weitergehen...' Mein schlechtes Gefühl sollte mich nicht trügen. Aksel legte wenige Wochen später im Training in Beaver Creek/USA einen Horrorsturz beim Golden Eagle Jump hin und fiel die gesamte restliche Saison aus. Im Grunde musste man bei diesem Sturz froh sein, dass er ihn überlebt hat.

Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen | Kombination | Kjetil Jansrud | Aksel Lund Svindal

Was folgte, war seine erste große Meisterleistung als "Combeback Kid". Beim Saison Opening in Sölden 2008/2009 stand er wieder am Start und wurde von den Zuschauern im Ziel mit einer Standing Ovation gefeiert. Leider wurde das Rennen im deutschen Fernsehen nicht übertragen. Das werde ich ARD/ZDF und Eurosport nie verzeihen. Wenige Wochen nach Sölden folgte wieder Beaver Creek und somit die Rückkehr an den Ort des Unfalls. Ich kenne außer Aksel keinen Athleten, der an einen solchen Ort zurückkommt und sich nicht von negativen Gefühlen überwältigen lässt. Für ihn gehörte die Raubvogelpiste trotzdem weiterhin zu seinen liebsten im Weltcup. Er stellte sich der Herausforderung - und gewann ein Jahr nach dem schlimmen Sturz die Abfahrt. Das hätte kein Drehbuchautor aus Hollywood besser erfinden können. Der Rest der Saison verlief solide und am Ende konnte sich Aksel mit dem geringsten Vorsprung aller Zeiten zum zweiten Mal den Gesamtweltcup gegen Benjamin Raich sichern. Zusätzlich gewann Aksel bei der WM des Jahres 2009 in Val d'Isère Gold in der Super-Kombi. 

Aksel Lund Svindal ist Weltmeister in der Kombination 2011! | Und Christof Innerhofer macht den Diver bei der Siegerehrung...

2009/2010 wurde durch die Olympischen Spiele in Vancoucer geprägt. Dort gewann Aksel seine ersten drei Olympischen Medaillen, die gleich bedeutend mit einem kompletten Medaillensatz waren: Gold im Super G (DER norwegischen Disziplin bei Olympia), Silber in der Abfahrt (da verzweifeln die Norweger an der Goldmedaille) und Bronze im Riesentorlauf. Während ich an die Abfahrt und den Super G keine großen Erinnerungen habe (außer dass ich genervt war, weil die Siegerehrungen nicht im deutschen Fernsehen kamen), werde ich den Riesentorlauf nicht vergessen. Aksel und sein Mannschaftskollege Kjetil Jansrud lagen nach dem ersten Durchgang zurück, aber insbesondere Kjetil, der in dieser Saison in die Weltspitze vorgestoßen war, legte einen genialen zweiten Durchgang hin und machte Platz um Platz gut. Die beiden standen irgendwann gemeinsam im Zielbereich und schauten zu, wie sie sich direkt hintereinanderliegend Platz um Platz nach vorne schoben. Aksel hat hierbei immer wieder Kjetils Kopf getätschelt. Einer der schönsten Momente von Freundschaft im Spitzensport EVER. Am Ende gewann der Schweizer Carlo Janka Gold und Kjetil und Aksel Silber und Bronze.

Aksel auf dem Podium bei der WM 2011 | Kjetil Jansrud im Riesentorlauf bei der WM 2011

2010/2011 hatte als Highlight die WM in Garmisch-Partenkirchen, bei der ich in der zweiten Woche live dabei sein sollte. Die erste Woche verlief für Aksel (und somit auch für mich...) wenig zufriedenstellend. Bei der Abfahrt schaffte es Aksel im Ziel zu stürzen und unter die Absperrung zu rutschen. Es waren helfende Hände notwendig, um ihn aus dem Zielraum zu geleiten. Der Super G führte dazu, dass ich mich mit einer Freundin in die Haare bekam, da sie meinte, ich hätte mich ruhig ein bisschen mehr mit dem Goldmedaillengewinner Christoph Innerhofer freuen können. Aber an der Stelle muss ich zugeben, dass ich, wenn es um meine absolut liebsten Sportler geht, weder Freund noch Feind kenne. Wenn mein Favorit nicht so abschneidet, wie ich mir das vorstelle, dann kann ich mich alternativ nicht mit jemand anderem freuen, den ich 'ganz ok finde'. Hier möchte ich erwähnen, dass man so etwas einem männlichen Nicht-Sportfan nur ganz schwer erklären kann ("Was, über so etwas könnt ihr diskutieren???"). Ja, ich gebe es zu, wenn ich mein Herz an einen Sportler verliere, dann gibt es für mich nur ganz oder gar nicht. Um es mit einem Beispiel zu erläutern: wenn ich fanatischer Anhänger eines Bundesligavereins wäre und dieser würde absteigen, dann würde ich zu denen gehören, die am letzten Spieltag Rotz und Wasser heulend auf der Tribüne in der "Sportschau" gezeigt werden.

Die Saison 2011/12 verlief unspektakulär, da kein Großereignis auf dem Plan stand und Aksel nach seinem Wechsel zu Head in 2010 noch immer an der Feinabstimmung seiner Ski gefeilt hat.

Christof Innerhofer winkt ins Publikum in Garmisch 2012 | Aksel nach seinem Lauf. Wie immer, wenn ich in Garmisch beim Weltcup vor Ort war, wenig erfolgreich...

In 2012/2013 stand die WM in Schladming auf dem Plan. An dem Samstag, als die Abfahrt stattfand, war ich bei meinen Eltern daheim. Ich weiß noch genau, wie ich in meinem Zimmer am Boden gekauert bin und mit Aksel gefiebert habe. Wie immer, habe ich während seiner Fahrt nicht hingeschaut (kann ich nicht, ich weiß, außer mir macht das wahrscheinlich nur sein Vater). Einer meiner schönsten Fanmomente, als Aksel am Ende mit der besten Zeit im Ziel angekommen ist. 

Kjetil im Ziel in Garmisch 2012 | Aksel bei der Startnummernauslosung

Die Olympischen Spiele 2014 in Sochi haben Aksel leider kein Glück gebracht. Er fuhr ohne Medaille nach Hause. Zum Glück konnte Kjetil für ihn einspringen und mit Gold im Super G die norwegische Tradition fortsetzen. Der Morgen der Abfahrt war ganz furchtbar, ich weiß noch genau, ich hatte bei Freunden übernachtet und bin nach dem desaströsen Ergebnis von Akel mit einem ganz schlechten Gefühl im Magen zu meinen Eltern heim gefahren. Und dabei hatte ich mir für diese Olympischen Spiele nur zwei Dinge gewünscht: eine Goldmedaille für Aksel und ebenfalls Gold für Volosozhar & Trankov im Paarlaufen. Zumindest letzter Wunsch wurde mir erfüllt.

Aksel auf dem Catwalk beim Weltcup in Garmisch 2013 | Mit der Startnummer (mein Geburtsdatum) ist es beim Aksel noch nie nix geworden...
Auf die Saison 2014/2015 habe ich mich besonders gefreut, da die WM an Aksels Lieblingsort in Vail/Beaver Creek stattfinden sollte. Dann kam das Sölden-Wochenende. Ich war samstags mit Freunden beim Shopping. "Stefka, wir müssen Dir was sagen..." (Zuerst hat wohl eine interne Debatte stattgefunden, ob man mir es überhaupt mitteilen sollte). Achillessehnenriss bei Aksel. Saison-Aus. Den Moment werde ich nie vergessen. Genauso wenig den Pullover, den ich im Anschluss gekauft habe. Oder die Minuten bei Starbucks, als ich alleine da saß und alles richtig realisiert habe. Zum Glück kam Aksel in bekannter Stehaufmännchen-Manier zurück. Er gab bei der WM in Vail ein Mini-Comeback und hat sowohl im Super G als auch in der Abfahrt den 6. Platz belegt. Noch märchenhafter wäre nur der Gewinn einer Medaille gewesen.

Ich glaube, Aksel fand die tolle Gondel bei der Siegerehrung/Startnummernauslosung 2013 genauso amüsant wie wir... | Aksel und Hannes Reichelt auf dem Podium
Ende 2015 gab Aksel sein richtiges Comeback nach dem Achillessehnenriss. Und was für ein Comeback es war... Er gewann die Abfahrt und den Super G in Lake Louise (= Lake Svindal), die Abfahrt in Beaver Creek und nach einem krankheitsbedingten Ausrutscher beim Super G ebenfalls in Beaver Creek auch den Klassiker von Gröden sowie den zugehörigen Super G (norwegischer Dreifachsieg - bester Event EVER). Bei der Abfahrt in Santa Caterina hat man ihm angemerkt, dass er diese im Gegensatz zu den anderen noch nie gefahren war, aber in Wengen fand er zu alter Stärke zurück und erfüllte einen meiner größten Wünsche für ihn: endlich diesen Klassiker zu gewinnen. Einer der allerschönsten Momente für mich war jedoch der Parallel-Riesensalom von Alta Badia (zugegebenermaßen von mir im Vorfeld als "Blödelevent" verunglimpft). Bei solchen Wettbewerben ist man als Speedfahrer normalerweise chanchenlos, ich hatte also keinerlei Erwartungen. Aber Aksel und Kjetil kämpften sich Runde um Runde weiter und standen schließlich gemeinsam im Finale. Das war ein genialer, vorweihnachtlicher Abend. Die Nachbarn wundern sich wahrscheinlich heute noch, dass in unserer Wohnung ständig jemand laut gejubelt hat. ("Ja, ist denn heute schon Fußball-WM?!").
 
Kjetil zieht sich um in Garmisch 2015 | Unterhaltung zwischen Kjetil und Matthias Mayer im Ziel
Als nächstes stand Kitzbühel auf dem Plan. Der Super G verlief märchenhaft und Aksel gewann. Beim abendlichen Slalom, der gemeinsam mit diesem Super G zur Super-Kombi-Wertung zählen sollte, schied Aksel aus und verletzte sich leicht. Trotzdem war er am nächsten Tag bei der Abfahrt am Start. Mir war vor Aufregung schlecht. Wie eigentlich immer, wenn Aksel fährt. Aber an dem Tag haben mich auch die Kommentatoren von Eurosport ganz wahnsinnig gemacht, denn sie haben die totale Hektik verbreitet. Das Rennen war von hinten bis vorne verkorkst, mit vielen Stürzen und schweren Verletzungen, die immer wieder zu Unterbrechungen geführt haben. Mit der Folge, dass die Lichtverhältnisse beim bereits später als ursprünglich geplant gestarteten Rennen zusehends schlechter wurden. Ich werde nie verstehen, warum man die Abfahrt nicht mit dem Super G des Vortages getauscht hat, denn es war bereits seit Beginn der Woche bekannt, dass das Wetter am Freitag super und am Samstag eher schlecht sein würde. Aber wahrscheinlich kann man den ganzen Promis, die in Kitz dabei sind, nicht zumuten, dass sie am Freitag statt am Samstag ins Skistadion kommen... Als Aksel am Start stand, hielt ich wie immer die Augen geschlossen. Später habe ich kurz zum Fernseher hingespinxt, um zu kontrollieren, ob er noch im Rennen ist - und WUSCH! ist er an der Hausbergkante abgeflogen. Es traf mich wie ein Schlag in die Magengrube, und ich dachte, er müsse mindestens so schwer verletzt sein, wie damals in Beaver Creek. Mir kamen die Tränen. Als er wieder aufgestanden ist und ins Publikum gewinkt hat, war ich unendlich erleichtert und dachte, er habe ein Wunderding vollbracht wie damals Hermann Maier in Nagano 1998. Abends war ich Essen und hatte kein Handy dabei. Als ich zurück in meiner Wohnung war und auf mein Handy geschaut habe, dachte ich, mir bleibt das Herz stehen. Breaking News bei der Aftenposten App: Kreuzbandriss bei Aksel! Zum Glück war ich nicht allein, Besuch lenkt in so einem Moment ab. Trotzdem einer der dunkelsten Momente in meiner Karriere als Sportfan.

Kjetil in Garmisch 2015 im Interview
Jedoch muss ich auch zugeben, dass ich ein kleines bisschen erleichtert war. Endlich nicht mehr jedes Wochenende die Angst, dass Aksel den Gesamtweltcup versauen könnte.

Und sonst? Zum Glück gibt es weitere Mitglieder von Team Norge, denen man die Daumen drücken kann. Außerdem wird sich Anfang März ein Traum für mich erfüllen, den ich seit den Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer habe: einen Sport-Event in Norwegen besuchen. Ich werde bei der Biathlon WM in Oslo dabei sein. Für 2017 planen K. und ich (vorsichtig) bei der Eiskunstlauf WM in Helsinki dabei zu sein. Okay, wir können uns wenig langweiligeres und vom Ergebnis her unbefriedigerendes als das Eistanzen vorstellen, aber es ist halt HELSINKI...

Donnerstag, 11. Februar 2016

|Leseliebe| "Hinten sind Rezepte drin" von Katrin Bauerfeind

(Verlag: Fischer, Erscheinungsdatum: Februar 2016)

Kurzrezension:
Humor, Kolumnen, Mann/Frau, Schwaben, Emanzipation

Das Buch ist Teil einer Challenge auf lovelybooks.de. Eine Aufgabe war, das Buch zum Motto "Typisch Frau, typisch Mann" zu inszenieren. Hier mein Beitrag zu "typisch Frau".


Die Autorin Katrin Bauerfeind dürfte den meisten als Journalistin und Moderatorin verschiedener Kulturformate bekannt sein. Sie steht für "Humor mit Anspruch" und ist entsprechend auf eher intellektuellen Sendern wie "3sat" zu sehen.

"Hinten sind Rezepte drin" ist ihr zweites Buch. Der Titel ist etwas irreführend. Nicht wegen des offensichtlich sarkastisch gemeinten Verweises auf Rezepte am Ende des Buches sondern aufgrund des Untertitels "Geschichten, die Männern nie passieren würden!". Dieser Untertitel erweckt den Anschein, dass sich das Buch mit den vielfältigen Unterschieden zwischen Mann und Frau beschäftigt. Das war in manchen Kapiteln auch der Fall, daneben ging es jedoch um Unterschiede zwischen "Stadt" und "Land", Deutschland und dem Rest der Welt etc.

Die einzelnen Kapitel sind kurz und komplett unabhängig voneinander. Insgesamt wirkt das Buch wie eine Aneinanderreihung von Kolumnen zu unterschiedlichen Themen.

Meine zweite Idee zum Thema "Typisch Mann"
Damit einen dieses Buch begeistern kann, muss man zunächst einmal den sarkastischen, teilweise mit starken Übertreibungen und Klischees arbeitenden Humor von Katrin Bauerfeind mögen. Das war für mich kein Problem, denn in der Hinsicht liege ich mit der Autorin auf einer Wellenlänge.

Aus diesem Grund waren auch einzelne Kapitel und Gedanken dabei, die mich begeistern konnten. Dazu gehört z.B. die Abhandlung zu der seit einigen Jahren in Mode gekommenen Geschlechtertrennung bereits ab Geburt (Mädchen strikt in rosa und Jungs in blau, für Mädchen alles mit "Lillifee" und für Jungs mit Piraten...), die der Gleichberechtigung nicht wirklich dienlich sein dürfte. In den Kapiteln, die mir gefallen haben, ist es Katrin Bauerfeind gelungen, mir neue Denkanstöße zu geben. 

Leider gab es auch Kapitel, die mich überhaupt nicht angesprochen haben. Das lag teilweise an der Themenauswahl (z.B. "die Deutschen und der Humor" - ein m.E. völlig ausgelutschtes Thema), teilweise an der Umsetzung, die mich gelangweilt hat.

Rückblickend haben mich hauptsächlich die Kapitel überzeugt, in denen ich mich selbst wiederfinden konnte. Also alle die Abhandlungen, bei denen ich mir beim Lesen gedacht habe, "das ist mir auch schon passiert". (Dazu gehört insbesondere alles aus dem schwäbischen Alltag...). 

Für mich war das Buch insgesamt durchwachsen. Es landet auf meiner Skala bei 3,5 Sternen. Normalerweise würde ich aufrunden, hier habe ich mich jedoch aufgrund des in meinen Augen überteuerten Preises für ein dünnes Taschenbuch dazu entschlossen, abzurunden. Deshalb erhält "Hinten sind Rezepte drin" 3 Sterne von mir. Trotzdem mag ich Katrin Bauerfeind und kann mir durchaus vorstellen, mal wieder etwas von ihr zu lesen.

Es hat Spaß gemacht, die Bilder zu malen und zu "lettern".

Dienstag, 9. Februar 2016

|Leseliebe| Lesestatistik 2016 - Januar

Ich bin ein kleines bisschen stolz, denn ich habe im Januar 8 Bücher gelesen und ein Hörbuch gehört. Das ist für meine Verhältnisse gehobener Durchschnitt. Mir gefällt auch gut, dass ich Bücher aus verschiedenen Genres gelesen habe, eine bunte Mischung aus deutschen und englischen Büchern, teilweise auf dem Kindle und teilweise "richtige" Bücher. Folglich ein sehr abwechslungsreicher Monat.



„Unendlich Wir“     

Amy Harmon             
Jugendbuch     
Deutsch
4 Sterne

Eine moderne Version von Bonnie & Clyde: ein Ex-Häftling mit gutem Herzen und viel Talent für Zahlen rettet einen lebensmüden Countrystar von einer Brücke. Die beiden beginnen einen gemeinsamen Roadtrip quer durch die USA. Immer auf der Flucht vor den Geistern der Vergangenheit und der sich überschlagenden Presse.

Dies ist das zweite Buch von Amy Harmon, das ich gelesen habe. Das Buch war Teil meines Paketes, das ich beim Weihnachtswichteln auf lovelybooks.de erhalten habe. Ich mag die leicht poetische Art des Schreibens von Amy Harmon. Außerdem gelingt es ihr meisterhaft, (leicht) gebrochene Charaktere zu zeichnen, die man als Leser umgehend ins Herz schließt.



„Controlled Burn“ (Boston Fire #2)

Shannon Stacey         
Chick Lit     
Englisch
Kindle 
4 Sterne     

Rick Gullotti geht ganz in seinem Job als Feuerwehrmann in Boston auf. Trotzdem hat er den Glauben an die große Liebe noch nicht verloren. Da schneit plötzlich die bis dato unbekannte Enkelin seiner Vermieter in sein Leben. Jessica Broussard wurde von ihrem Vater den Großeltern fern gehalten und wuchs im sonnigen Kalifornien auf. Aber vielleicht hat das Leben an der rauen Ostküste auch seine Vorteile?

Heiße Feuerwehrmänner mag ich fast so gerne wie heiße Footballspieler. Oder Skifahrer. Ja, man ahnt bereits auf den ersten Seiten, wie das Buch ausgehen wird. Ich kann nicht verleugnen, dass solche Romane meist nach einem ähnlichen Schema aufgebaut sind: eigentlich bindungsunfähiges Girl meets Boy, dem es schwer fällt, Männern zu vertrauen. Man lässt sich doch aufeinander ein, natürlich soll es eine bloße Affäre sein, aber dann stellt man fest, ach je, es ist Liebe... Kurz vor Ende der eine oder andere Schlenker und wenn es ganz Dicke kommt, endet das ganze mit Hochzeit / Kindern / Hochzeit der Kinder (mein Favorit...). Warum ich solche Bücher trotzdem lese: weil ich die Anfangsphasen der Beziehungen liebe. Wenn die Funken fliegen, die beiden sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben und dies durch Dialoge voller Wortwitz skizziert wird. Und wegen der Nebendarsteller. Die sich in die Beziehung des künftigen Paares einmischen, vor denen die sich anbahnende Beziehung verborgen werden soll etc. Auch hier mag ich witzige Dialoge, in denen sich die Beteiligten die Bälle gekonnt zuspielen. Und in dieser Hinsicht war "Controlled Burn" eine absolut solide Geschichte.



„My Kind of Wonderful“ (Cedar Ridge #2)

Jill Shalvis           
Chick Lit     
Englisch       
Kindle 
4,5 Sterne   

Bailey fühlt sich nach langer Krankheit endlich wieder im Leben angekommen. Als sie in Cedar Ridge/Rocky Mountains einen künstlerischen Auftrag annimmt, lernt sie den Bergretter und Polizisten Hudson Kincaid und dessen chaotische Familie kennen. 

Das ist zwar erst der zweite Band aus der Reihe, den die Autorin veröffentlicht hat, aber ich bin bereits jetzt ein großer Fan der Geschichten aus "Cedar Ridge". Der Inhalt passt einfach perfekt zu mir: das Buch spielt in den Bergen (in den Rocky Mountains, wir erinnern uns, da war ich letztes Jahr), es geht um ein Wintersport Resort, es kommen Skifahrer in der Geschichte vor. Das wäre höchstens noch zu toppen, wenn die Skifahrer die norwegische Staatsbürgerschaft hätten.

In diesem Band spielen zwei interessante Charaktere die Hauptrolle und die Geschwister von Hudson sorgen genau für den Humor, den ich an solchen Geschichten liebe. Ich freue mich schon unglaublich auf Band 3, der allerdings erst Ende März erscheinen wird.



„Über meinen Schatten – eine Reise zu mir selbst“       

Thomas Morgenstern             
Biografie     
Deutsch
Kindle 
4 Sterne     

Aus dem Leben des österreichischen Skispringers Thomas Morgenstern. Der Fokus der Biografie liegt auf seiner Entscheidung, seine Karriere zu beenden, sowie der Zeit davor, als er sich nach einem schweren Sturz noch einmal zu den Olympischen Spielen in Sotschi gekämpft hat.

Die Biografie empfand ich als äußerst spannend und eindringlich. Man bekommt einen authentischen Einblick in das Innenleben eines Skispringers und erfährt, dass bei dieser Hochrisikosportart nicht immer alles Gold ist was glänzt. Auch die Erzählweise fand ich interessant, denn Morgenstern erzählt nicht chronologisch sondern springt von seinen schweren Stürzen vor Sotschi und der Reha-Zeit immer wieder zurück in die Anfänge seiner Karriere. Für mich war es auch sehr spannend zu erfahren, wie es um das Klima im österreichischen Skisprungteam stand. Wer mich kennt, weiß, dass ich schon immer überzeugt war, dass es sich hierbei um eine reine Zweckgemeinschaft gehandelt hat. Und genau das bestätigt Thomas Morgenstern in diesem Buch: sein Verhältnis zu Schlierenzauer und Pointner war voller Spannungen. Sehr berührt haben mich seine Schilderungen aus der Zeit, als er sich von der Mutter seines Kindes getrennt hat. Die Presse hat eine regelrechte Hetzjagd veranstaltet, die ihn tief in seinem Herz getroffen hat. Trotzdem gibt er zu, dass er damals Fehler gemacht hat und zu lange gebraucht hat, um sich zwischen zwei Frauen zu entscheiden. Etwas zu kurz kamen mir seine Kindheit und die Anfangsjahre als Skispringer. Das wurde nur angerissen.



„Die Menschheit hat den Verstand verloren – Kriegstagebücher 1939 – 1945“ 

Astrid Lindgren       
Sachbuch       
Deutsch
4,5 Sterne   

Tagebücher plus gesammelte Zeitungsausschnitte von Astrid Lindgren.

Der Titel des Buches sagt eigentlich schon alles. Spannender Einblick in das Leben in einem Land, das im 2. Weltkrieg seine Neutralität wahren konnte. Astrid Lindgren war damals erst in ihren Anfängen als Schriftstellerin und hat trotzdem schon wahnsinnig gekonnt und präzise formuliert. Ich konnte viel Neues über den 2. Weltkrieg lernen, da die deutsche Schuldbildung sich sehr stark auf Deutschland konzentriert und kaum über den Tellerrand blickt.

Dieses Zitat fand ich besonders bewegend. So viel hat sich in den letzten knapp 100 Jahren nicht geändert...



 „Die Lebenden und die Toten“       

Nele Neuhaus           
Krimi 
Deutsch
4 Sterne     

Pia und von Bodenstein auf der Jagd nach einem Sniper, der scheinbar wahllos seine Opfer tötet.

Eigentlich hatte ich gar keine große Lust auf einen Krimi. Ich habe das Buch hauptsächlich angefangen, weil es schon seit Ende letzten Jahres bei mir daheim auf dem Nachttisch gelegen hat (und ich bin niemand, der einen riesigen S(tapel)u(ngelesener)B(ücher) aufbauen möchte). Trotzdem hat mich dieses Buch sofort in seinen Bann gezogen und mir die Erkenntnis verschafft, dass ich in diesem Jahr mehr Krimis lesen sollte. Ich weiß, die meisten Leser dieser Reihe sind Fans von Pia, ich bin eher "Team Oliver von Bodenstein". Nur an seinem Frauengeschmack sollte er langsam arbeiten. Ich finde es etwas ermüdend und unrealistisch, dass er sich in jedem zweiten Band in eine dominante, karrieresüchtige Nebenfigur aus einem Mordfall verliebt. Wenn das realistisch wäre, müsste ich alle paar Monate mein Herz an einen Steuerberater verlieren.

Sehr interessant fand ich die Hintergrundinformationen zum Thema Organspende. Eigentlich eine uneingeschränkt gute Sache. Uneigentlich sollte man sich tiefergehend mit dem Thema beschäftigen, bevor man sich eine endgültige Meinung bildet. Das hat Nele Neuhaus wirklich sehr gut herausgearbeitet.

Kleiner Schwachpunkt: am Ende wurde mir der Krimi zu verworren. Für meinen Geschmack wurden zu viele Verdächtige der Reihe nach „abgearbeitet“.



„So viel Leben“     

Katarina Witt         
Biografie     
Deutsch
4 Sterne 
    
Bildband über Katarina Witt.

Katarina Witt gehört zu den Sportlern, die mich schon lange begleiten. An ihre beiden olympischen Goldmedaillen habe ich keine Erinnerung, aber ihr Comeback von 1993/94 gehört zu den Sporterinnerungen, die ich nie vergessen werde.




Ich mag ihre lebhafte, manchmal etwas überdrehte Art. Außerdem hat sie Großes erreicht und trotzdem nie vergessen zu leben. Auch den Respekt, den sie ihrer gestrengen, aber trotzdem irgendwie mütterlichen Trainerin Jutta Müller entgegenbringt, mag ich sehr. Der Bildband lässt Katarinas ersten 50 Jahre anhand von qualitativ hochwertigen und gut ausgewählten Bildern und kurzen, persönlichen Texten Revue passieren. Mir hat das Buch viel Spaß gemacht.







„Bad Romeo“

Leisa Rayven           
Young Adult   
Deutsch
Hörbuch   
4 Sterne

Ehemaliges Paar trifft sich einige Jahre nach der gemeinsamen Schauspielausbildung am Theater wieder und probt für ein gemeinsames Stück. Sie hat durch seine Bindungsunfähigkeit den Glauben an die Liebe verloren. Er versucht, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Und davon, dass er sich geändert hat.

Ja, ich habe im letzten Jahr die englische Originalausgabe dieses Buches gelesen. Und das hat mir so gut gefallen, dass ich jetzt unbedingt auch noch das deutsche Hörbuch anhören wollte. Aus beruflichen Gründen war ich im Januar eine Woche lang viel mit dem Auto unterwegs. Und in dieser Woche habe ich das Hörbuch in einem Rutsch durchgehört. Es hat mich total gefesselt, so dass ich es manchmal richtig doof fand, dass ich an meinem Ziel angekommen war und aussteigen musste.



 „The Ruby Circle“ (Bloodlines - finaler Band)

Richelle Mead 
Fantasy
Englisch       
4 Sterne

Sydney Sage und Adrian Ivashkov sind zwischenzeitlich verheiratet. Trotzdem kehrt bei den beiden keine Ruhe ein. Zum einen muss Sydney sich noch immer vor den Alchemisten verstecken. Zum anderen ist Jill, die "Kronprinzessin" und der ehemalige Schützling von Sydney, verschwunden. Alles deutet auf eine Entführung hin. Außerdem kämpft Adrian noch immer damit, seine innere Balance als "spirit user" zu finden.

Dieses Buch ist der letzte Band der Bloodlines Reihe. Bloodlines wiederum ist ein Spin-Off der bereits seit geraumer Zeit beendeten "Vampire Academy"-Reihe derselben Autorin. Von daher macht meine obige Inhaltsangabe für Leser meines Blogs, die noch nie etwas von diesen beiden Reihen gehört haben, keinerlei Sinn.

Ich weiß, dass es viele Leute - vor allem auch in meiner unmittelbaren Umgebung - gibt, die Fantasy und Dystopien komplett ablehnen. Ich selbst mochte schon "Buffy", habe "Harry Potter" zu einer Zeit im Original gelesen, als maximal der erste Band ins Deutsche übersetzt war, und spätestens seit "Twilight" bin ich ein Anhänger des Genres.

"Vampire Academy" und "Bloodlines" gehören hier zu meinen absoluten Favoriten. Ich finde, die Autorin hat ein faszinierendes Universum geschaffen und hält über die vielen Bände ein hohes Niveau (was ich bei "True Blood" z.B. nicht so empfunden habe). Außerdem ist Adrian Ivashkov einer meiner liebsten fiktionalen Charaktere aller Zeiten. Ich mag seine Entwicklung vom verwöhnten Dandy zum (meist) verantwortungsbewussten Kämpfer genauso wie die vielen Brüche in seiner Persönlichkeit. Und sein gutes Herz. Und seinen großartigen Namen. Würde ich eine Liste meiner "Top 10 fictional book crushes" ("Liste, der Top 10 Buchcharaktere, in die ich mich verliebt habe" -> hier ist der englische Ausdruck mal wieder um einiges treffender...) erstellen, wäre Adrian definitiv dabei.

Ich habe ein paar Kapitel gebraucht, um wieder in die Bloodlines-Welt hineinzufinden. Dann hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Ein absolut würdiger Abschluss der Reihe. Ich werde Adrian vermissen.